Volksfest-Organisator Ronny Grubart im Interview

"Ich habe ein gutes Bauchgefühl"

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Ronny Grubart organisiert das Schongauer Volksfest.

Schongau – Fünf Tage lang herrschte in Schongau Volksfeststimmung. Nach 2015 war es das zweite Mal, dass Ronny Grubart für den Rummel an der Lechuferstraße verantwortlich zeichnete. Der Kreisbote sprach mit dem Allgäuer Schausteller über die Abhängigkeit vom Wetter, den neuen Festwirt und ob es nach dem zweiten auch einen dritten Streich im kommenden Jahr geben wird.

Herr Grubart, wie stressig waren für Sie die vergangenen Tage auf einer Skala von eins bis zehn? 

Grubart: „Zwölf (lacht). So ein Volksfest ist schon sehr zeitintensiv. Das ist vor einem halben Jahr losgegangen, dass man dauernd am Computer sitzt, um alles zu organisieren. Allein in dieser Zeit habe ich rund 800 E-Mails verschickt. Ab einer Woche vor Beginn werden die Nächte dann sehr kurz und das wird während des Fests natürlich nicht besser. Aber so ist der Schaustellerberuf eben.“

Wie zufrieden sind Sie denn mit der zweiten Auflage des Schongauer Volksfests unter Ihrer Regie?

Grubart:  „Das Resumée fällt eigentlich ganz gut aus. Die Abende waren sehr gut besucht. Untertags hätte ich mir mehr Besucher gewünscht, speziell am Wochenende. Da war tote Hose, weil wohl viele lieber baden gegangen sind. Für uns Schausteller sind 30 Grad das gleiche wie strömender Regen. Positiv überrascht hat mich der Kindertag. Da war diesmal viel mehr los als im vergangenen Jahr.“

Was hat die Leute am meisten begeistert?

Grubart:  „Definitiv das große Feuerwerk am Freitag. Das war eine richtige Hausnummer und dafür habe ich sehr viele positiven Rückmeldungen von Besuchern bekommen. Aber auch der Phoenix ist als Attraktion sehr gut angekommen wie überhaupt der Mix bei den Fahrgeschäften meiner Meinung nach heuer gestimmt hat.“

Kommen wir zur Festbewirtung. Im letzten Jahr hat der damalige Festwirt Ihre Erwartungen nicht erfüllt. Heuer haben Sie mit Maximilian Diegruber einen Schongauer Gastronom ins Boot geholt. Hat sich die Entscheidung bewährt?

Grubart: „Auf jeden Fall. Diesmal war es ein Bierzelt, wie es sein muss. Es wurde Wert auf die Dekoration gelegt, die Bedienungen wussten, was sie zu tun hatten und auch das Essen war sehr gut. Auch die Stände im Außenbereich haben mit ihrem Angebot überzeugt.“

Das Programm war auch heuer vielfältig, aber nicht unbedingt volksfesttypisch mit Punkten wie einem Fitnessnachmittag und dem Weibsdeifi-Markt. Sehen Sie sich da auf dem richtigen Weg?

Grubart: „Ja, denn es ist für uns eine Möglichkeit, sich abzuheben von anderen Volksfesten und so auch Besucher aus der Region anzulocken. Aktionen wie die Bayerische Olympiade und die Kindersprechstunde beim Bürgermeister sind super angekommen. Bei letzterer war heuer die Bühne voll, die Kinder haben viele Fragen gestellt. Ich finde die Mischung ideal und will diesen Weg auf jeden Fall weitergehen. Gerne würde ich künftig noch mehr Schongauer Vereine einbinden.“

Erstmals gab es diesmal die Möglichkeit, das Schongauer Volksfest per kostenlosem Shuttle-Bus zu besuchen. Hat sich das Angebot gelohnt?

Grubart: „Leider haben nur wenige davon Gebrauch gemacht. 250 Fahrgäste sind über die Tage zu wenige, als dass es sich rechnet.“

Für konkrete Zahlen wird es noch zu früh sein. Aber wie schätzen Sie das finanzielle Ergebnis ein? 

Grubart: „Ich denke, dass wir vom Umsatz her in etwa wie im Vorjahr liegen. Ich habe schon damals gesagt, dass es Zeit braucht, bis so eine Veranstaltung richtig anläuft. Ich verlasse Schongau aber mit einem Lächeln, denn ich sehe, dass angenommen wird, was wir machen. Das zeigen auch die vielen positiven Rückmeldungen, die ich erhalten habe.“

Sie kommen also im nächsten Jahr wieder?

Grubart: „Ich werde mich jetzt erstmal mit Festwirt und Bürgermeister zusammensetzen, aber ich habe ein gutes Bauchgefühl, dass es auch nächstes Jahr ein Schongauer Volksfest geben wird.“

Interview: Christoph Peters

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