Neue Ausstellung des Kunstforums im Weilheimer Stadtmuseum

Künstler setzen kreative Zeichen

Viele Verkehrsschilder bearbeiteten 24 Künstler. Die Ergebnisse sind ab heute im Weilheimer Stadtmuseum zu sehen.

Weilheim – Wirklich freundlich ist das Ortsschild von Ampfing, das im Stadtmuseum hängt, nicht. „A geh! Scho wieder oana!“ klagt es, wenn sich ein interessierter Besucher auf die Fußmatte stellt, die vor ihm liegt. Dann beginnt es mit lautmalerischen Ausführungen des Wortes „Ampfing“.

Im Gegensatz zum modifizierten Ortsschild freuen sich die Mitglieder des Weilheimer Kunstforums auf jeden einzelnen Besucher der Ausstellung „Poesie der Schilder“, die am heutigen Samstag um 11 Uhr im Stadttheater eröffnet wird. 

Die Schilder wurden von der Firma Bremicker zur Verfügung gestellt. Einige Container voll Verkehrszeichen, die nicht mehr benötigt werden, organisierte das Weilheimer Unternehmer bei Bauhöfen. Die Poesie in den Schildern galt es dann in den letzten Wochen für die 24 beteiligten Künstler zu entdecken.

Als Wolf Schindler die Idee zum Projekt vorstellte, waren zunächst nicht alle Künstler begeistert. Vor allem die Vorgabe, 50 Prozent jedes bearbeiteten Schildes beizubehalten, passte vielen nicht. Doch dann kam bei einigen ein wahrer „Schilderrausch“, wie Schindler bei der Vorbereitung der Ausstellung berichtete. Seine Garage leerte sich Schild für Schild, er musste bei Bremicker sogar noch um Nachschub bitten. 

Herausgekommen sind ganz unterschiedliche Exponate. Es wurde zerschnitten, gebogen, gemalt und geklebt, so dass faszinierende Resultate entstanden. Jos Huber beispielsweise lässt einen Motorradfahrer aus einem Schild rasen – deutlicher hätte man das „Ende der Geschwindigkeitsbegrenzung“ kaum ausdrücken können. Aber auch die anderen Künstler haben sich mit ihren Ideen an Kreativität selbst übertroffen. Ein Parkplatzschild wird zum Iglu, ein 60er-Schild steht Kopf und trägt Hüte, Pfeile werden von einem Elektromotor angetrieben, ein Schild wurde zum Mühlespiel. 

Bis 6. April ist die Ausstellung nun zu sehen.

Von Ursula Gnadl

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