Peißenberger Johanniter verabschieden ihren langjährigen Standortarzt

Ein herzliches "Danke Ernst!"

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Der Peißenberger Johanniter-Ortsverband organisierte für seinen scheidenden Standortarzt Ernst Frohnheiser (Bildmitte in gelb-roter Uniformjacke; re. daneben Florian Simeth) eine launige Abschiedsfeier.

Peißenberg – Ernst Frohnheiser und die Johanniter, das war viele Jahre lang eine enge Verbindung. Wenn man den Standortarzt in Peißenberg auf der Straße traf, dann trug er eigentlich immer die Arbeitsuniform der Rettungshilfe. Gefühlt war Frohnheiser ständig im Einsatz.

Selbst zu den Marktratssitzungen kam das Fraktionsmitglied von CSU/Parteilose häufig im Johanniter-Outfit. Nun aber hat Frohnheiser sein ehrenamtliches Engagement im Dienste der Unfallhilfe beendet, nach 36 Jahren. „Ich trete nicht zurück, weil ich krank bin, die Johanniter nicht mehr unterstützen will oder weil mich der Ortsverband loswerden möchte – das hoffe ich zumindest“, erklärte Frohnheiser bei der launigen Abschiedsfeier, die der Ortsverband zu seinen Ehren organisiert hatte.

Der Chirurg begründete seinen Rückzug vielmehr mit einer „neuen Lebensabschnittsplanung“. Der Pfälzer, der bei den Johannitern trotz langjähriger Eingemeindung immer noch den Status „Bayer auf Probe“ trägt, feierte am 6. August seinen 60. Geburtstag. Für Frohnheiser ein Einschnitt – auch wenn er betont, dass die Weilheimer Chirurgiepraxis natürlich weitergeführt wird: „Ich muss schon noch arbeiten.“ Auch als Notarzt wird er weiter tätig sein – „als Ausgleich zur Praxis“. Aber in den Herbst- und Wintermonaten fast jedes Wochenende als Johanniter-Arzt im Eisstadion zugegen sein? „Das muss nicht mehr sein“, so Frohnheiser.

Seine ehrenamtliche Karriere beim Rettungsdienst begann der Vater eines erwachsenen Sohnes Anfang der 1980-er Jahre: „Ich brauchte einen Erste-Hilfe-Kurs für mein Medizinstudium“, erzählte Frohnheiser. Später folgten Einsätze als Rennarzt beim Formel-1-Rennen in Hockenheim und die ärztliche Betreuung eines Pfadfinderlagers mit 6 000 Leuten. 1998 ging es mit der Familie nach Bayern. Als Frohnheiser in Peißenberg auf Wohnungssuche war, traute er seinen Augen nicht: „Da stand im Rot-Kreuz-Land Bayern ein Johanniter-Auto vor einem Haus. Da hab´ ich natürlich sofort geklingelt.“ Frohnheiser wurde am 27. Februar 2000 offiziell zum Standortarzt gekürt. Seine „prägendsten Erlebnisse“ beim Ortsverband waren die Einsätze während der Fußball-WM 2006 in Deutschland.

In den Reihen der Peißenberger Johanniter war Frohnheiser eine Institution. Bei der Abschiedsfeier wurde ein großes Banner aufgehängt, auf dem in großen Lettern „Danke Ernst!“ stand. „Er war bei allem dabei und war sich für nichts zu schade. Er hat die medizinische Leitung bei Großaufträgen übernommen, ist bei uns aber auch beim Geschäftsstellenbau an der Betonmaschine gestanden“, lobte der Ortsbeauftragte Florian Simeth seinen ehemaligen Standortarzt und betonte: „Er war dem Ortsverband immer treu.“

Zum Abschied wurde Frohnheiser reichlich beschenkt. Von Ulrich-Joachim Müller gab´s unter anderem einen Johanniter-Rucksack: „Sie haben ihr Päckchen getragen. Aber Sie werden die Johanniter nicht los, sondern Sie werden sie weiter auf dem Rücken tragen“, ließ der Johanniter-Regionalvorstand den scheidenden Standortarzt schmunzelnd wissen.

Auch Frohnheiser selbst hatte ebenfalls eine Überraschung parat: Er stellte mit Fon Tamuncho bei der Abschiedsfeier gleich seinen Nachfolger als Standortarzt vor. Der Kameruner lebt schon seit vielen Jahren in Peißenberg und ist der Nachbar von Frohnheiser.

Von Bernhard Jepsen

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