Obama am Ground Zero gesehen – Austauschschülerin Karin Tafertshofer erzählt von Erfahrungen in Houston

Daniela Reitmeier (li.) ist sehr gespannt auf ihren Amerikaaufenthalt. Austauschkandidatin Karin Tafertshofer konnte nur Positives über ihre Zeit in Houston berichten, was Alexander Dobrindt, als ihren Paten und Mitglied des Deutschen Bundestages, sehr zufrieden stellte. Foto: Jazbec

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ALMA JAZBEC; Weilheim – Auf die Frage, was für Karin Tafertshofer denn der eindrucksvollste Moment ihres Aufenthalts in Houston, Texas, gewesen sei, musste sie erst einmal überlegen. Dann kam es nur so aus ihr hervorgesprudelt. „Also, der ganze Aufenthalt war ein großes Erlebnis, aber drei Tage nach Osama Bin Ladens Tod flog ich mit der Schule für vier Tage nach New York und dort habe ich Barack Obama am Ground Zero gesehen und seiner Rede zugehört. Das war sehr beeindruckend.“ Die 17-jährige angehende Chemielaborantin aus Forst hatte sich vor zwei Jahren beim Parlamentarischen Patenschafts-Programm (PPP) des Deutschen Bundestages beworben und kam am 1. Juli dieses Jahres nach einem elfmonatigen Aufenthalt in den USA wieder nach Hause. „Seit ihrem ersten Tag in Amerika wartete ich auf ihren Rückflug“, erzählte Karins Mutter, Agathe Tafertshofer, gerührt. Alexander Dobrindt war Karins Pate und als Dankeschön brachte sie ihm ein kleines Geschenk mit einem Foto von ihr vor dem Weißen Haus in Washington mit. Während der elf Monate in Houston lebte sie bei einer Gastfamilie und ging auf die Houston High School. Dort hatte sie, anders als in Deutschland, Fächer wie „Soccer“, „Theater“ und „Band“. Pflichtfächer waren Englisch, Mathe, Amerikanische Geschichte und Chemie. „Die Schule war nicht so schlimm“, lächelte sie. „Man fühlt sich wie in einer Großfamilie.“ Sehr gut erinnert sich Karin an ihre Ankunft in Texas. „Auf der Fahrt zu meiner Gastfamilie sah ich nur Lichter und dachte ,wow, so viele Hochhäuser’. Am nächsten Morgen bemerkte ich, dass das keine Häuser, sondern Ölbohrtürme waren.“ Heimweh kannte Karin nicht wirklich. „Weihnachten war so schön und sehr warm. Sylvester feierten wir in kurzer Hose und Top“, lachte sie. Begeistert von den vielen Eindrücken lauschte Daniela Reitmeier aus Tankenrain den Erzählungen, denn sie ist die nächste, die mit dem PPP nach Amerika fliegen darf. „Daniela ist nun Deutschlands junge Botschafterin in den USA“, erklärte Dobrindt. Sie machte dieses Jahr die Mittlere Reife an der Realschule Weilheim und flog am 28. Juli für ein Jahr nach Santa Clara, Kalifornien. „Es war ein tolles Gefühl, als ich im März Bescheid bekommen habe, dass ich nach Amerika darf!“, erinnerte sich die 15-Jährige. „Ich werde auch bei einer Gastfamilie wohnen. Wir haben uns über ,Skype’ schon ein bisschen kennengelernt.“ Die begeisterte Tänzerin möchte auch in die Gruppe der Cheerleader aufgenommen werden. „Mein Dirndl werde ich auf alle Fälle mitnehmen“, lachte sie, denn eine bayerische Tracht bekommen die Amerikaner sicher nicht jeden Tag zu sehen. Kurz vor der großen Reise war für Daniela alles noch ein bisschen surreal. Ihre Freunde verabschiedeten sie mit einer großen Überraschungsparty. „Der Abschied wird sicher schwer werden, aber ich finde es cool mal wegzukommen“, sagte sie. Einige sehr gute Tipps gab ihr Karin mit auf den Weg: „ Nimm von diesem Abenteuer alles mit was du kriegen kannst. Sei offen für alles, und vor allem gehe shoppen! Beim Abflug in die USA verabschiede dich und drehe dich nach der Sicherheitskontrolle nicht mehr um. Gehe einfach weiter. Das macht den Abschied ein bisschen einfacher.“ Ob Daniela die Tipps befolgte, verrät die 15-Jährige, wenn sie wieder da ist.

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