Kreisheimatpfleger präsentiert Schongauer Historisches Namenbuch

Mehr als Schall und Rauch

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Freuen sich gemeinsam über das nun erschienene „Schongauer Historische Namensbuch“ (v. l.): Dr. Karl Pörnbacher, Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl, Verfasser Helmut Schmidbauer und Verleger Josef Fink.

Schongau – In akribischer und mühevoller Arbeit hat Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer das „Schongauer Historische Namensbuch“ verfasst. Dies wurde unlängst in festlichem Rahmen im Saal des Ballenhauses präsentiert. 

„Hiermit wurde eine wichtige Grundlage für unsere Stadtgeschichte erschaffen“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl anlässlich der Buchpräsentation des „Schongauer Historischen Namenbuchs“. „Historische Namen und Flurnummern“, erklärte Gerbl, „sind ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte“. Doch die Lechstadt, die auf eine facettenreiche Geschichte zurückblicken kann, läuft zunehmend Gefahr, dass historische Namen und Flurnummern in Vergessenheit geraten. Und hier setzt Schmidbauers Buch an. Denn neben den Flurnamen findet der Leser auch Benennungen von öffentlichen Gebäuden, Besitzfestschreibungen, Orte sozialer Einrichtungen und historische Erstnennungen. 

Unverzichtbares Werk

„Das Buch ist keine trockene Abhandlung, sondern lässt sich mit Genuss und Vergnügen lesen“, urteilte Dr. Karl Pörnbacher, der als Festredner geladen war. Es sei ein Buch entstanden, das für die Stadt unverzichtbar sei, sagte Pörnbacher und verwies darauf, dass der Leser fundierte geschichtliche und volkskundliche Erklärungen erhielte, die durch eine beiliegende Karte sowie 75 Abbildungen trefflich ergänzt würden. 

Dabei führte Pörnbacher mehrere Beispiele an. So erfährt der Leser, wenn er unter dem Begriff „Bäder und kneippsche Heilmethoden“ nachschlägt, dass es in Schongau tatsächlich eine Badeanstalt gab, die sich auf solche Anwendungen und Dienstleistungen spezialisiert hatte. Am nördlichen Ende der heutigen Fanschuhstraße führte Johann Baptist Anderl ab dem Ende des 19. Jahrhunderts das Bad, das durch eine Pension und Restauration ergänzt wurde. Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde der Bäderbetrieb eingestellt. Aber noch bis Mitte der 70er Jahr wurde dort eine Gaststätte betrieben. Oder der Kasselturm, dessen Benennung auf den Braumeister Franz Xaver Kassel zurückgeht, der in unmittelbarer Nähe des Turms seit dem 18. Jahrhundert das Kasselbräu betrieb. Und wer hätte gewusst, dass das größte heute in der Stadtmauer befindliche Tor, das Münztor, erst im Jahre 1904 aus der Mauer heraus gebrochen worden war und erst gut 50 Jahre später auf seine heutige Größe erweitert wurde, um eine autogerechte Durchfahrt zu ermöglichen. Auf 204 Seiten birgt das Buch Neuigkeiten und aufschlussreiche Fakten. 

Wie wichtig Namen im Allgemeinen für die Menschheit sind, zeigte der Autor selbst auf und verwies unter anderem auf die Genesis, in der Gott Tag und Nacht benannte. „Namen sind eine wichtige Angelegenheit für die Menschen“, sagte Schmidbauer. Die Frage indes ist, was „historische Namen“ sind. Anhand zahlreicher Beispiele erklärte er dies. So kann der Begriff „Steig“ entweder, wenn mit femininem Artikel versehen, einen Weg meinen, der nach oben führt. Heißt es allerdings „der Steig“, so ist ein nicht befahrbarer Fußweg gemeint. 

Das Buch bietet in umfassender und zugleich sehr anschaulicher Form Heimatgeschichte zum Anfassen und kostet 18 Euro. Dass dieser Preis so niedrig gehalten werden konnte, ist den Sponsoren zu verdanken, ohne die das Werk so nicht hätte entstehen können.                               Von Anton Jungwirt

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