Schock für die Badegäste: Sprungturm im Dietlhofer See gekentert

Mit dem Schrecken davon gekommen sind am Dienstag-nachmittag etwa 50 Badegäste am Dietlhofer See: Sie tummelten sich auf der Badeinsel, die sich aus bisher noch ungeklärtem Grund um die eigene Achse drehte. Die Polizeiinspektion (PI) Weilheim ermittelt nun, ob die Badeinsel ordnungsgemäß befestigt war oder ob Jugendliche die vier mal sieben Meter große Plattform absichtlich zum Kentern brachten. Letzteres zumindest wollen Zeugen beobachtet haben.

Wie die Polizei berichtet, ist die knapp vier Tonnen schwere Bade- insel, auf der sich zwei Sprungtürme befinden, gegen 17 Uhr in Zeitlupentempo in Schieflage geraten. Die Badegäste waren gezwungen, ins Wasser zu springen. Die Freunde und Angehörigen am Ufer, die den Vorfall beobachteten, alarmierten sofort die Polizei. Diese befürchtete, dass manche Schwimmer unter der Insel eingeklemmt sein könnten. Deshalb kamen sieben Rettungstaucher der Feuerwehr Wolfratshausen zur Hilfe. Glücklicherweise konnten sich aber alle Badegäste unverletzt ans Ufer retten. Einige Zeugen wollen beobachtet haben, dass Jugendliche die Insel zuerst zum Wippen und dann zum Kentern brachten. Diesem Hinweis geht nun die PI Weilheim nach. „Es laufen Vorermittlungen, ob schuldhaftes Verhalten vorliegt“, bestätigt Polizeisprecher Klaus Schürgers. „Es ist mehr als unvernünftig, wenn versucht wird, die Badeinsel zum Kippen zu bringen“, ärgert sich Reiner Socher, Vorsitzender der Wasserwacht Weilheim. Kritische Stimmen, die Wasserwacht hätte vor dem Unglück vor Ort sein müssen, um dieses zu verhindern, weist Socher entschieden zurück: „Das ist ein öffentlicher Badesee, kein Freibad. Es ist die Vernunft der Leute gefragt.“ Zudem prüft die Polizei, ob die Stadt Weilheim die Plattform ordnungsgemäß verankert hat. Das ist laut Stadtbaumeister Wolfgang Frank geschehen. Eine zusätzliche TÜV-Abnahme sei für die Stadt nicht notwendig gewesen, da sich eine baugleiche Badeinsel seit 1993 ohne Zwischenfälle im Staffelsee befinde. Die etwa 27000 Euro teure Plattform ist mittlerweile an Land. 27 Feuerwehrmänner Weilheims und zwölf Floriansjünger aus Wolfratshausen haben sie mithilfe von Luftkissen in Seitenlage gebracht. Ein Kran hievte sie schließlich ans Ufer. Ob sich auf der im Juni 2008 eingeweihten Plattform jemals wieder Badegäste vergnügen werden, ist bislang noch unklar, erklärt Frank: „Das ist abhängig von den Ermittlungen der Polizei.“

Meistgelesene Artikel

Starker Start ins neue Jahr

Weilheim – Immer öfter kämpfen kleinere Geburtshilfeabteilungen ums Überleben – in der Weilheimer Frauenklinik scheint das nicht der Fall zu sein.
Starker Start ins neue Jahr

Es war einmal...

Region – Geschichten dienen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft und sie regen die Fantasie an. Eine Form des Geschichtenerzählens ist das …
Es war einmal...

"Jede Trasse wird hinterfragt"

Weilheim – 2 582 WeilheimerInnen haben auf den Listen unterschrieben, welche die Bürgerinitiativen (BI) „Heimat 2030“ und „Marnbach-Deutenhausen“ am …
"Jede Trasse wird hinterfragt"

Kommentare