Rektor Hans Socher bemängelt fehlende Schutzvorkehrungen

Sicherheitsmängel in der Mittelschule?

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Tief hinunter geht es in der Mittelschule den Treppenschachtöffnungen. Schulleiter Hans Socher fordert deshalb eine zusätzliche Absicherungen mit Seilnetzen.

Peißenberg – Raus aus der provisorischen Containerschule, rein in das frisch sanierte Stammhaus an der Pestalozzistraße: Nach anderthalb Jahren endete für die Peißenberger Josef-Zerhoch-Mittelschule Anfang November die schwierige Zeit der Auslagerung. Das renovierte Schulgebäude ist nun energetisch und baulich auf dem neuesten Stand und bietet alle Voraussetzungen für moderne Unterrichtsformen. Allerdings: Neben der Beseitigung von „betriebstechnischen Kinderkrankheiten“ sieht die Schulleitung noch Nachholbedarf in puncto „Sicherheit“.

Konkret geht es um die bauliche Absicherung des Treppenhauses, das sich samt Kellergeschoss über fünf Ebenen erstreckt und an den Seiten mit tiefen Schachtöffnungen konzipiert ist. Trotz allem hat der kommunale Unfallversicherungsverband das Treppenhaus ohne Beanstandung abgenommen und die Geländerhöhe als ausreichenden Schutz anerkannt. Dieser Expertise folgte denn auch der Gemeinderat bei einer Abstimmung in nicht-öffentlicher Sitzung.

Schulleiter Hans Socher will sich mit dem vorläufigen Veto gegen zusätzliche Sicherungsmaßnahmen allerdings nicht zufriedengeben. Er spricht von einer „moralischen Verpflichtung“, die er als Rektor in diesem Zusammenhang gegenüber den Schülern habe. In einem Gespräch mit der lokalen Tagespresse verweist Socher auf ein „verändertes Schülerpotenzial“, das „verhaltensauffälliger“ und damit auch „weniger berechenbar“ sei. Von den 400 Schülern seien immerhin 25 mit sonderpädagogischem Förderbedarf eingestuft. Erst kürzlich, so berichtet Socher, habe es an der Schule eine Suiziddrohung von einem Mädchen gegeben. Potenzielle Gefahrenquellen wie im Treppenhaus sollten deshalb tunlichst beseitigt werden. „Es geht um die Sicherheit der Schüler. Ich werde in der Sache alle Hebel in Bewegung setzen“, kündigte Socher an.

Im Marktrat reagierte man jedoch äußerst verstimmt auf die Äußerungen des Schulleiters. In der jüngsten Gremiumssitzung verlas CSU/ Parteilose-Fraktionschef Walter Wurzinger „stellvertretend für die Gemeinderäte“ eine Erklärung, worin nochmals explizit auf die Einschätzung des Unfallverbands verwiesen wird. Demnach seien sämtliche sicherheitsrechtlichen Auflagen erfüllt worden.

Vor dem Bericht in der Tagespresse habe zudem ein Ortstermin in der Mittelschule stattgefunden, bei dem Vertreter aller Ratsfraktionen teilgenommen hätten: „Dies zeigt, dass wir uns diesem Thema annehmen und uns das Wohl der Schüler am Herzen liegt, ohne dass wir uns nur auf die baulichen Vorschriften stützen“, führte Wurzinger aus. „Befremdlich“ aus Sicht des Marktrats sei es, „dass trotz des Bemühens und unter den Umständen der vorgelegten Informationen sowie, dass das Treppenhaus in der Vergangenheit schon immer offen war, der Weg über die Presse genommen wurde.“ Um Mehrkosten im Nachgang zu sparen, so kritisierte Wurzinger, hätte die Schulleitung schon bei der Vorplanung, in die sie von Anfang an eingebunden gewesen sei, auf eventuelle Sicherheitsbedenken hinweisen können.

Von Bernhard Jepsen

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