Müdigkeit vor Sicherheit – Fahranfänger verzichten auf Fahrkurse, um auszuschlafen

Regelmäßig ereignen sich auf den Straßen des Landkreises Unfälle. Das zu ändern, ist Ziel der Kreisverkehrswacht. Doch die für die Verkehrserziehung notwendigen Mitglieder werden stetig weniger. Mangelnde Unterstützung von Seiten der Gemeinde kritisierte der 1. Vorsitzende Georg Off bei der Jahresmitgliederversammlung in der kleinen Hochlandhalle in Weilheim.

Offs besonderer Dank galt den Gemeinden, die den Verkehrs-Cent entrichten. Doch längst nicht alle Gemeinden im Landkreis unterstützen mit dieser Spende die Kreisverkehrswacht, „obwohl es einmal mit allen vor vielen Jahren vereinbart wurde“. Der Verkehrs-Cent wurde in der Amtszeit des Altlandrates Luitpold Braun sen. mit den Gemeinden noch zu DM-Zeiten beschlossen. Für jeden Fahrzeughalter in den Gemeinden entrichten diese einen Cent, früher war es ein Pfennig. Obwohl die Kreisverkehrswacht mit zahlreichen Aktionen die Verkehrssicherheit ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken will, fehlt es am Nachwuchs. „Leider konnten wir nur wenige junge und jüngere Damen und Herren für unsere Aufgabe gewinnen“, sagte der Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Off. Grund des mangelnden Nachwuchses ist das Desinteresse. Das belegt die Teilnehmerzahl am Kurs „Könner durch Er-Fahrung“, den Jahr 2008 insgesamt 114 Fahranfänger freiwillig besucht haben. Das Landratsamt Weilheim-Schongau hatte die Kursteilnehmer zu der Fahrerfortbildung eingeladen. „Unerfreulicher Weise folgen dem Ruf des Landratsamtes meist nur maximal 20 Prozent“, stellte Off fest. Er vermutet, dass die Samstage, an denen die Kurse stattfinden, viele jugendliche Fahrer abgeschreckt haben, „weil sie den Samstag als einen Tag zum Ausschlafen sehen“. Weil der Kurs auf dem Platz der Stadthalle stattfindet und viele Institutionen, Vereine und Organisationen aus Weilheim dort ihre Veranstaltungen durchführen, verfüge die Kreisverkehrswacht nicht nach Belieben über das Areal. „Deshalb können wir unseren Kurs nicht nach den Wünschen der Teilnehmer durchführen“, verdeutlicht Off. 8000 Euro investierte die Verkehrswacht im vergangenen Jahr in diese Fortbildung. Neben Autofahrern bietet der Verein auch Radfahrern ein vielfältiges Programm an. Mit „Fahr Rad … aber sicher“ haben sich Off und die 135 Mitglieder um die Verkehrstauglichkeit von Kinder- und Jugendfahrrädern gekümmert. „Dabei treten wir mit fünf Mechanikern sechs Stunden lang an und überprüfen die Fahrräder, führen kleinere Reparaturen an Ort und Stelle durch und ersetzen kostenlos defekte Kleinteile wie Birnen oder fehlende Speichenstrahler“, erklärt Off. Für vier solcher Aktionen im Jahr 2008 gab die Kreisverkehrswacht 6000 Euro aus. Praktisch erwies sich dieses Angebot für viele Besucher in der Weilheimer Stadthalle, bei der kürzlich Fahrräder versteigert worden sind.

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