Modernisierung wird teuer – Tragwerk der Peißenberger Glückauf-Turnhalle weist "irreversible Schäden" auf

Ein siebenköpfiges Ingenieursteam präsentierte beim Ortstermin in der Glückauf-Turnhalle die Ergebnisse der Bestandsbewertung und Vorentwurfsplanung. Foto: Jepsen

Das Tragwerk der 1989 eröffneten Glückauf-Turnhalle weist „irreversible Schäden“ auf und erfüllt nur noch „temporär“ seinen Zweck. Zudem ist die Haustechnik „überdimensioniert“ und eine energetische Ertüchtigung ratsam. Das zumindest ist das Fazit der Bestandsbewertung, die ver- gangene Woche zusammen mit der Vorentwurfsplanung für eine umfassende Modernisierung bei einer Informationsveranstaltung vorgestellt wurde.

„Ich denke, an einer Generalsanierung werden wir leider nicht umhin kommen“, mutmaßte Landrat Dr. Friedrich Zeller gleich zu Beginn des Ortstermins, zu dem rund 100 Besucher, darunter Vereinsvertreter sowie Kreis- und Gemeinderäte, in die Dreifachturnhalle gekommen waren. „Wir müssen auf alle Fälle etwas machen“, ließ auch Bürgermeisterin Manuela Vanni am Handlungsbedarf keinen Zweifel. Doch die Generalsanierung wird für die Gemeinde und auch den Landkreis, der mit 45 Prozent an der Halle beteiligt ist, teuer: 4,8 Millionen Euro haben die Planer als Kostenminimum errechnet, wobei die optionale Zusatznutzung von mobilen Tribünen nicht eingerechnet ist. Nach dem Vorentwurf soll das Tragwerk durch eine „geschlossene Hallendachscheibe“ ersetzt sowie die Fassade neu gestaltet werden. Über den Nebenräumen ist eine begrünte Dachfläche geplant, die nur noch teilweise die Außentribünen überspannt. Laut Michael Weinbrenner vom Ingenieurbüro Haindl würde es sich bei der Kalkulation keineswegs um eine „Luftnummer“, sondern um eine „sehr detaillierte Kostenschätzung“ handeln. Einsparpotenziale gebe es allenfalls noch bei den Nebenräumen. „Aber dadurch komme ich definitiv nicht um eine Million Euro von den Kosten runter“, entgegnete Weinbrenner dem Einwand von Gemeinderat Herbert Kratschmar (CSU), der „einfachere Mittel“ bei der Sanierung angemahnt hatte. Keine Alternative wäre für Weinbrenner zudem ein Hallenneubau. Je nach Berücksichtigung von Zuschauerrängen würde ein derartiges Projekt inklusive Abbruch bis zu 6,6 Millionen Euro verschlingen: „Und dann hat man nur eine einfache Halle“, gab Weinbrenner zu bedenken. Laut Rathauschefin Vanni prüft die Regierung von Oberbayern derzeit als Zuschussgeber die Wirtschaftlichkeit einer Sanierung. Erst danach werde der Kreis- und Gemeinderat eine Entscheidung treffen. Frühestmöglicher Baubeginn, so hieß es, wäre Juli 2012. Wie Statiker Nikolaus Kling bestätigte, sei die Tragsicherheit der Dachkonstruktion aktuell noch gewährleistet. „Problematisch“ seien aber extreme Witterungsbedingungen mit hoher Schneelast. „Wir überwachen die Halle. Wir melden uns, wenn es ein Problem gibt“, versicherte Kling. Wie die Glückauf-Halle nach der Modernisierung aussehen könnte, zeigen Planungsbilder des Ingenieurbüros „Haindl + Kollegen“. Sie können in unserem Internetauftritt angesehen werden.

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