Parkraumkonzept

Schongauer Altstadt: Die neuen Parkgebühren stehen fest

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Schongau – Dass in Schongau mit Einführung des neuen Parkraumkonzepts künftig in der gesamten Altstadt eine Stunde lang kostenlos geparkt werden darf, ist seit längerem beschlossene Sache. Noch nicht entschieden war bislang die Frage, wie sich das Gebührenmodell für die folgenden Stunden gestalten soll. In der Stadtratssitzung am Dienstag wurde jetzt auch dieser wichtige Punkt geklärt.

Die Frage, vor der Yvonne Voigt stand, war alles andere als leicht zu beantworten. Wie sollten die Gebühren des neuen Parkraumkonzepts gestaltet werden, damit einerseits die Aufenthaltsdauer von Kunden und Besuchern erhöht wird, andererseits aber Dauerparker dazu gebracht werden, lieber die Parkplätze vor der Stadt zu nutzen? Dabei galt es für die Wirtschaftsförderin auch noch zu bedenken, dass der Einnahmenausfall durch die beschlossene Regelung, die erste Stunde kostenloses Parken zu ermöglichen, zumindest zu einem Teil kompensiert werden sollte, um den städtischen Haushalt nicht zu sehr zu strapazieren. Gleichzeitig sollte die Gebührenordnung natürlich möglichst einfach sein.

Viele Überlegungen und Berechnungen hatte Voigt deshalb in den vergangenen Wochen und Monaten angestellt, hatte die Statistiken aus den Parkautomaten ausgewertet, um ein Modell zu finden, dass all den Anforderungen Rechnung trägt. Das Ergebnis präsentierte sie am Dienstag den Stadträten.

Ein Euro statt 50 Cent

Es sieht wie folgt aus: Das Parken kostet nach den ersten kostenlosen 60 Minuten künftig einen Euro pro Stunde und damit doppelt so viel wie bisher. „Die 50 Cent waren nicht haltbar, denn dann hätte der Tagespreis nur zwei Euro betragen“, erklärte Voigt, die bei dieser Rechnung davon ausgeht, dass alle zwei Stunden ein neues Parkticket gezogen wird, um wiederholt von der kostenlosen Stunde Gebrauch zu machen – analog zu der bislang gern genutzten, aber eigentlich nicht erlaubten Möglichkeit der weiter gedrehten Parkscheibe.

Die Gefahr, dass jemand theoretisch auch stündlich ein neues Parkticket ziehen und somit den ganzen Tag legal ohne zu zahlen in der Altstadt sein Auto abstellen könnte, hält Voigt für gering. „Ich glaube nicht, dass viele Arbeitgeber es gerne sehen, wenn ihre Angestellten jede Stunde vor die Tür springen.“ Die kurzen Wege haben Voigt auch dazu bewogen, von einem progressivem Tarifmodell Abstand zu nehmen und lieber auf einen gleichbleibenden Stundensatz zu setzen.

Für den Durchschnittsparker (2015 wurden auf den gebührenpflichtigen Stellplätzen im Schnitt zwei Stunden bezahlt) wird es trotz Erhöhung nicht teurer, denn er zahlt weiterhin einen Euro für zwei Stunden. Noch günstiger wird‘s, wenn per Handy gezahlt wird. Hier kostet die Stunde nur 80 Cent, zuzüglich allerdings der Servicegebühr des Anbieters. Abgerechnet wird dafür minutengenau. Die Tageshöchstgebühr liegt für am Parkautomaten gelöste Tickets bei sechs Euro, für Handytickets bei fünf Euro.

Tiefgarage für Anwohner

Auch über die Nutzung der Tiefgarage hatte sich Voigt Gedanken gemacht. Ursprünglich sollte diese für Anwohner mit Parkausweis tagsüber tabu sein, was viele Proteste nach sich zog. Als Kompromiss schlug die Wirtschaftsförderin vor, dass Anwohner, die in der Tiefgarage parken wollen, statt 30 künftig 60 Euro pro Jahr für ihren Parkausweis mit entsprechender Berechtigung zahlen.

Im Stadtrat gab es kaum Diskussionsbedarf, die einzelnen Punkte wurden mit großer Mehrheit beschlossen. Eingeführt werden soll das neue Parkraumkonzept voraussichtlich im November. Bis dahin müssen noch die zusätzlich benötigten sieben Parkscheinautomaten besorgt und aufgestellt werden. Vor der Stadtratssitzung hatte der Bauausschuss die dafür nötigen Gelder in Höhe von 45 000 Euro bereits genehmigt.

Christoph Peters

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