Neuer Kindergarten soll bis September fertig sein

Spatenstich fürs Haus für Kinder

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Griffen zum Spaten: Robert Thomas (Stadtbauamt), Bürgermeister Falk Sluyterman, Julian Hörbrand (Haseitl) und Architekt Siegfried Bommersbach.

Schongau – Während am Schongauer Schulzentrum schon seit längerem die Bagger rollen, ist nun auch auf der anderen Seite der Marktoberdorfer Straße schweres Gerät im Einsatz. Am Montag fand der symbolische Spatenstich für das Haus für Kinder statt. Bis zum September 2017 soll der 3,2 Millionen Euro teure Kindergarten auf dem ehemaligen Gelände der Gärtnerei May fertig sein.

Der Termin am Montagvormittag war ein Schock für Bürgermeister Falk Sluyterman – allerdings nur, was die äußeren Bedingungen anging. Erst am Tag zuvor war das Stadtoberhaupt vom Erholungsurlaub am roten Meer zurückgekehrt. Statt bei heißen 30 Grad in Badehose zum Surfbrett, griff Sluyterman bei eisigen Temperaturen im dicken Wintermantel zum Spaten. Groß überwinden freilich musste sich der Bürgermeister dazu nicht, einen Kindergarten baut schließlich auch eine Stadt wie Schongau nicht alle Tage. „Es ist ein tolles, zukunftsweisendes Projekt“, freute sich Sluyterman. „Ich bin dem Stadtrat dankbar, dass er nach einigen Diskussionen dahinter steht.“

Diese drehten sich vornehmlich um die Kosten – zwei Drittel der Gesamtsumme von 3,2 Millionen Euro muss die Stadt selber stemmen – und nicht um die Frage, ob die Stadt einen weiteren Kindergarten braucht. Dass der Bedarf da sei, darüber habe parteiübergreifend bereits vor der letzten Kommunalwahl Konsens geherrscht, erinnerte der Bürgermeister. „Das stand nicht nur auf dem Wahlkampf-Flyer der SPD.“

Bestätigt in dieser Auffassung wurde man im vergangenen Jahr, als eine in Auftrag gegebene Studie für die kommenden Jahre eine wachsende Nachfrage an Kindergarten- und Krippenplätzen prognostizierte. Gerade Schongau als „Industriestadt im Grünen“, in der 7000 Menschen arbeiten, müsse auf diese Entwicklung reagieren, betonte Sluyterman. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf misst sich an den Betreuungsmöglichkeiten für den Nachwuchs.“

Wenn das neue Haus für Kinder planmäßig im September 2017 eröffnet wird, bietet es mit drei Kindergarten- und einer Krippengruppe Platz für 90 Kinder. Der Zeitplan ist eng getaktet. Aktuell wird die Baustelle eingerichtet und der Untergrund des Geländes so verfestigt, dass es von schweren Lastern befahren werden kann. Im Februar soll die Bohrpfahlgründung erfolgen, die nötig ist, da der Boden erst ab einer Tiefe von vier Metern tragfähig ist. Für März ist die Bodenplatte geplant, damit in den Osterferien mit dem Holzbau begonnen werden kann.

„Bis jetzt ist alles in der Zeit“, gab sich Robert Thomas vom städtischen Bauamt zuversichtlich. Die Firma Haseitl, die mit den ersten Arbeiten betraut ist, habe sogar eine Woche früher beginnen können als ursprünglich geplant. Über den Winter sollen die restlichen Gewerke ausgeschrieben werden. Dass auf dem westlichen Teil des Geländes noch zwei Gewächshäuser der Gärtnerei May stehen, die eigentlich schon längst verschwunden sein müssten, ist übrigens im Moment kein Problem. Der Platz wird laut Architekt Siegfried Bommersbach erst benötigt, wenn die Freianlagen in Angriff genommen werden.

Sanierung im Bestand

Aufmerksam verfolgen wird man den Baufortschritt in den kommenden Monaten im städtischen Kindergarten Regenbogen. Denn mit Fertigstellung soll eine Gruppe von dort in die neue Einrichtung umziehen, um das in die Jahre gekommene Gebäude an der Bahnhofstraße anschließend im Bestand sanieren zu können. Die entsprechenden Pläne, die ebenfalls Bommersbach entworfen hat, liegen bei der Stadt bereits in der Schublade.

Christoph Peters

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