Marktrat beschließt Aufstellung eines Bebauungsplanes – Startschuss für offizielle Planung

Neues Wohngebiet auf MTP-Gelände?

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Zur Planskizze: So könnte es entlang der Hochreuther Straße einmal ausschauen: Auf dem jetzigen MTP-Gelände sehen die vorgeschlagenen Entwürfe im Süden eine Handels- und Gewerbefläche vor. Durch die Vorlagerung soll ein „Lärmriegel“ zur Schongauer Straße geschaffen werden – und zwar zu Gunsten des anschließenden Wohngebiets (auf der Skizze rosa eingefärbt). An der Abzweigung Hochreuther Straße / Schongauer Straße wird unter anderem ein Kreisverkehr vorgeschlagen. Auf den nördlichen Freiflächen entlang der Hochreuther Straße sollen Misch- und Gewerbegebiete entstehen. Eventuell könnten dort auch die vom Bauhof benötigten Freiflächen situiert werden. Ebenfalls in der Skizze eingezeichnet ist rechts der Damm des geplanten Regenrückhaltebeckens.

Peißenberg – Entsteht in Peißenberg ein neues städtebauliches Quartier? Gut möglich.

Die Firma MTP-Metalltechnik plant, ihren Standort an der Hochreuther Straße aufzugeben und das Areal als Wohn- und Gewerbegebiet zu vermarkten. Auf Initiative der Gemeinde sollen auf der nördlich angrenzenden Freifläche weitere Misch- und Gewerbegebiete entstehen.

In seiner jüngsten Sitzung gab der Peißenberger Marktrat den Startschuss für das offizielle Planverfahren. Das Gremium beschloss die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal entlang der Hochreuther Straße und billigte die vorgelegte Entwurfskonzeption. Damit ist die rechtliche Basis für eine erste Beteiligungsrunde der Träger öffentlicher Belange (zum Beispiel Fachbehörden wie das Wasserwirtschaftsamt) gelegt. Bislang handelt es sich „nur“ um Vorschläge, die in enger Absprache zwischen dem Architekturbüro Höldrich und der Marktverwaltung konzipiert wurden. „Es sind lediglich erste Gedanken darüber, wie das Gebiet entwickelt werden könnte“, erklärte Peter Höldrich im Marktrat. Für den südlichen Planbereich an der Schongauer Straße sind laut den bisherigen Entwürfen ein Gewerbegebiet und eine Fläche für einen Lebensmittelmarkt vorgesehen. Richtung Norden soll dann ein Wohngebiet mit Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern folgen – „mit relativ kleinen Grundstücken und zu erschwinglichen Preisen“, wie es von Seiten der Planer heißt. Ziel sei es, „ein nicht störendes Nebeneinander zwischen Wohnen und Gewerbe“ auf dem MTP-Gelände zu installieren.

„Durch die Lage des Wohngebiets“, so beschreibt es die Rathausverwaltung, „könnte ein zusammenhängendes Wohngebiet von der Unterbaustraße bis zum geplanten Regenüberlaufbecken dargestellt werden.“

Aber warum will MTP seinen Firmensitz an der Hochreuther Straße aufgeben? Gerüchte gab es schon seit längerer Zeit. Nun bestätigte das Unternehmen, dass es sich baulich „optimieren und verbessern“ möchte. Wie Günter Hauck, MTP-Geschäftsführer für „Grund und Boden“ im Marktrat erklärte, sind die bestehenden Werkshallen für die Bedürfnisse des Betriebs überdimensioniert und die Bausubstanz abbruchreif. Als Firma wolle man jedoch keine Arbeitsplätze – momentan sind es rund 65 – abbauen und weiterhin in Peißenberg bleiben. Über den künftigen Standort könne man öffentlich allerdings noch nichts sagen. Heißer Kandidat dürfte das von der Kommune geplante Gewerbegebiet-Ost sein. Ob es kommt, soll sich demnächst entscheiden. Dem Vernehmen nach soll die Gemeinde mit den Grundeigentümern bezüglich einer Teilfläche der ursprünglich geplanten 16 Hektar Einigkeit erzielt haben.

Für das Plangebiet an der Hochreuther Straße beginnen die verfahrensrechtlichen Mühlen. Unter anderem müssen Boden- und Schallschutzgutachten eingeholt sowie die Aufnahmefähigkeit des Kanalsystems untersucht werden. Wie lange die Genehmigungsplanung dauern wird, ist unklar: „An uns liegt es nicht, sondern an den Behörden. Aber mit zwei Jahre werden wir wohl rechnen müssen“, prognostiziert Hauck.

Von Bernhard Jepsen

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