Podiumsdiskussion mit Peißenbergs Bürgermeisterkandidaten

Kandidatencheck vor vollem Haus

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Bei der Podiumsdiskussion gab es keinen „Gewinner“. V.li.: Hans Streicher, Petra Maier, Tagblatt-Redakteur Magnus Reitinger, Manuela Vanni und Stefan Rießenberger.

Peißenberg – Überraschend wenig Konfrontation aber ein unterhaltsames Frage-Antwort-Spiel mit persönlichen Einblicken bot die Podiumsdiskussion mit den vier Bürgermeisterkandidaten, zu der das Weilheimer Tagblatt am Sonntag eingeladen hatte.

Die von Tagblatt-Redakteur Magnus Reitinger schlagfertig und souverän moderierte Veranstaltung im Gasthof „Zur Post“ stieß auf großes Interesse. Zwei Stunden bevor die Kandidaten auf der Saalbühne Platz nahmen, sicherten sich erste Besucher die Tische. Trotz großer Resonanz zeigte die Diskussion auch, dass der Wahlkampf im Markt inhaltlich nicht recht auf Touren kommt. Themen, über die man kontrovers debattieren könnte, wie Gemeindewerke, Finanzen, Transparenz, scheinen in der öffentlichen Wahrnehmung nicht so eine große Rolle zu spielen wie vor sechs Jahren die Streitereien um die „Kinderhilfe“ oder die Proteste gegen eine gemeinsame Stromnetzgesellschaft mit Eon.

Für Bürgermeisterin Manuela Vannis Herausforderer macht es die Wahlkampfführung nicht leichter. Kritische Nachfragen aus dem Publikum gab es nicht. Auf dem Podium verzichteten die Kandidaten auf Wahlkampfgetöse und Verbalattacken: Amtsinhaberin Vanni (Peißenberger Liste) plauderte locker, dass ihre erste Liebe aus Peißenberg kam, Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung) beschrieb sich als „kollegial, stur, ortsverbunden“, Hans Streicher (SPD) verwies auf seine Integrationsfähigkeit und Petra Maier (CSU/ Parteilose) charakterisierte sich als „fleißig, konstant, zuverlässig“ und stellte fest: „Soviel gestritten wird im Gemeinderat gar nicht, wie immer behauptet wird.“ Etwas rauer im Umgangston wurde es, als die Kandidaten zur Wirtschaftspolitik befragt wurden. Streicher sprach sich deutlich für das geplante „Gewerbegebiet-Ost“ aus: „Wir brauchen es. Es gibt ständig Nachfrage, wir können derzeit keine Grundstücke anbieten.“ 

Vanni warf Streicher vor, Verhandlungen mit den Grundeigentümern früh publik gemacht und damit verzögert zu haben. Vanni konterte, dass weitere Gespräche stattgefunden hätten, was Maier nicht bestätigen wollte: „Beim Bauernstammtisch hat sich das ganz anders angehört.“ 

Maier ist bei der Ausweisung neuer Gewerbeflächen eher skeptisch: „Wir sollten das Pferd nicht von hinten aufzäumen. Erst muss geprüft werden, ob Bedarf besteht.“ Vanni widersprach: „So rum darf man’s genau nicht machen.“ Firmen würden kurzfristig planen und nicht warten, bis ein Gewerbegrundstück erschlossen sei. Beim Ausweisen neuer Flächen gehe es nicht so sehr um die Gewerbesteuer, sondern um zusätzliche Arbeitsplätze: „Unsere Einnahmen aus der Einkommensteuer sind inzwischen höher als die aus der Gewerbesteuer“, so Vanni.

Zitate: 

„Ich kann Bürgermeisterin, das habe ich sechs Jahre bewiesen.“ (Manuela Vanni) 

„Zur Zeit versuchen wir, zusammenzuarbeiten.“ (Vanni über ihr Verhältnis zu Vize-Rathauschef Hans Streicher)„Alleinherrschaft ist bei beiden Ämtern nicht gegeben.“(Petra Maier auf die Frage, ob ihr Amt als TSV-Präsidentin oder der Bürgermeisterposten einflussreicher ist). 

„Da sehe ich schwarz.“ (Maier zum Thema, ob Peißenberg energieautark werden kann)

„Ein Verkehrskreisel am Rigi-Center würde Sinn machen.“ (Hans Streicher) 

„Das Verhältnis des Bürgermeisters zum Gemeinderat“ (würde Streicher im Falle eines Wahlerfolgs als erstes ändern)

„Wir werden aus der Ortsdurchfahrt keine Fußgängerzone machen können.“ (Stefan Rießenbergers Kritik an den Straßenumgestaltungsplänen)

„Ein Freizeittreff für alle Generationen auf der Neuen Bergehalde“ (wäre sein erstes Bauwerk, wenn Geld keine Rolle spielte).

Von Bernhard Jepsen

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