Neue Impulse setzen – Tiefstollenhalle: Wirtschaftskrise und Konkurrenzangebote wirken sich aus

Seit dem letzten Frühjahr hat sich in der Tiefstollenhalle organisatorisch einiges verändert. Während die Rathausverwaltung das gesamte Gebäudemanagement übernommen hat, konzentriert sich der Kulturverein ausschließlich auf die Programmgestaltung. Ein Problem ist allerdings auch nach der Strukturreform geblieben: Veranstaltungen mit höherem Kulturanspruch werden nach wie vor schlecht besucht.

Vor allem im Dezember sind die Publikumszahlen regelrecht eingebrochen. So trat das renommierte Wiener Volksmusikduo „Die Strottern“ gerade einmal vor 19 Besuchern auf. „Es ist uns immer wieder ein Rätsel, was wir noch alles tun sollen, um die Peißenberger in die Tiefstollenhalle zu locken“, machte sich beim zweiten Vorsitzenden des Kulturvereins, Hans Beyer, anlässlich eines Pressegesprächs im Rathaus fast schon ein wenig Resignation breit. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise und die zunehmenden Konkurrenzangebote im Umland, so war von den Vereinsverantwortlichen zu hören, hätten den mäßigen Zuspruch in den letzten Monaten mitverursacht. Als Konsequenz daraus soll es künftig quantitative, nicht jedoch qualitative Abstriche im Programm geben. „Die hohe Kunst wird es sein, zu überlegen, wie wir die Bandbreite für Alt und Jung halten können“, erklärte die Vorsitzende Anja Kolumbus im Hinblick auf den begrenzten Finanzrahmen. Mit dem Zuschussbudget von 30000 Euro komme der Verein zwar derzeit über die Runden, allerdings sei die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Auftritte zumeist nur „sehr schwer“ vorherzusagen. Hoffen auf "frischen Wind" Wie Bürgermeisterin Manuela Vanni beteuerte, habe der Marktrat bei den Haushaltsberatungen keinerlei Kosten-Nutzen-Rechnung hinsichtlich der Kulturgelder aufgestellt. Anders als von manchen Kritikern vermutet, müsse der Verein im Vergleich zu früher sogar mit einem geringeren Etat auskommen, weil die Verträge zur Hallennutzung nun über die Gemeinde abgewickelt würden. „Frischen Wind“ für das gesamte Tiefstollengelände erhofft sich die Rathauschefin vom neuen Catering-Service „Chef Squad“. Firmen-Inhaber Thomas Hübner möchte im Hallenfoyer eine „Bistroatmosphäre“ schaffen und über die Verbindung von kulturellen und kulinarischen Genüssen neue Publikumsschichten anziehen. In enger Zusammenarbeit mit dem Kulturverein will er sich zudem „peau a peau“ in die Programmgestaltung einbringen: „Das Areal hat große Kapazitäten. Dort sind viele Dinge möglich wie zum Beispiel Open-Air-Veranstaltungen oder Töpfermärkte“, glaubt Hübner, der nach eigenem Bekunden speziell im Münchener Raum über „sehr viele Kontakte“ in die Kulturszene verfügt. Noch keine Einigung hat es laut Vanni indes mit dem alten Caterer gegeben. Der Vertrag mit der Firma „Killi“ sei „ordnungsgemäß gekündigt“ worden, weshalb die Gemeinde keine Abfindungszahlung leisten müsse und notfalls auch eine gerichtliche Auseinandersetzung nicht scheuen werde. Lediglich in punkto Kücheninventar signalisierte Vanni Verhandlungsbereitschaft für eine Ablösesumme.

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