Nicht locker lassen – Stadtrat missbilligt Hintehaltetaktik der Bahn

Nach Dampf ablassen war den Stadträten aller Fraktionen in ihrer jüngsten Sitzung zu Mute. „Der Bahnhof wird zur unendlichen Geschichte“, kommentierte Bürgermeister Markus Loth mit Hinweis darauf, dass schon sein Vorvorgänger Dr. Johann Bauer auf Verbesserungen gedrängt hatte, den „großen Ärger mit der Bahn“.

Auch der Neubau des Busbahnhofes komme nicht voran, da für dessen Grundstück am Bahnhof immer noch kein Freistellungsbescheid vorliege. Das geht aus einem Schreiben der DB AG hervor, das die Stadt vor wenigen Tagen erhalten hat. „Wir dürfen im Moment gar nichts machen“, ärgerte sich Loth über die Hinhaltetaktik der Bahn und ihre ständig wechselnden personellen Zuständigkeiten. Verkehrsreferent Dr. Claus Reindl (BfW) hatte die Resolution angeregt. Der Stadtrat sollte gegenüber der Bahn geschlossen auftreten und sie in die Pflicht nehmen, warb er im Kollegenkreis um Unterstützung. Für ein hartnäckigeres Vorgehen und einen engagierteren Einsatz des Bürgermeisters plädierten Uta Orawetz – „wir müssen für das Bahnmanangement unbequem werden“ und Klaus Gast (beide CSU), der riet: „Nicht locker lassen und bloß nicht resignieren.“ Der „Riesensaustall am Bahnhof“ regt auch Karl-Heinz Grehl (Grüne) auf. Seiner Meinung nach müsste der Protest viel schärfer ausfallen und von politischer Seite mehr Druck ausgeübt werden. Einen völlig anderen Denkansatz zur Lösung des Problems brachte Alfred Honisch (Grüne) ins Spiel: „Wir müssen den Bahnhof kaufen lassen.“ Honisch führte als Beispiel den Landsberger Bürgerbahnhof an und schlug vor, Vertreter der Nachbarstadt nach deren Erfahrungen zu befragen. Der Weilheimer Bahnhof, hielt Bürgermeister Loth dagegen, werde aber nicht verkauft, „da stecken bei der Bahn wirtschaft- liche Interessen dahinter“. Für das erneute Einberufen einer Bahnkonferenz in Weilheim sprachen sich etliche Räte aus, darunter Ingo Remesch (SPD), der zu einer gemäßigten Auseinandersetzung mahnte, um „das Tischtuch nicht zu zerschneiden“. Heiterkeit im Saal löste Stefan Zirngibl (CSU) mit seiner – nicht ganz ernst gemeinten – Idee aus: „Wir Stadträte ketten uns alle auf den Gleisen am Bahnhof fest und warten ab, was passiert.“ Dass sich die Situation am Weilheimer Bahnhof endlich zum Positiven wenden muss, wollen Weilheims Mandatsvertreter nun mit ihrer einstimmig verabschiedeten Resolution unterstreichen.

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