BRK-Kleidermarkt läuft noch nicht kostendeckend – "Versuchsphase" verlängert

"Schick" braucht mehr Kundschaft

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Sie würde sich über mehr Kundschaft im „Schick“ freuen: BRK-Kleidermarkt-Leiterin Michaela Hartl.

Peißenberg – „Gutes aus zweiter Hand“ lautete das Motto, als der BRK-Kreisverband im Wörth-Zentrum einen Sozial-Kleidermarkt eröffnete.

Der „Schick“ sollte keine verstaubte Kleiderkammer sein, sondern ein boutique-ähnlicher Laden mit Qualitätsware und vielen ehrenamtlichen Helfern. Und das wurde er auch: Zehn Mitarbeiter kümmern sich während der Öffnungszeiten um die Kunden, auch an Kleiderspenden mangelt es nicht. Das 70 Quadratmeter große Lager ist bis zur Decke gefüllt. Dennoch fällt das Zwischenfazit durchwachsen aus: Der Betrieb im „Schick“ läuft derzeit noch nicht kostendeckend.

„Wir brauchen in Anbetracht unserer niedrigen Preise mehr Kunden“, sagt Kleidermarkt-Leiterin Michaela Hartl. Die Tendenz zeige zwar „in die richtige Richtung“, aber mit monatlichen Kundenzahlen zwischen 130 und 240 sei die Resonanz noch zu gering. Dem „Schick“ fehlt es laut Hartl in der etwas versteckten Lage im Marie-Juchacz-Weg 5 an Laufkundschaft. Aber das ist nicht das einzige Problem: „Die zahlungskräftigeren Second-Hand-Kunden haben oft Skrupel, dass sie den Bedürftigen etwas wegnehmen“, hat die Ladenchefin festgestellt. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Konzeptionell ist der „Schick“ auf Basis einer Mischkalkulation aufgebaut. Die etwas betuchtere Kundschaft subventioniert dabei die zahlungsschwächere Klientel. Markenklamotten wie Jeans sind bei entsprechendem Sozialnachweis statt für sechs bereits für drei Euro zu haben. Während der momentan laufenden Aktionswochen purzeln die Preise noch einmal um 50 Prozent: „Wir müssen das Sommerlager räumen. Günstiger einkaufen kann man nicht“, wirbt Hartl für einen Besuch im „Schick“ und fährt fort: „Von den Wörthern sind wir bereits herzlich angenommen, aber ansonsten kommen die Peißenberger noch nicht so, wie wir es uns wünschen würden.“ Auch bei den Kunden des Gabentisches halte sich das Interesse noch in Grenzen. Hartl macht nun per Flyer überörtlich Reklame für den BRK-Kleidermarkt und hofft auf Kundenströme von außen: „Das Einzugsgebiet ist der gesamte Landkreis.“ Sie weiß: „Irgendwann muss das Baby selber laufen.“ Im Klartext heißt das, dass der Kleidermarkt nicht für unbegrenzte Zeit defizitär arbeiten darf. Laut BRK-Kreisgeschäftsführer Hans Eberl hat man sich jedoch „keine Deadline gesetzt“: „Ich sage jetzt auf keinen Fall, wir machen dicht, wenn es bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht läuft.“ Das Projekt würde sich noch in der „Versuchsphase“ befinden. Und man habe beschlossen, den Probezeitraum auf zweieinhalb Jahre zu verlängern. Erst dann könne man sich ein fundiertes Urteil erlauben. „Der Laden wird nächstes Jahr auf alle Fälle geöffnet haben“, beteuert Eberl. Entscheidend für die langfristige Fortführung sei ein erkennbar positiver Trend: „Ich bin nach wie vor optimistisch“, sagt Eberl.

Aktion: Bis Anfang September läuft im „Schick“ ein Sommer-Aktionsprogramm, bei dem die ohnehin schon günstigen Preise für bestimmte Waren noch einmal um 50 Prozent reduziert werden. Das Programm im Überblick: T-Shirt-Aktion (ab sofort bis Montag, 25. Juli), Sommerpulli- und Sweatshirt-Verkauf (Mittwoch, 27. Juli bis Dienstag, 9. August), Damen- und Kinderrock-Verkauf (Donnerstag, 11. bis Dienstag, 23. August) sowie Kleideraktion (Donnerstag, 25. August bis Dienstag, 6. September).

Von Bernhard Jepsen

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