Reich bestellten Acker hinterlassen – Bewegender Abschied für Kaplan Pfefferer und Gemeindereferentin Graßl

„Sie haben Spuren hinterlassen“, verabschiedete Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl (Mitte) Marianne Graßl (links) und Kaplan Thomas Pfefferer (rechts). Fotos (6): Müller

Es war ein würdiger Abschied für zwei verdiente Persönlichkeiten und zugleich für beide ein Neubeginn. Während Kaplan Thomas Pfefferer nach zweijähriger Amtszeit in Weilheim die Pfarrstelle im schwäbischen Violau übernimmt, geht Marianne Graßl nach 18 Jahren als Gemeindereferentin und Klinikseel-sorgerin in den Ruhestand.

Es war nicht nur das Patrozinium der Stadtpfarrkirche Mariae Himmelfahrt, das am vergangenen Sonntag so viele Gläubige zusammenführte, sondern die Gelegenheit, zwei Menschen ein herzliches Vergelt’s Gott zu sagen. „Es ist ein Festgottesdienst mit einem weinenden Auge des Abschieds“, formulierte es Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl in dem mit Kräuterbuschen und Blumen reich geschmückten Gotteshaus. Und Danke sagen wollten viele. Eigentlich hatte Marianne Graßl einen Abschied in aller Bescheidenheit gewollt, aber das ließen weder Stadtpfarrer Lindl noch die vielen sozial engagierten Gruppen zu, die mit ihr zusammengearbeitet hatten. „Wir haben hier eine Tasche mit Geschenken, die ist aber noch nicht fertig. Da packen wir jetzt noch mehr für Sie hinein“, eröffnete Lindl den Reigen, den der Familienkreis und Frauenbund, die Nachbarschaftshilfe, Seelsorger am Krankenbett und der Hospizverein fortführten. Alle würdigten sie Graßls bescheidene, liebenswürdige Art und taten sich schwer, ihren Dank in wenige Sätze zu kleiden. „Du warst in all den Jahren ein tragender Brückenpfeiler dieser Gemeinde. Jetzt bist du eingeladen, auf dieser Brücke wieder zurückzugehen zu uns“, lautete bei Marianne Graßls Verabschiedung eine der Danksagungen. Mit einem auf den scheidenden Kaplan Thomas Pfefferer umgemünzten Text nach der Melodie „Muss i denn zum Städtele hinaus“ verabschiedeten die Pfarrgemeinderäte der fünf von Pfefferer betreuten Gemeinden ihren Kaplan. Sie verbanden ihren musikalischen Abschied mit dem Wunsch, dass sein Gewand in der Wallfahrtskirche Violau violett – dem Zeichen eines Monsignores – werde. Stadtpfarrer Dr. Ulrich Lindl würdigte seinen Amtsbruder als „tatkräftigen, jungen Kaplan“ und zitierte die Worte eines Pfarrgemeindemitglieds, das festgestellt hatte: „Seine Stimme werden wir vermissen.“ „Sie und Frau Graßl haben den Acker reich bestellt und viele Spuren hinterlassen“, dankte Lindl unter dem Applaus der Anwesenden. Nach dem Gottesdienst wurde im Gemeindehaus „Miteinander“ bei Blasmusik und Rollbraten vom Grill fröhlich weiter gefeiert. Persönliche Dankesworte hörten die beiden beliebten Persönlichkeiten Graßl und Pfefferer auch hier. „Es waren die Begegnungen, der Kontakt und das Miteinander mit den Menschen dieser Gemeinde, die uns unsere Zeit hier unvergesslich werden lässt“, resümierten Graßl und Pfefferer auf ihre Weise.

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