"Mr. Serious & The Groove Monkeys" am Taubertal-Festival – Zweiter Platz für Gitarrist Tobi

Einstand auf der großen Bühne

Das Taubertal-Festival war der bisher größte Auftritt von „Mr. Serious & The Groove Monkeys“. Mehr über die Weilheimer Band auf www.serious-monkeys.com.

Rothenburg/Weilheim – „Ich will euch springen sehen“, schreit Tobi ins Publikum, greift die Gitarre und schüttelt den Kopf. Seine langen Haare wirbeln wild durcheinander. Immer mehr Besucher wechseln von der Hauptbühne, auf der gerade die „Broilers“ spielen, zur Nebenbühne. Es ist Festival. Es ist Taubertal. Es ist Weltfinale.

Bereits in den Vorrunden hatten sich „Mr. Serious & The Groove Monkeys“ in München gegen zahlreiche andere Bands im Emergenza-Wettbewerb durchgesetzt (wir berichteten). Das Weltfinale am Taubertal-Festival in Rothenburg ist der Höhepunkt. Die internationale Konkurrenz ist hochkarätig, aber auch die beiden anderen deutschen Bands, die sich qualifiziert haben, trumpfen ordentlich auf.

In der ersten Reihe tanzen die mitgereisten Fans. Zwei haben sich Affenmasken aufgesetzt und hüpfen wie wild im Kreis herum. Dahinter feuert eine Gruppe die Weilheimer lautstark an. Daneben ein Mann mit grauem Haar, der das Geschehen filmt. Es ist der Vater von Bassist Pogy, der es sich keine Minute des großen Auftritts entgehen lassen möchte. Er hat, wie auch all die anderen Fans, Aufkleber mit dem Logo der „Monkeys“, ein rotes Affengesicht auf schwarzem Grund, auf seinem T-Shirt kleben.

Die prägnanten Sticker sind ohnehin allgegenwärtig. Die Unterstützer haben in den Stunden zuvor gute Arbeit geleistet und unzählige Exemplare an allen erdenklichen Stellen verteilt. Verkehrsschilder, Plakate, Hüte, Bikinis, Dixi-Klos: Von überall kündigt das Maskottchen den Auftritt am Festivalsamstag um 21.20 Uhr an. „Wir hoffen, dass die Aktion uns bekannter macht“, sagt Tobi später. Übersehen kann man die geklebten Primaten auf keinen Fall.

Nur vier Lieder haben die „Monkeys“, um die Jury zu überzeugen. Die Nervosität sieht man ihnen an. Alles soll perfekt klappen. Bei der Songauswahl setzen sie auf musikalisch anspruchsvollere Stücke als in den vorherigen Runden: „Bug“, „Booze“, „Pathetic“ und „Carl Huso“ haben die Fünf ausgewählt.

Die Nervosität weicht höchster Konzentration. Vom ersten Ton an geben die Musiker Vollgas. Pogy kitzelt wummernde Riffs aus seinem Bass und bewegt seine Beine dabei fast in Zeitlupe immer wieder hoch in der Luft. Sebi spielt dazu treibende Beats an den Drums. Der Schweiß läuft ihm übers Gesicht. Stefano lässt seinen Blick mit einem zufriedenen Grinsen zu seinen Bandkollegen schweifen, während Marco all seine Emotionen in den Gesang legt.

Nach jedem Lied jubeln und toben die Mitgereisten. Aber auch viele, die die Band vorher wohl noch nicht kannten, sind in den Bann der Show gezogen. Dafür brauchen die „Monkeys“ keine optischen Hilfsmittel, wie viele der Konkurrenten. Sie überzeugen durch ihre Präsenz, ein paar Lichteffekte und natürlich die Musik.

Der Auftritt ist geschafft. Viel zu kurz befindet das Publikum. Eine Zugabe ist aber nicht drin – jede Band hat nur 25 Minuten Zeit. Wer überzieht, bekommt Punkteabzug.

Direkt nach dem Auftritt pure Euphorie. Der Platz vor der Bühne ist noch immer gut gefüllt. Erst einmal ein Bier zum Runterkommen. „Wir sind zufrieden“, sagt Tobi und hält Ausschau nach seinen Freunden.

Der nächste Tag. Bereits am Nachmittag finden sich erstaunlich viele Menschen vor der Bühne ein. Normalerweise begeben sich die meisten Festivalgänger erst zu späterer Stunde zum Konzertgelände, das ein paar Kilometer Fußmarsch und einen Berg entfernt vom großen Zeltplatz liegt. Doch die Siegerehrung des Wettbewerbs wollen sich die Besucher nicht entgehen lassen. Immerhin könnte es sein, dass hier die großen Stars von morgen stehen.

Eine Band nach der anderen wird auf die Bühne gerufen. Für jede wird geklatscht, nicht nur für die eigenen Favoriten. Da sind die Anwesenden fair. Die Leistungen wirklich aller Bands haben aber auch wirklich Respekt verdient. Die „Monkeys“ stehen in der ersten Reihe. Angespannte Gesichter, banges warten, Hoffnung in den Augen. Allein hier zu stehen, war all die Mühe und die vielen Probentage wert. Nur die besten Bands werden geehrt. Für die „Monkeys“ reicht es leider nicht. Mit Abstand die höchste Wertung bekommen „The Scheen“ aus Norwegen.

Ein Blick in die Auswertungstabelle verrät aber: „Mr. Serious & The Groove Monkeys“ waren richtig gut. Unter 18 Bands haben sie sich den achten Platz erspielt. Das Teilnehmerfeld auf den ersten zehn Plätzen liegt eng zusammen. Von Platz vier trennen die „Monkeys“ nur zehn, von Platz drei nur 15 der insgesamt erreichbaren 300 Punkte.

Als die besten Musiker des Wettbewerbs gekürt werden, ist es auf einmal ganz still. An einen Preis glaubt in diesem Moment angesichts der herausragenden Leistungen vieler anderer Bands keiner der „Monkeys“ mehr so richtig. Doch dann die Überraschung: Tobi wird zum zweitbesten Gitarristen des Wettbewerbs ernannt. Sein Preis: eine glänzende, weiße Gibson-Gitarre, im Wert von über 1 000 Euro.

Mehr über die Weilheimer Band auf www.serious-monkeys.com.

Von Ursula Gnadl

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