Kriminal- und Verkehrsstatistik 2015 zeigt Ausreißer im Straßenverkehr

Weniger Straftaten, mehr Unfälle

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„Die Bürger im Landkreis können sich sicher fühlen.“ Polizeipräsident Robert Kopp stellte in Weilheim im Beisein von Landrätin Andrea Jochner-Weiß den Sicherheitsbericht vor.

Weilheim/Landkreis – Mehr Licht- als Schattenseiten weist die Polizeistatistik 2015 für den Landkreis auf. Weilheim-Schongau ist ein sicheres Pflaster, das ist die gute Botschaft. Ganz anders stellt sich die Situation bei den Verkehrsunfällen dar: So verzeichnete die Polizeiinspektion (PI) Weilheim hier gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg um knapp 13 Prozent (PI Schongau + 9,36 Prozent), was dem höchsten Stand seit zehn Jahren entspricht.

„Wir hoffen, dass 2015 ein Ausreißerjahr war“, kommentierte Landrätin Andrea Jochner-Weiß die Nachricht, als Polizeipräsident Robert Kopp aus Rosenheim Eckdaten aus dem Sicherheitsbericht präsentierte. Die Zahlen des ersten Vierteljahres zeigen jedoch, dass sich die Situation 2016 wohl wieder normalisieren wird.

Nach der Schilderung Kopps waren der G7-Gipfel in Elmau und die Flüchtlingsströme aus den Krisenregionen für das Polizeipräsidium Oberbayern Süd, zu dem auch die Dienststellen in Weilheim, Schongau und Penzberg gehören, „eine besondere Herausforderung“.

Die Kriminalitätsrate bewegte sich im Landkreis auf einem niedrigen Niveau, stellte der Polizeichef fest. Die Straftaten gingen von 2014 (4 767) auf 2015 (4 600) um 3,5 Prozent zurück. Gemessen an der Häufigkeitszahl (Anzahl der Vorfälle je 100 000 Einwohner) lag Weilheim-Schongau mit 3 488 im Vergleich zu Oberbayern Süd (4 150) damit weit unter dem Durchschnitt. Kopp strich in diesem Zusammenhang besonders die hohe Aufklärungsquote heraus: Zwei von drei Fällen (8,5 Prozent mehr als 2014) wurden von den Ermittlern aufgedeckt. „Etwas mehr als jede 20. Tat“ (ohne ausländerrechtliche Verstöße) wurden von Zuwanderern verübt, wobei hier laut Polizeipräsident deutlich differenziert werden muss. Der Großteil dieser Personengruppe verhielt sich gesetzeskonform, die meisten Delikte wurden zwischen den verschiedenen ausländischen Nationalitäten in den beengten Gemeinschaftsunterkünften begangen.

Roheitsdelikte, zu denen auch Körperverletzungen zählen, wurden fast vollständig aufgeklärt. „Neun von zehn Tätern“, berichtete Kopp, „wurden erwischt“. Bei Sachbeschädigungsanzeigen wurde bei jeder vierten Straftat der Täter ermittelt. Wie in den Vorjahren schon wurden die Straftaten überwiegend von Männern begangen.

Als erfreulich bezeichnete der Polizeipräsident den Rückgang bei den Wohnungseinbruchs-Diebstählen um 37,7 Prozent (2015: 43, 2014: 69 Fälle) und im Bereich der Straßenkriminalität um knapp 29 Prozent (221 Fälle). Allerdings nahmen die gefährlichen und schweren Körperverletzungen im öffentlichen Raum – auf Straßen, Wegen und Plätzen – zu.

Im Bereich der Gewaltkriminalität wurden 126 Delikte begangen, das sind 15 Straftaten mehr als in 2014. Ein knappes Viertel der Tatverdächtigen, führte Kopp aus, waren 21 Jahre und jünger (2014: 30,5 Prozent). Hier wirkte sich die präventive Arbeit der Polizei positiv aus. Bei Gewalttaten war häufig Alkohol im Spiel. Sexualstraftaten, wozu auch die „Beleidigung auf sexueller Basis“ zählt, wurden in 31 Fällen (40) aktenkundig.

Trotz der positiven Bilanz mit weniger Delikten und höheren Aufklärungsquoten beobachtet Kopp, dass das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung abgenommen hat. „Die Schere zwischen objektiver und gefühlter Sicherheit geht auseinander“, so Kopp. Dazu würden auch haltlose Gerüchte über Asylbewerber beitragen.

Hauptursachen bei den Verkehrsunfällen waren Alkohol und überhöhte Geschwindigkeiten, nach Unfällen machen sich immer mehr beteiligte Fahrer aus dem Staub.

Wie der Polizeichef ankündigte, werden die Beamten die Haus- und Wohnungseinbrüche im Blick behalten und auf den Straßen verstärkt kontrollieren, um den Alkohol- und Geschwindigkeitssündern auf die Spur zu kommen. An die Bevölkerung appellierte Kopp, verdächtige Wahrnehmungen unter der kostenlosen Notrufnummer 110 zu melden. Straftaten könnten unter Mithilfe von Zeugen schneller aufgeklärt werden. „Stellen Sie sich zur Verfügung“, appellierte Kopp.

Von Maria Hofstetter

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