Vom 1. bis 3. Juli gastieren junge Interpreten und internationale Musikgrößen in Polling

Ein Musikfest für alle Sinne

+
Veranstalterin Birgit Chlupacek; Gerold Huber, künstlerischer Leiter; Susanne Lengger, Tourismusverband; Wolfgang Wohner, Geschäftsführer „HK-Classics“ und Bürgermeisterin Felicitas Betz (v.li.) vor einem „Mercedes SL 300“ von „HK Engineering“.

Polling – „Es genügt nicht, 1250 Jahre Geschichte zu konservieren, Kultur muss sich weiter bewegen und verändern.“ Mit diesem Statement begründete Bürgermeisterin Felicitas Betz das Konzept der „Pollinger Tage Alter und Neuer Musik“. Vom 1. bis 3. Juli wollen die „KLANGWORK Pegasus Konzerte“ als Veranstalter mit Kammermusik, Lesungen, einem Familien- und Kinderprogramm sowie Ausstellungen, Führungen und gastronomischen Angeboten ein „Spielfeld des Genusses“ für Jung und Alt präsentieren.

Susanne Lengger, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Pfaffenwinkel, begrüßte das Festival anlässlich eines Pressetermins als wichtiges Ereignis, um die Besonderheiten des Pfaffenwinkels zu präsentieren. Der aktuelle Trend nach Ruhe und Stille rücke die Landschaft wieder verstärkt in den Focus des Publikums. Die seit Jahrhunderten als „Kraftorte“ bekannten Klöster und Kirchen übten auch heute noch eine große Anziehungskraft auf Künstler aus, die sich hier niedergelassen haben. Eine Veranstaltung wie die Musiktage seien ein wichtiges Element, um die Kulturlandschaft lebendig zu gestalten.

Gerold Huber, international renommierter Pianist und Professor für Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg, übernahm als künstlerischer Leiter des Festivals die Programmauswahl. Sein Ziel war es, in einem kurzen Zeitrahmen eine möglichst große Vielfalt an barocker Musik zu präsentieren und neben etablierten Künstlern auch jungen Interpreten Raum zu geben. „Es ist ein großes Glück, die Veranstaltung in Polling aufführen zu können“, freute sich Huber. Zum einen sei es schwierig, für vergleichbare Events in Großstadtnähe genügend Besucher zu gewinnen, da dort die Konkurrenz der etablierten Einrichtungen zu groß sei, zum anderen bilde der Bibliothekssaal mit seiner hervorragenden Akustik und Architektur den optimalen Rahmen.

Das Programm 

Mit dem Eröffnungskonzert am Freitag, 1. Juli, lassen die Brüder Nicolai und Alexej Gerassimez (Piano und Percussion) unter dem Titel „Hammer trifft Schlägel“ Neue Musik mit Jazz-Elementen zu einem Klanggewitter aufeinander treffen. Das anschließende Nachtkonzert „Vom Ende der Zeit“ bringt Kammermusik mit Texten aus der Apokalypse des Johannes zusammen.

Die Matinee am Samstag, 2. Juli, ist von Vertonungen aus Goethes „Wilhelm Meister“ und einem Einführungsvortrag von Professor Dr. Borchmeyer, Präsident a.D. der Schönen Künste München, geprägt. Am Familiennachmittag werden Lutz Hansemann als Erzähler und Moderator und Gerold Huber am Piano mit der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin die Gäste auf eine Reise an verschiedenste Orte der Welt mitnehmen.

Im Anschluss daran geben die Musikprofessoren Ingolf Turban und Guido Schiefen und junge Meisterschüler Einblick in die musikalische Ausbildung an Violine und Violoncello. Der Familiennachmittag endet mit dem Konzert „Kinderszenen“ von Schumann mit Gerold Huber am Piano und dem Erzähler Lutz Lansemann. Für die gesamte Veranstaltung am Samstagnachmittag ist der Eintritt frei, Spenden für den regionalen Helferkreis „Asyl in Polling“ sind willkommen.

Ein Kammermusikabend unter dem Motto „Kontraste“ und ein Nachtkonzert mit dem Titel „Beethoven pur“ runden das Samstagsprogramm ab. Das Barockensemble des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks bilden mit „Kostbarkeiten des Barock“ den klangvollen Abschluss des Musikprogramms am Sonntag, 3. Juli. Die Konzertveranstaltungen werden in dem von Probst Franziskus Töpsl von 1776 bis 1779 errichteten und wegen seiner hervorragenden Akustik berühmten Bibliothekssaal des ehemaligen Chorherrenstiftes Polling stattfinden.

Der abschließende Brunch im Stil des Barock zum Ausklang des dreitägigen Musikfestes ist in der restaurierten alten Klosterziegelei vorgesehen. Dabei besteht die Möglichkeit, das Oldtimer-Museum der Firma „HK Engineering“ zu besichtigen, die sich der Restaurierung und Pflege der „Mercedes SL 300“ widmet. Hans Kleissl, Begründer und Inhaber des Unternehmens, hat das Areal 2014 erworben und ist dabei, es behutsam zu restaurieren, um es für Veranstaltungen verfügbar zu machen. Der alte Ringofen, der in seiner Art ein seltenes Industriedenkmal darstellt, soll so wieder zu neuem Leben erweckt werden.

Per Shuttle-Bus zum Fest 

Der Regionalverkehr Oberbayern (RVO) und das Weilheimer Autohaus Medele bieten einen Shuttle-Service vom Weilheimer Bahnhof nach Polling an für Besucher, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen.

Tickets beim Kreisboten

Der Kartenvorverkauf für die „Tage Alter und Neuer Musik“ hat bereits begonnen. Tickets gibt es beim Kreisboten Weilheim in der Sparkasse am Marienplatz sowie unter Tel. 0881/686-11 und -12.

Von emh

Meistgelesene Artikel

Weder Erlaubnis noch Sicherung

Wielenbach - Wie wichtig die Kontrolle des gewerblichen Güterverkehrs durch Spezialisten ist, zeigte sich gestern wieder an einem Parkplatz neben der …
Weder Erlaubnis noch Sicherung

Auf frischer Tat ertappt

Schongau/Peiting – Waren da die gleichen Täter am Werk? Am Sonntagabend ist es der Polizei gelungen, einen Einbrecher in Schongau zu verhaften. Seine …
Auf frischer Tat ertappt

Hoher Peißenberg ist Gipfel der Klimaforschung

Hohenpeißenberg– Mit einem Mausklick startete Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vom Hohen Peißenberg aus den Dauerbetrieb der Messstation …
Hoher Peißenberg ist Gipfel der Klimaforschung

Kommentare