Die Stadt Schongau präsentiert ihr neues Konzept

Parken in der Altstadt

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Zum Konzept: in der sogenannten Zone eins soll es in der Altstadt möglich sein, eine Stunde kostenlos zu parken.

Schongau – Wo fährt man am besten in Schongau hin, um zentrumsnah einen Parkplatz zu bekommen? Auf diese Frage soll es für die Altstadt bald eine neue Antwort geben. Die Grundlage dafür ist das geplante neue Parkraumkonzept der Stadt.

Ausgearbeitet hat den Vorschlag Yvonne Voigt, zuständig für Standort- und Wirtschaftsförderung. Sie stellte das Konzept in einer nicht-öffentlichen Sitzung dem Stadtrat vor, der, Bürgermeister Falk Sluyterman van Langenweyde zufolge, diesen mehrheitlich positiv aufnahm. Das aktuelle, nunmehr sechste Konzept wird jetzt der Öffentlichkeit präsentiert und zur Debatte gestellt. Der Bürgermeister hält ein neues Parkkonzept für notwendig und setzt auf eine Lösung, die soweit wie möglich alle Interessengruppen berücksichtigt. „Wir können ganz sicher nicht jeden im Dialog überzeugen, aber wir können schon noch nachjustieren – unter der Bedingung des bestehenden Konzepts“, erklärte Sluyterman. Um die Gelegenheit zum Dialog zu schaffen, biete die Stadt am Mittwoch, 11. Mai, unter dem Motto „Altstadt-Parken neu gedacht!“ eine Informationsveranstaltung an. Von 18 bis 21:30 Uhr kann im Ballenhaussaal, Marienplatz 2, über den Vorschlag der Stadt geredet und Anregungen, Vorschläge und Kritik eingebracht werden. Ziel des Konzepts ist es, ausreichende öffentliche Parkmöglichkeiten zu schaffen und vorhandene Strukturen an den Bedarf anzupassen. Außerdem soll die Parkzonenregelung vereinfacht werden und das neue Konzept erlaubt der Stadt, den Verkehr beziehungsweise die Parkplatzsuchenden besser zu steuern.

Planung sieht drei Parkzonen vor

Parken in Schongaus Altstadt soll einfacher und effektiver werden. Um das zu erreichen, setzt Yvonne Voigt im Konzept unter anderem auf die folgenden zwei Komponenten: die Einteilung in drei Parkzonen und eine neue Gebührenregelung.

Die neuen Zonen sollen den Bedürfnissen aller Nutzergruppen Rechnung tragen. Ein übersichtliches Leitsystem soll den Parkplatzsuchenden in die richtige Zone leiten. Das Kriterium: die Parkdauer. Drei Zonen sind geplant (siehe Karte): Zone eins – das sind die gelben Bereiche – umfasst in Teilen die Christophstraße, Münzstraße, Weinstraße und Lechtorstraße; Zone zwei – hier Grün markiert – umfasst vor allem die Bauerngasse,die Friedhofstraße, Amtsgerichtstraße und Karmeliterstraße;Zone drei – in der Karte blau gekennzeichnet – umfasst in Teilen die Christophstraße, Kirchenstraße, Reichelstraße, Löwenstraße, Liedlstraße, Kanzleistraße, Rent- amtstraße und Lindenplatz.

Alle, die nur kurz parken wollen, können ihr Fahrzeug in Zone eins abstellen. Dort soll ein kostenloses Parken bis maximal eine Stunde möglich sein. Diese Regelung soll von Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 14 Uhr gelten – auch für die Anwohner. Auch in Zone zwei und drei gelten die Wochentag und Zeit Regelungen. Wer länger in der Altstadt parken möchte, kann dies in Zone zwei. Dort soll ein unbefristetes Parken möglich sein, aber es werden Gebühren erhoben. Geplant sind 50 Cent pro Stunde, wobei der Preis ab Stunde fünf auf einen Euro und ab Stunde neun auf 1, 50 Euro ansteigt. Anwohnern ist das Parken in der Tiefgarage nicht gestattet – außer natürlich, wenn sie wie jeder andere die Parkgebühren zahlen. In der Zone drei kostet das Parken ebenfalls 50 Cent die Stunde, die Parkzeit ist auf maximal zwei Stunden beschränkt. Außerdem soll hier ein Anwohnerparken möglich sein. Die mit roten Pfeilen markierten Bereiche sind montags bis sonntags von 18 bis 8 Uhr für die Anwohner reserviert.

Grundsätzlich gilt für alle drei Zonen: das Parken ist nur mit Parkschein, mittels Handy-Parken oder Anwohnerparklizenz möglich.

Die Parkplätze außerhalb der Altstadt, zum Beispiel am Buchenweg, könnten als vierte Zone angesehen werden, wo weiterhin ein unbefristetes und kostenfreies Parken möglich ist. Dem Konzept zugrunde liegt die Analyse der Daten aus dem Verkehrskonzept Altstadt von 2009, der IKEK-Erhebung Altstadt von 2014, den Informationen des Landratsamts über die Zahl der ausgestellten Anwohnerparkausweise von 2015, der Verkehrsüberwachung (2015) und den Parktickets von den Automaten (2015 und 2016). Das so gewonnene Bild ergab: Ein unbefristetes Parken muss möglich sein, die Parkscheiben müssen abgeschafft werden, jeder muss einen Parkschein ziehen – auch beim kostenfreien Parken, die häufigsten Besuchsgründe sind Einkaufen und Arbeit und die längste Parkdauer Arbeiten und Arztbesuche. Außerdem zeigte die Datenanalyse auf, welche Bereiche besonders stark frequentiert werden und zu welcher Uhrzeit. So entstand die Einteilung in die drei Zonen nach Straßenabschnitten.

Die Stadt plant weiterhin die Einführung des Handy-Parkens, die Aufstellung neuer Parkscheinautomaten und zieht eine Parkraumbörse zur Vermittlung von Stellplätzen in Betracht. Für Gäste könnte es mittels der KönigsCard eine Regelung geben, die ihnen freies Parken in der Altstadt ermöglicht.

In Kombi mit der Fußgängerzone soll das geplante Parkkonzept zu einer attraktiveren Altstadt für alle beitragen.

von Melanie Wießmeyer

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