Event in der Schongauer Altstadt lockt viele Besucher

Schaurig-schöne Hexennacht

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Gruselig geschminkt und passend zur Hexennacht verkleidet waren viele Kinder, die am Freitag in der Schongauer Altstadt von Geschäft zu Geschäft zogen.

Schongau – „Das Wetter hat gepasst, die Stimmung war gut, wir sind voll zufrieden“. Auf wenige Worte reduziert waren das gut vier Stunden Hexennacht vom vergangenen Freitag in Schongau aus dem Mund von Franz Köpf. Der Chef der Werbegemeinschaft zeigte sich erfreut über den Anklang, den die diesjährige Hexennacht bei Bürgern wie Gästen gefunden hat. Dabei konzentrierte sich das Geschehen vor allem rund um den Schongauer Marienplatz, es gab Live-Musik, Tanzvorführungen und Stadtführungen sowie ein Kinderprogramm. Auch an die Schongauer Hexen, die vor 400 Jahren den Tod fanden, wurde erinnert.

Muffins mit Gesicht oder Amerikaner mit einem Spinnennetz verziert verschwanden in den Mündern verkleideter Kinder. Es gab kleine Hexen und Vampire, Filmfiguren mit Maske liefen ebenso umher wie kreativ gewandete Familien, deren Frisuren und blasse Gesichter verrieten, dass es um etwas besonderes ging: Hexennacht in Schongau. In Anlehnung an das amerikanische Halloween-Fest hatte sich auch die Schongauer Altstadt für das Event gerüstet. Und während die Kinder vor allem auf der Süßigkeitenseite auf ihre Kosten kamen, konnten die Erwachsenen bis zehn Uhr abends nach Herzenslust shoppen und einkaufen.

Dass diese Möglichkeit fleißig genutzt wurde, konnte Franz Köpf bestätigen. Der Vorsitzende der Schongauer Werbegemeinschaft blieb gerade einmal Zeit, einige Worte zur Eröffnung der Hexennacht zu verkünden, dann rief ihn die Arbeit ins Geschäft zurück. Und hielt ihn dort fest bis Ladenschluss. Auch die Apotheken, sonst eher nicht das klassische Einkaufsziel, hatten ihre Pforten geöffnet, lockten die Besucher mit magischen Elixieren und schönen Verkleidungen. Für die Kinder hatte man sich eine Hexenjagd ausgedacht, um an die begehrten Süßigkeiten zu kommen. So galt es, die in den Schaufenstern versteckten Hexen zu zählen und auf einer Teilnahmekarte einzutragen.

Der Großteil des Geschehens spielte sich am Marienplatz ab, in die Nebenstraßen war deutlich weniger los. Das dürfte auch daran gelegen haben, dass nicht alle Geschäftsinhaber geöffnet hatten.

Nicht zuletzt die Jugend freute sich, dass mal wieder was los war in der Altstadt. Würden sie sonst zum Einkaufen nach Kaufbeuren oder sogar München fahren, könne man jetzt auch Schongau wieder was erleben, fanden Laila, Dilan, Shirin und Dilek, die an diesem Abend lange am Marienplatz ausharrten und den Live-Bands zuhörten, die für Unterhaltung sorgten.

Ohnehin haben alle Beteiligten aus den Erfahrungen des vergangenen Jahres gelernt, nicht nur was die Verpflegung anging. Es gab ein ansprechendes Programm für die Kinder, die sich schminken lassen und selber basteln konnten, sogar eine Stadtführung gab es eigens für sie. In der Stadtbücherei war etwas geboten wie auch im Museum und sogar an einem, sonst eher abgelegenen Ort, im Klosterhof. Dort erinnerte Bettina Buresch an die 63 Frauen, die zwischen 1589 und 92 Opfer der Hexenprozesse in Schongau wurden.

Kürbisse in Reih und Glied: 25 Schnitz-Kunstwerke rangen beim Wettbewerb um die Gunst der Juroren.

Ein besonderes Highlight war natürlich die Kürbisprämierung. Insgesamt 25 teils wunderschön geschnitzte Gesichter belebten den Stadtbrunnen bei der Aktion von „Schongau belebt“. Als gelungenste Schnitzereien wurden ein Punker und ein kunstvoll verziertes Gesicht ausgezeichnet. Das schwerste Exemplar schob Franz Kuisel aus Altenstadt auf einer Schubkarre heran. Der atlantische Riese war über 80 Kilogramm schwer und kam auf einen stolzen Umfang von zwei Metern.

Oliver Sommer

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