In der Weilheimer Au werden kranke Bäume gefällt

Pilz bringt Eschen in Not

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Das Schadensbild ist eindeutig: Die Farbänderungen weisen auf den bereits abgestorbenen Leittrieb hin.

Weilheim – Spaziergänger und Radler, die an diesen heißen Sommertagen ein schattiges Plätzchen in der Au aufsuchen, werden sich über Hebebühnen, Baumfällungen und gesperrte Spazierwege wundern.

Die Arbeiten, die in dem beliebten Weilheimer Naherholungsgebiet zur Zeit unter der Regie von Förster Christian Schuller durchgeführt werden, reichen über die üblichen Pflegemaßnahmen hinaus. Ein „neues Problem“ macht dem Auwald zu schaffen: Das Eschentriebsterben. Schuld an dem Übel ist der Schlauchpilz „Hymenoscyphus pseudoalbidus“, der junge Eschenpflanzen rasch zum völligen Absterben bringt und beim Befall älterer Bäume zu einer Verlichtung und Verbuschung der Krone führt. Die erkrankten Kronen brechen leicht ab und werden aus Gründen der Verkehrssicherheit ausgeschnitten. Ist das Stadium der Krankheit weit fortgeschritten, muss die Esche gefällt werden. 

 „Seit Montag dieser Woche“, bestätigte Förster Schuller unserer Zeitung, „sind zwei heimische Unternehmer und zwei Mitarbeiter des Bauhofes damit beschäftigt, vom Pilz befallene Alteschen zu fällen und über die Spazierwege ragende Äste abzusägen.“ Die vier Männer, berichtet Schuller weiter, arbeiten mit Hebebühnen und sorgen dafür, dass die Wege im Umfeld der Aktion für den Durchgang gesperrt werden. In der Weilheimer Au macht die Esche, eine wärmeliebende und wirtschaftlich wie ökologisch bedeutsame Edellaubbaumart, etwa die Hälfte des Waldbestandes aus. Die Krankheitsfolgen können mittelfristige für den Altbestand erheblich sein. 

Um den Fortbestand des Auwaldes, so Schullers Meinung, brauchen sich die Weilheimer aber keine Sorgen machen. Der Forstfachmann geht davon aus, dass andere Baumarten, besonders der Bergahorn, die entstehende Lücke wieder schließen können. „Nachpflanzungen sind nicht nötig, es ist viel Naturverjüngung da“, hat Schuller festgestellt. Außerdem gebe der Markt keine pilzresistenten Eschenpflanzen her. In Bayern wurde das Eschentriebsterben erstmals 2008 wahrgenommen. Zwischenzeitlich hat sich der Pilz, auch „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ genannt, in ganz Bayern und über 20 Ländern Nord-, Ost- und Mitteleuropas flächendeckend ausgebreitet. Experten sind damit beschäftigt, das neue Krankheitsphänomen an der Esche zu erforschen.

Maria Hofstetter

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