"Runder Tisch" berät über Betreuungsangebot für Asylbewerber in Peißenberg

Netzwerk für Flüchtlinge

Peißenberg – Der Staat kommt zwar für die Unterbringung auf, doch was die Betreuung von Asylbewerbern anbelangt, ist vor allem eines gefragt: Ehrenamtliches Engagement. 

Um die Integration der Flüchtlinge zu erleichtern und ein entsprechendes Hilfswerk aufzubauen, haben die Gemeinde und Pfarrer Dr. Rainer Mogk vor Kurzem zu einem „Runden Tisch“ ins evangelische Pfarrheim eingeladen.

Vertreten waren unter anderem das Schülercoaching, der Weilheimer Unterstützerkreis „Asyl“, das Wörther Bürgerbüro und örtliche Schulen. Das Fazit des Treffens: Es soll für die in Peißenberg einquartierten Asylbewerber möglichst schnell ein umfassendes Angebot an Deutsch-Kursen organisiert werden.

„Die Sprache ist der Hauptschlüssel für eine erfolgreiche Integration“, glaubt Pfarrer Mogk. Andere Aufgabengebiete, die von ehrenamtlichen Helfern übernommen werden könnten, müssten sich hingegen im Laufe der Zeit erst noch herauskristallisieren. „Wir stehen vor der Schwierigkeit, dass wir zunächst herausfinden müssen, was die Flüchtlinge konkret brauchen“, sagt Mogk. Bürgermeisterin Manuela Vanni spricht von Begleitungen bei Arztbesuchen und Behördengängen, aber auch von „ganz banalen Dingen des Alltags“ wie Erklärungen zum Mülltrennsystem. Die Rathauschefin kann nicht nachvollziehen, dass sich der Staat bei der Betreuung der Flüchtlinge mehr oder weniger aus der Verantwortung zieht: „Da lässt man uns ziemlich alleine“, kritisiert Vanni und nennt ein Beispiel: „Wenn die Asylbewerber anerkannt werden, dann müssen sie sich ganz schnell eine eigene Wohnung suchen. Aber dabei hilft ihnen niemand.“

Die Bürgermeisterin rechnet damit, dass bis zu 30 neue Asylbewerber in den nächsten Wochen in Peißenberg eintreffen werden. Rund 20 überwiegend aus Syrien und Afrika stammende Flüchtlinge sind bereits in der Marktgemeinde einquartiert – unter anderem in einem Gebäude an der Sulz. Vanni hat hinsichtlich der Integrationsbereitschaft der Peißenberger jedoch keinerlei Bedenken: „Da wird es keine Probleme geben. Bislang hat es überhaupt noch keine Beschwerden von Anwohnern gegeben – auch aus der Gümbelstraße nicht.“ Wie bereits berichtet, soll dort ein leerstehender Wohnblock sukzessive mit Asylbewerbern belegt werden. 

Wer sich ehrenamtlich in der Betreuung von Asylbewerbern engagieren will, kann sich an die E-Mail-Adresse asyl@peissenberg-evangelisch.de wenden. Gesucht werden vor allem Freiwillige, die den Asylbewerbern privaten Deutsch-Unterricht geben wollen.

Von Bernhard Jepsen

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