Saufen bis zum Umfallen – Alkoholkonsum unter Jugendlichen nimmt weiter zu

Das Trinken bis zur Bewusstlosigkeit ist unter Jugendlichen nach wie vor ein großes Problem. Foto: Privat

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KREISBOTE; Landkreis – Auch wenn Minderjährige insgesamt weniger trinken, rauchen und kiffen als noch vor einigen Jahren, bleibt das Trinken bis zur Bewusstlosigkeit ein großes Problem – auch im Landkreis Weilheim-Schongau. Das bestätigte der jetzt vorgestellte Drogen- und Suchtbericht 2011 der Bundesregierung. Danach wurden im Jahr 2009 bundesweit 26 400 Menschen zwischen zehn und 20 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs im Krankenhaus behandelt. Das ist eine Steigerung von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Dieser Trend zeigte sich zunächst auch deutlich im Landkreis Weilheim-Schongau“, bestätigt Christine Lang, Geschäftsführerin des Suchtarbeitskreises. Im Jahr 2009 startete deshalb das Gesundheitsamt im Landratsamt Weilheim-Schongau in Zusammenarbeit mit der Krankenhaus GmbH Weilheim-Schongau und der Psychosozialen Beratungsstelle der Herzogsägmühle mit einem Projekt gegen exzessiven Alkoholmissbrauch von Jugendlichen, angelehnt an das „HaLT-Hart am Limit“-Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit. Mit diesem neuen Projekt werden neben einem breiten präventiven Angebot alkoholisierte Jugendliche und deren Eltern unmittelbar nach der Erstbehandlung im Krankenhaus beraten. Ulrich Demmel und Martin Gerl von der Psychosozialen Beratungsstelle, Reinhold Socher von der Krankenhaus GmbH, Christine Lang und Dr. Karl Breu erörterten kürzlich die bisherigen Ergebnisse. Während nach Zahlen der Deutschen Angestellten Krankenkasse (DAK) pro 100 000 Einwohner unter 20 Jahren in Deutschland durchschnittlich 180 Jugendliche im Jahr 2009 wegen übermäßigem Alkoholkonsums stationär in den Krankenhäusern aufgenommen wurden, waren dies laut Socher im selben Jahr im Landkreis „nur“ 49 Jugendliche. Insgesamt gingen die Fallzahlen von stationären Aufnahmen alkoholisierter Jugendlicher von 66 im Jahr 2007 auf 49 im Jahr 2010 zurück. 2009 hatten die Mädchen noch einen Anteil von 51 Prozent – dieser ging 2010 auf 34,7 Prozent zurück. Unabhängig davon wurden die Präventionsangebote im Landkreis Weilheim-Schongau intesiviert durch das Projekt „Wir geben Halt“. Dort wurden in den vergangenen zwei Jahren bei 150 Veranstaltungen an Schulen, in Vereinen, Gaststätten, Handel und Gewerbe bisher 5 000 Personen erreicht. „Bereits nach zwei Jahren zeigen sich Erfolge, die wir im kommenden Jahr fortführen wollen“, kündigt Breu an.

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