Aus den USA nach Weilheim: Kinder und Jugendliche sind verrückt nach "Rainbow Loom"

Bunter Sommertrend aus Gummi

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Kristin (re.) und Freundin Ronja sind mit bunten Looms, Anhängern und weiteren Utensilien ausgestattet.

Weilheim – Sie sind klein, bunt und aus Gummi - die Rainbow Looms: Der Sommertrend erobert gerade Kinder- und Jugendzimmer. Auch Erwachsene haben den Webspaß für sich entdeckt. Früher knüpfte die Jugend Freundschaftsbänder aus buntem Garn - seit Juli sind alle verrückt nach Rainbow Loom. Die Anfrage ist so groß, dass Weilheimer Geschäfte die Gummis immer wieder nachbestellen müssen.

Bei Familie Culum aus Weilheim herrscht das Rainbow-Loom Fieber. Enya, Arijan und Damian weben und „stricken“ was die Gummis hergeben. Arijan ist stolz auf sein Deutschland-Band. Mit schwarzen, roten und gelben Gummis hat er sich zur Zeit der Fußball-WM das Band selbst gemacht. Mittlerweile hat er über 40 Stück in verschiedensten Farben und Mustern. „Ich mache das mit zwei Stiften, damit kann ich es am besten“, erzählte er und webte an einer neuen Kreation. Auf die Frage, wie er denn auf die Looms gekommen sei, lachte er und erzählte: „Eines Tages kam mein Klassenkamerad mit den Bändern in die Schule. Er erzählte mir, dass er es aus Amerika kennt. Dann wollte ich auch damit anfangen, weil es total cool aussieht.“

Web-Trend aus den USA

Lena Merkl kennt diesen Hype ebenfalls aus den USA. Sie war von Juli bis Oktober 2013 in Phoenix als Aupair tätig. „Da war es grad total modern“, erinnerte sie sich. Ihre Mutter hatte das Start-Set mit Gummis, Häkelnadel und Webrahmen ihrem Bruder geschenkt. „Jetzt geht's ab bei uns zuhause. Wir müssen schon wieder Bänder nachbestellen“, lachte sie.

Es begann mit Reißzwecknadeln 

Der Erfinder der Looms heißt Cheong Choon Ng und lebt in den USA. Der Immigrant aus Malaysien wollte seine Töchter beeindrucken, indem er ihnen schöne Bänder aus Haushaltsgummibändern und Haargummis zaubert. Seine Finger waren aber für die kleinen Gummibänder zu dick. Er versuchte es mit Reißzwecknadeln und einem Webrahmen aus Holz. Der Sommer-Trend war geboren.

Auch Kristin und ihre Freundin Ronja aus Weilheim sind verrückt nach den Rainbow Looms. Bei einem Besuch in Kristins Zimmer sah man, dass hier Profis am Werk sind. Auf ihrem blauen Sofa lagen zwei Setzkästen, worin die Gummis farblich sortiert waren. In zwei Büchern holen sich die neunjährigen Mädchen Tipps, was sie aus den Looms zaubern können. „Es macht mir sehr viel Spaß, da ich mir die Farben selbst aussuchen kann. Einige Armbänder verschenke ich“, erzählte Kristin. Währenddessen häkelt Ronja ein Armband für ihren Cousin, der kommt nämlich in die Schule. „Ich kann Muster einweben oder Anhänger einbauen. Ich lasse meiner Fantasie freien Lauf“, strahlte Ronja. Wenn man den Dreh raus hat, ist es gar nicht schwer, finden die Grundschülerinnen

Mit Hilfe von zwei Gabeln werden auch Tiere, Ringe und Smileys gewebt. Auf „youtube“ gibt es hunderte von Videos, die zeigen, wie das Tiere-weben genau funktioniert. Dann heißt es Geduld haben und üben.

Wenn es geht, suchen die Mädels in Weil­heimer Läden, wo es weiteres Zubehör für ihr neues Hobby gibt. Das Kaufhaus Rid und das Schreibwarengeschäft Stöppel kommen mit der Bestellung kaum hinterher, so schnell ist der neue Vorrat wieder weg. „Jeden Tag kommen Kinder und schauen, was es Neues gibt. Es gibt immer mehr Zubehör für die Rainbow Looms“, berichtete eine Mitarbeiterin des Kaufhauses Rid.

Sicherheit ist wichtig 

Die Original Rainbow Loom Produkte werden laut der offiziellen Internetseite www.rainbowloom.de laufend TÜV geprüft. Damit soll nachgewiesen werden, dass keinerlei Schadstoffe wie zum Beispiel lösliche Schwermetalle, Organozinnverbindungen oder Weichmacher in den Produkten enthalten sind. „Die Rohstoffe wurden vom Erfinder speziell entwickelt und ausgiebig getestet. Auf Grund seines Wissens und seiner Einstellung zum Thema Sicherheit ist er besonders für das Thema Kindersicherheit sensibilisiert und arbeitete zwei Jahre an der Rezeptur und der Produktion von Rainbow Loom“, heißt es auf der Homepage.

Wie lange der Trend andauern wird, bleibt abzuwarten. Was dann mit den vielen Gummis passiert? Das ist eine andere Frage.

Von Alma Jazbec

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