Übergangsbau an der Grundschule bezogen

Temporäres Zuhause im Container

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Testsitzen in einem der neuen Klassenzimmer: (vo.) Bürgermeister Falk Sluyterman und Grundschulleiterin Ursula Heitmeier; (hi.) Thomas Ola und Sebastian Dietrich (Stadtbauamt).

Schongau– Am heutigen Dienstag hat auch für die Schongauer Grundschüler wieder der Ernst des Lebens begonnen. Für drei erste, eine dritte und zwei vierte Klassen bot der erste Schultag nach den Sommerferien gleich eine Premiere: Für sie ging es nicht ins altbekannte Schulhaus, sondern in den neu aufgestellten Miet-Container. Schon eine Woche zuvor hatte der Schülerhort Clara Fey mit seinen beiden Gruppen den Bau im Pausenhofbereich zwischen Grund-, Mittelschule und Gymnasium bezogen, der während des Neubaus der Grundschule bis 2019 als temporäres Ausweichquartier dient.

870 000 Euro kostet die Stadt die zweigeschossige Mietanlage, die zuvor erst einmal an einem anderen Schulstandort im Einsatz war und dementsprechend „fast wie neu“ sei, wie Stadtbauamtsmitarbeiter Sebastian Dietrich am Montag bei einem Rundgang betonte. Sie dient bis zur Fertigstellung des Grundschulneubaus – angestrebt ist das Frühjahr 2019 – als Ersatz für den alten Pavillontrakt, der demnächst abgerissen wird. Dort war zuletzt neben mehreren Grundschulklassen auch der Schülerhort Clara Fey der katholischen Jugendfürsorge untergebracht, nachdem dessen ursprünglicher Standort zwischen Grund- und Mittelschule bereits im Frühjahr im Zuge der Umbauarbeiten am Schulzentrum abgerissen worden war.

In den vergangenen Wochen hieß es für Leiterin Manuela Tausch und ihr Team also, erneut alles zusammenzupacken. „Es ist nicht leicht, wenn man in so kurzer Zeit zweimal umziehen muss“, stellte Tausch fest. Aber man sei von Stadt und Hausmeister toll unterstützt worden. Ein Lob, dem sich auch Grundschulleiterin Ursula Heitmeier sofort anschloss, die während der Sommerferien mit ihrem Kollegium ebenfalls tatkräftig mit angepackt hatte. Für die schweren Arbeiten wie den Transport der Möbel hatte die Stadt eine Umzugsfirma beauftragt.

Die beiden Hortgruppen, die aus je 23 Kindern bestehen, haben jeweils einen Raum im Erdgeschoss bezogen. Die übrigen beiden ebenerdigen Räume sowie die weiteren vier im ersten Stock des Mietcontainers dienen der Grundschule als Klassenzimmer. Wobei Bürgermeister Falk Sluyterman das Wort „Container“ gar nicht gerne hört. Lieber spricht er von „Pavillon“, was natürlich besser und vor allem hochwertiger klingt.

Tatsächlich hat man alles dafür getan, dass sich die Kinder in ihrem temporären Zuhause wohl fühlen. Die breiten Gänge und die Räume wirken hell und freundlich, die Luft riecht beim montäglichen Rundgang nicht anders als in einem normalen Schulgebäude auch und sie ist nicht stickig, obwohl die letzten Tage davor ziemlich heiß waren. Damit auch an kalten Tagen die Temperatur stimmt, befinden sich in allen Räumen ausreichend viele Elektroheizungen. Gegen die Sonne schützen im Fall der Fälle Rollos.

Den guten Eindruck, den die Anlage auf den ersten Blick machte, bestätigte auch Heitmeier. Ihre Lehrerkollegen seien regelrecht begeistert gewesen, berichtete sie. „Sie hatten sich das nicht so schön vorgestellt.“ Einen kleinen Kritikpunkt hatte die Schulleiterin dann aber doch. So befinden sich die Garderoben aus Brandschutzgründen in den Klassenzimmern und nicht davor im Gang. Gerade im Winter keine schöne Vorstellung. „Wir versuchen, da noch eine Lösung zu finden“, versprach Dietrich.

Abriss von Block B verzögert sich

Gedulden müssen sich die Grundschüler auch noch, was den Pausenhof angeht. Der ist durch die neue Container-Anlage ziemlich zusammengeschrumpft. Abhilfe sollte eigentlich der für die Sommerferien geplante Abriss des Blocks B schaffen, doch dieser steht immer noch. Schuld sind laut Dietrich Verzögerungen im Vergabeverfahren. „Aktuell hoffen wir, dass es in den Herbstferien klappt“, so der Stadtbauamtsmitarbeiter. Bis dahin dürfte auch der zusätzliche, 15 Quadratmeter große Lager-Container stehen, den sich Tausch gewünscht hat, um diverse Materialien wie Staffeleien unterbringen zu können.

Christoph Peters

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