Weilheimer gedenken bei Oberstadtlerfest am Samstag der Attentatsopfer von München

Ein Sommerfest mit Molltönen

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„Zieleinlauf, jetzt geht es um Zentimeter“. In seiner Moderation des Entenrennens lief Klaus Kriegisch zur Höchstform auf.

Weilheim – Kann man gleichzeitig feiern und trauern? Diese Frage bejahten die Oberstadtler und ihre Gäste mit fester Entschlossenheit.

Am Morgen nach dem Münchner Amoklauf hatten sich die Organisatoren, die Vertreter der Stadt und der Kirche beraten, ob das Fest abgesagt werden soll, sich dann aber bewusst für die Durchführung entschieden. Unter einer Bedingung: Der Opfer sollte mit Ansprachen, Kirchengeläut und Schweigeminuten gedacht werden.

Oberstadtler Fest 2016

Bürgermeister Markus Loth und „Asyl“-Unterstützerkreis- koordinator Jost Herrmann zeigten sich in ihren Reden zu Beginn des Festes und am Abend betroffen und schockiert von den Ereignissen. „Das Leben anderer und auch sein Leben waren ihm nicht viel wert. Zehn Tote, darunter viele Jugendliche, wir haben den Terror plötzlich ganz nahe gespürt. Dass allerdings ein Einziger eine ganze Region lahmlegt, das wollten wir auch nicht“, begründeten beide ihre Entscheidung. Nach den Schweigeminuten wurde jeweils spontan Applaus gespendet. Ja und das Fest selbst, da ging es mehrfach nass rein, wie der Bayer treffend sagt.

Beim Oberstadtlerfest waren überdachte Plätze heiß begehrt und stets belegt. Dass sie dennoch immer wieder abgetrocknet werden mussten, wurde gern in Kauf genommen. Ein großes Lob gebührt nicht nur den vielen Gästen aus dem ganzen Oberland, sondern auch den Veranstaltern, auftretenden Gruppen und Bands. Den Gästen, dass sie trotz unsicherer Wetterprognose durchhielten, den Organisatoren und Gewerbetreibenden ihrer umsichtigen Vorbereitungen wegen und last but not least den Artisten wie auch Musikern, die ihr Programm im strömenden Regen unverzagt durchzogen. Kleine „Beschleunigungen“ gab es hie und da. Beispielsweise beim Entenrennen im Stadtbach, dessen Finalstart, dem Regen geschuldet, schneller abgewickelt wurde. Dafür aber mit einem engagierten Moderator, der wie beim Formel 1-Rennen lautstark kommentierte. Ab 19 Uhr wurde gerockt, die Bankreihen beiderseits des Stadtbachs füllten sich erneut, bis zum Platzregen gegen 21 Uhr. Selbst da blieben die Gäste noch eisern sitzen.

Kein Wunder, dass Organisatorin Christine Sußbauer am nächsten Morgen eine positive Bilanz zog. „Trotz des Regens waren so viele Besucher da. Das war schön“, sagte sie. Ausdrückliches Lob zollte sie den Helfern vom Unterstützerkreis Oberland. „Sie waren uns eine große Hilfe“, stellte Sußbauer fest.

von Georg Müller

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