Parken in der Tiefgarage wird billiger – Hauptausschuss rudert bei den Parkgebühren teilweise zurück

„Wer unbedingt in die Altstadt fahren will, der muss sich das auch was kosten lassen“: Die Regelung von zwei Euro pro Stunde in der Altstadt wird beibehalten. Foto: Wäspi

Die erhöhten Parkgebühren in Weilheims Innenstadt sind inzwischen zu einem polarisierenden Reizthema herangereift. Zwei Euro pro Stunde, um in der Altstadt zu parken, sind einfach zu viel, sagen Einzelhandel und CSU und tragen somit der Meinung einiger verärgerter Bürger Rechnung. Im gestrigen Hauptausschuss ruderte der Stadtrat nun in seinem Beschluss in einigen Punkten zurück. Wer aber in die Altstadt will, muss weiterhin zwei Euro löhnen.

„Es muss eine saubere Lösung her“, gelangte der Leiter des Ordnungsamtes Andreas Wunder zur Kenntnis. Der Unmut vor allem bei den Anwohnern der Alt- und Innenstadt, die nach der neuen Regelung bis 20 Uhr zahlen müssen, um vor der eigenen Haustüre parken zu dürfen, ist groß. Doch nicht nur sie begehren auf, sondern auch der Einzelhandel. Als Vertreter wurde Max Lipp angehört, der schädliche Auswirkungen auf das Geschäftsleben in der Innenstadt kommen sieht. Über 50 Prozent der Kunden kämen von auswärts mit dem Auto und die dürften keinesfalls vergrämt werden. „Die Verdoppelung der Gebühren auf zwei Euro ist jenseits von Gut und Böse“, fand Lipp deutliche Worte, „die Kunden beschweren sich jeden Tag darüber.“ Ganz anders sieht das Stadtrat Jochen Knittel (BfW). Bei der Erhöhung gehe es nicht nur um Haushaltskonsolidierung, sondern auch um eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt. Es fielen ja nicht einmal sechs Prozent der gesamten Parkplätze in die Zwei-Euro-Zone, beruhigte Knittel die Geschäftsleute. „Und ausserdem: Was haben wir denn nicht alles schon gemacht? Die Innenstadtsanierung hat uns zig Millionen Euro gekostet. Das Ergebnis war, dass der Verkehr zunahm“, hielt der Stadtrat entgegen. Würde also einem Antragspunkt der CSU, die Parkgebühren für die Altstadt auf 1,50 Euro zu senken, stattgegeben werden, führte Knittel aus, dann würde wieder alles zugeparkt werden. um Thema Parkgebühren fand die CSU klare Forderungen, unter anderem auch an Sonntagen gebührenfreies Parken für Kirchgänge zu ermöglichen. Während den Gottesdienstzeiten soll die Parkgarage gebührenfrei sein, um oberirdisches Parksuchen zu vermei- den, so Klaus Gast. Doch auf dieses Pferd wollten die anderen Stadträte nicht aufspringen. Jochen Knittel (BfW) sprach von einem „Show-Antrag“ und Michael Lorbacher (SPD) hielt entgegen, dass zu diesen Zeiten Parkplätze ohnehin vorhanden seien. In dasselbe Horn stieß Wolfgang Mini (UWV) und brachte einen weiteren Punkt ins Spiel: „Mit der Tiefgarage machen wir ein großes Minus. Da kann man keine großen Zugeständnisse machen.“ In der Diskussion um die zwei-Euro-Gebühr in der Altstadt kämpfte vor allem Uta Orawetz (CSU) um eine Senkung auf 1,50 Euro: „Wie soll denn eine Stadt da kundenfreundlich sein? Das hat Auswirkung auf das gesamte Gefüge der Innenstadt.“ Dieser Argumentation konnten andere Fraktionen nichts abgewinnen. „Unsere Innenstadt ist eh klein. Wenn einer da reinfahren will, dann soll das auch was kosten dürfen“, hielt Lorbacher entgegen uns Knittel verwies darauf, dass ein Dauerparken durch niedrige Gebühren dem Einzelhandel nicht zugute käme. So stimmte der Hauptausschuss mit zwei Gegenstimmen, die Gebühr von zwei Euro/Stunde in der Altstadt beizubehalten. Für den Rest der Innenstadt wird ein Euro verlangt. Im Altstadtcenter soll die erste Stunde 50 Cent kosten, ab der zweiten Stunde wird im 12-Minuten-Takt zu je 20 Cent abgerechnet. Montag bis Freitag, 18 bis 8 Uhr und Samstag, 14 bis Sonntag 8 Uhr, wird ein Höchsttarif von einem Euro verlangt. Von Sonntag 8 bis Montag 8 Uhr und an Feiertagen wird auch nur ein Höchsttarif von einem Euro verlangt. Die Satzungsänderung wird dem Stadtrat am 24. Februar zum Beschluss vorgelegt.

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