Pläne für Marienplatz-Häuser 10 und 12

Gaststätte, Laden und Wohnen

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So soll die Fassade der beiden Häuser 10 und 12 am Marienplatz nach dem Umbau aussehen.

Schongau – Seit dem Erwerb durch die ICB Immobilien Consulting GmbH Anfang des Jahres war es still geworden um die Häuser 10 und 12 am Marienplatz. Am Dienstag beschäftigte sich der Bauausschuss erstmals öffentlich damit, wie der neue Besitzer den sanierungsbedürftigen Gebäuden neues Leben einhauchen will. Eine Modektte wie H&M spielt in den Plänen keine Rolle mehr.

In den vergangenen Monaten war hinter den Kulissen kräftig gearbeitet worden, um den Bauantrag auf den Weg bringen zu können. So habe es mehrere Besprechungen mit der Denkmalschutzbehörde gegeben, berichtete Bauamtsmitarbeiter Michael Wölfle. Diese ist eingebunden, weil die beiden Häuser unter Ensembleschutz stehen.

Im Erdgeschoss soll laut den Plänen des Bauwerbers eine Gaststätte mit vier Gasträumen entstehen, außerdem ein Laden mit rund 100 Quadratmeter Fläche. In den oberen drei Stockwerken sind je fünf Wohnungen zwischen 63 und 107 Quadratmetern geplant. Jene im Dachgeschoss sollen eine Galerie erhalten. Im rückwärtigen Teil der Gebäude werden Balkone und eine Außentreppe angebracht. Problematisch aus Sicht des Ensembleschutzes gestaltete sich das Vorhaben des Antragstellers, auf dem Dach zwei Reihen Gauben zu installieren. Als Kompromiss habe man sich darauf geeinigt, eine Reihe durch Dachliegefenster zu ersetzen, erklärte Wölfle. Um die Stellplatzverordnung zu erfüllen, müssten sieben Parkplätze abgelöst werden. Auf Nachfrage von Stephan Hild (UWV) bestätigte Wölfle, dass der Zugang zu den Wohnungen über die Ballenhausstraße und den Innenhof geplant sei.

"Der hat uns komplett verarscht."

Im Bauausschuss kam die vorgestellte Planung gut an. Die Zustimmung fiel einstimmig. „Ich bin froh, dass es weitergeht“, sagte Bürgermeister Falk Sluyterman. Es sei ein guter Mix aus Gewerbe und Wohnen. Ähnlich äußerte sich Hild. „Wir können froh sein, dass jemand das Objekt in die Hand nimmt“, sagte er. Kein direktes Thema in der Sitzung war die noch vom Vorbesitzer in Aussicht gestellte Ansiedlung einer großen Modekette wie H&M, mit der dieser eigenen Angaben zufolge bereits in aussichtsreichen Verhandlungen gestanden war. Hild: „Der hat uns komplett verarscht.“ Deutliche Worte, die der Bürgermeister zwar so nicht wiederholte, deren Aussage er aber teilte: „So ist das.“

Tatsächlich hatte man auch bei der ICB Consulting GmbH noch einmal geprüft, ob sich der Wunsch nach einem großen Filialisten für die Schongauer Altstadt in den beiden Häusern verwirklichen lasse. „Aber wir haben feststellen müssen, dass es in der Größe eines H&M nicht darstellbar wäre“, erklärt Geschäftsführer Gerd Böckle auf Nachfrage des Kreisboten.

Auch zweites Projekt in der Altstadt ist genehmigt

Begonnen werden soll mit den Umbauarbeiten im kommenden Frühjahr. Gleiches gilt für das zweite Projekt der ICB Consulting GmbH, die mit den Häusern am Marienplatz auch noch ein weiteres Gebäude in der Ballenhausstraße erworben hat. Dieses soll abgerissen und durch einen Neubau mit sechs Wohnungen ersetzt werden. Weil die Stellplätze nicht ausreichen, müssten acht Parkplätze abgelöst werden, sagte Wölfle. Problematisch sah der Stadtbauamtsmitarbeiter auch hier die geplanten beiden Dachfensterreihen mit vier Gauben und vier Liegefenstern. Das letzte Wort in der Sache habe aber sowieso das Landesamt für Denkmalschutz. Einstimmig segnete das Gremium den Bauantrag ab.

Christoph Peters

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