Aus der Schulpflicht entlassen – Freude und Wehmut bei 107 Abiturienten

Einen neuen Rekord verzeichnete das Welfen-Gymnasium in diesem Jahr bei der Verabschiedung der Abiturienten, denn mit 107 wurden so viele Absolventen wie noch nie zuvor in ihr weiteres Leben entlassen. Und auch in diesem Jahr zeigten einige der jungen Leute wieder hervorragende Leistungen.

30 der 107 Abiturienten, so verkündete Schulleiter Dr. Wolfgang Gebler nicht ohne Stolz, hatten beim Gesamtschnitt eine Eins vor dem Komma. „Das macht fast ein drittel aus“, lobte der Direktor. Insgesamt erreichte das Welfen-Gymnasium in diesem Jahr einen Schnitt von 2,4. Einen Traumschnitt von 1,0 erreichte der Schongauer Dennis Klieber. Die nachfolgenden drei Absolventen, die allesamt einen Schnitt von 1,2 schafften, sind Anuschka Socher (Schongau), Andreas Thoma (Altenstadt) und Anja Vogl (Hohenpeißenberg). Es lag ein wenig Wehmut über der Aula, zu der zahlreiche regionale Prominenz, Schüler, Eltern, Verwandte und Freunde gekommen waren. Dr. Wolfgang Gebler ging auf die zeitlichen Verzögerungen ein, die die Schüler brauchten, um von Fachraum zu Fachraum zu gelangen. „Je älter die Schüler, desto länger dauern die Wanderbewegungen“, stellte Gebler fest, der anschließend mit mathematisch-physikalischen Formeln und Ironie den Beweis für den Zeitverlust, der auf das Jahr hochgerechnet immerhin elf Prozent an gesparter Unterrichtszeit ausmacht, herleitete. Die „große Abiturrede“, die Lehrer Wilfried Funke hielt, warf einen Rückblick auf vergangene Jahre und wies sowohl Insiderwissen, das nur die scheidenden Schüler kannten, als auch Lebensweisheiten und gute Tipps für die Zukunft auf. Kritik übte Funke an der Politik, die den Fehler begehe, in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland an der Bildung zu sparen. „Was hat Bestand, ist kostbar, nachhaltig und zukunftsfähig?“, fragte Funke. Die richtige Wahl des Ausbildungs- oder Studienplatzes, den Mut, seine Träume und Ideen zu verfolgen, auch wenn es nicht immer klappt, den Versuch, der Gesellschaft irgendwann etwas zurück zu geben von dem, was sie dem Einzelnen gegeben hat und wieder mehr Muße zu haben. Denn die Muße sei in der modernen Informationsgesellschaft inzwischen in Vergessenheit geraten.

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