Penzing ist nicht St. Pauli

Ist vielen Frauen im Landkreis ein Dorn im Auge: Das Werbe-Plakat zu einer Penzinger Sommerparty am 1. Juni. Foto: Peters

Der Kiez kommt nach Bayern“, wirbt White Devil-Chef Julian Kalkschmidt für die „Reeperbahn Feeezz“ am Vorabend des Vatertages in Penzing. Doch das Gewerbegebiet ist nicht St. Pauli. Und so sorgt das Eventplakat in Anlehnung an die „Ritze“ im Hamburger Nachtviertel hier für reichlich Aufregung. Aus dem Penzinger Gemeindegebiet soll es schnellstmöglich verschwinden.

Während Veranstalter Julian Kalkschmidt die ganze Aufregung in seiner Heimatgemeinde nicht nachvollziehen kann, steht in der Verwaltung das Telefon einfach nicht mehr still. Und Johannes Steinitz im Ordnungsamt hat alle Hände voll zu tun, die erhitzten Gemüter auf Normaltemperatur zu bringen. Die „Sommerparty“ angekündigte Veranstaltung sei bereits vor Wochen mit den üblichen Auflagen genehmigt worden – allerdings nicht die Plakatierung. Dafür hätte es eines weiteren Antrages bedurft, der aber sei nie eingegangen. In Absprache mit Bürgermeister Johannes Erhard müssten die anzüglichen Plakate nun im Gemeindebereich unverzüglich entfernt werden. Das Plakatmotiv mit den aufgespreizten Frauenbeinen und der Aufschrift „Ficken“ (Party-Likör) sei sexistisch und frauen­feindlich, befinden zahlreiche Frauen aus dem Landkreis. Sie wandten sich umgehend an Landrat Walter Eichner (CSU). Er empfinde das ebenso, lässt der Landkreischef auf Anfrage des KREISBOTEN wissen. Als Chef des Landratsamtes könne er aber weder etwas gegen die Veranstaltung noch gegen die Plakatierung unternehmen. Dafür sei die Gemeinde zuständig. Kalkschmidt versucht derweil die Wogen zu glätten: „Es ist eine ganz normale Sommerparty. Wir achten streng auf den Jugendschutz.“

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