Schongauer Bikepark eröffnet

Kurven, Sprünge und ganz viel Spaß

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Viel Betrieb herrschte am „Aktionstag Bikepark“, den die Jugendreferenten der Stadt organisiert hatten.

Schongau – Er ist Schongaus neueste Attraktion: Auf der Schärflshalde hinter dem Eisstadion öffnete am vergangenen Donnerstag der Bikepark erstmals seine Tore. Geht man nach dem Zuspruch der ersten Tage, scheint sich die Investition der Stadt gelohnt zu haben. Hunderte Biker aus der Region und darüber hinaus nutzten das schöne Wetter, um die insgesamt fünf Strecken einem ersten Test zu unterziehen. Nicht für alle verlief dieser allerdings unfallfrei.

Bürgermeister Falk Sluyterman hatte sich zur Eröffnung des Bikeparks gehörig in Schale geworfen. Der Anblick freilich war durchaus gewöhnungsbedürftig, denn statt seines gewohnten Anzugs trug das Stadtoberhaupt am Donnerstagnachmittag hautenge Radlerkluft und knallgelbe Schuhe. Bevor Sluyterman sich allerdings gemeinsam mit Vertretern aller Stadtratsfraktionen aufs Mountainbike schwang, um sich auf dem Pumptrack ein kleines Duell gegen die Uhr zu liefern, nahm sich der Bürgermeister die Zeit für einen Rückblick auf das Projekt, welches die Stadt mehr als vier Jahre auf Trab gehalten hatte.

Begonnen hatte 2012 alles damit, dass der Bolzplatz an der Marktoberdorfer Straße für das Bauvorhaben Meisenhöfe weichen musste. Beschlossen wurde damals, dass die Stadt das durch den Grundstücksverkauf eingenommene Geld wieder für die Jugend investieren sollte. Doch das erwies sich als gar nicht so einfach, denn sowohl die Suche nach einem Standort für einen neuen Bolzplatz oder Skaterplatz scheiterten immer wieder an den rigiden Lärmvorschriften. Schließlich kam man auf die Idee eines Bikeparks an der Schärflshalde, deren Terrain für eine derartige Anlage wie gemacht schien. Ende 2013 begannen die genauen Planungen, nachdem der Bauausschuss das Projekt mit breiter Mehrheit beschlossen hatte. In der Bevölkerung gab es allerdings auch durchaus kritische Stimmen. Vor allem Anwohner fürchteten den Lärm.

Hauptgrund dafür, dass es bis zur Eröffnung fast drei Jahre dauerte, waren jedoch – neben dem aufwendigen Bebauungsplan-Verfahren – die Finanzen. „Erst 2015 war klar, dass das Projekt durch Leader gefördert wird“, erinnerte Sluyterman. Statt den kompletten Betrag von 195000 Euro musste die Stadt so nur rund die Hälfte der Kosten aus eigener Tasche stemmen. Angesichts der langen Zeit fiel es kaum noch ins Gewicht, dass das nasse Wetter nach dem Spatenstich Anfang April den Zeitplan noch einmal durcheinander wirbelte und es mit einer Eröffnung vor den Sommerferien nichts mehr wurde.

Nur für Profis: Bei den Dirtjumps ist Erfahrung und Können gefragt, denn es geht hoch hinaus.

Umso schöner sei es, dass sich Petrus heute wohlgesonnen zeige, stellte Sluyterman am Donnerstag fest, als er bei strahlendem Sonnenschein das rote Band durchschnitt. „Ich werte das als gutes Omen, dass die Jugend und Fahrradbegeisterten stets viel Spaß mit dem Bikepark haben werden.“ Auch wünschte sich der Rathauschef, dass keine Unfälle passieren. Dafür sei wichtig, dass sich alle an die Regeln und Sicherheitshinweise halten, betonte er. „Es ist eine gefahrenträchtige Sportanlage.“

Das sich derartige Zwischenfälle dennoch nicht vermeiden lassen, zeigte sich bereits am Samstag. Zwei elf- und zwölfjährige Biker stürzten und mussten mit Verletzungen im Gesicht und am Handgelenk ins Krankenhaus gebracht werden. Unfallfrei dagegen gestalteten sich die ersten Fahrversuche von Bürgermeister und Stadträten, was freilich auch am gehörigen Respekt lag, mit dem die Lokalpolitiker ihre Runden im flachen, dafür sehr welligen Pumptrack angingen.

Deutlich mehr Action bot sich tags darauf am Freitag beim „Aktionstag Bikepark“, zu dem die Jugendreferenten geladen hatten. Über 200 Aktive jeder Altersklasse bretterten auf den verschiedenen Kursen nach Herzenslust die Schärflshalde herunter, rasten durch Steilkurven und sprangen teils spektakulär meterweit durch die Lüfte. Vom Profi bis zum Anfänger war dabei alles vertreten. Das Fazit lautete bei allen, die man fragte, gleich: „Super Sache.“ Nur manch einer, der sich nach Atem ringend die Steigung zum Start hinauf quälte, vermisste einen Lift, wie es ihn in anderen Bikeparks gibt. In Schongau hält man es lieber mit dem Motto „Ohne Fleiß, kein Preis“. Dafür eben auch ohne Eintritt, was die Einrichtung an der Schärflshalde zu einem lohnenden Ziel nicht nur für Sportler aus der Region macht, wie sich am Wochenende beobachten ließ.

Christoph Peters

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