Hoerbiger Antriebstechnik erweitert Werk 1 in Schongau

Spatenstich für Millionen-Projekt

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Griffen zum Spaten: (v. li.) Michael Kosebach (Architekt), Robert Notz (Geschäftsführer Antriebstechnik), Thomas Englmann (Leiter Unternehmensbereich Antriebstechnik), Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman und Projektleiter Norbert Ressle.

Schongau – Das Geschäft brummt bei Hoerbiger. Die Produkte des Automobilzulieferers sind weltweit gefragt. Um die Nachfrage bedienen zu können, erweitert das Unternehmen kräftig am Standort Schongau. Nachdem die entsprechenden Pläne bereits Ende September erstmals präsentiert worden waren, folgte am Donnerstag der symbolische Spatenstich im Werk 1 der Hoerbiger Antriebstechnik GmbH.

Die Stimmung am Donnerstagnachmittag unter den geladenen Gästen war gelöst, was angesichts des Termins wenig verwunderte. Ein Spatenstich gehört schließlich zu den angenehmen Anlässen. So steckte auch in diesem Fall eine erfreuliche Nachricht hinter dem symbolischen Griff zum Arbeitsgerät. Erneut wird die Hoerbiger Antriebstechnik ihre Produktionsfläche vergrößern – um insgesamt 30 Prozent.

Der Zeitplan ist straff: Bis Ende 2017 soll die bestehende Stanzhalle im Werk 1 an der Bernbeurener Straße um einen Anbau mit 870 Quadratmetern erweitert werden. Gleichzeitig entsteht auf der angrenzenden Freifläche eine zusätzliche Produktionshalle mit 1300 Quadratmetern. Zuletzt hatte das Unternehmen vor drei Jahren die Fertigung ausgebaut.

Die Kosten für die Erweiterung liegen bei rund fünf Millionen Euro. Doch dabei soll es nicht bleiben. Insgesamt will Hoerbiger in den nächsten drei Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag in den Ausbau des Werks stecken.

Ermöglicht wird die Investition durch die gut laufenden Geschäfte, denn die Nachfrage nach Produkten des Automobilzulieferers ist groß. „Wir erwarten eine Steigerung des Umsatzes von 46 Prozent in den nächsten drei Jahren“, sagte Thomas Englmann, Leiter des Unternehmensbereichs Antriebstechnik und Mitglied der Konzernleitung. Englmann verwies auf Neuprojekte mit internationalen Kunden, unter anderem aus China.

Im Werk 1 werden Synchro- und Reibsysteme für Getriebe- und Automobilhersteller weltweit produziert. Mit der im eigenen Haus entwickelten Stahl-Umformtechnologie in Verbindung mit Hochleistungsreibbelägen bei Synchronisierungen hat Hoerbiger nach eigenen Angaben „eine herausragende Technologieposition“. Die in Schongau hergestellten Synchro-Baugruppen seien „ein essentieller Bestandteil moderner und leistungsstarker Doppelkupplungssysteme“.

Durch die Investition sieht Englmann den Standort Schongau langfristig gesichert. Schon jetzt sei dieser das Leitwerk im Bereich Antriebstechnik. „Für unsere Mitarbeiter bedeutet das einen sicheren Job.“ Mit dem Ausbau würden zudem weitere Arbeitsplätze geschaffen.

Das nahm Bürgermeister Falk Sluyterman natürlich erfreut zur Kenntnis. Hoerbiger sei ein wichtiges Unternehmen für die Stadt, betonte das Stadtoberhaupt. Nicht nur, weil es die Lebensgrundlage für viele Familien in Schongau und im gesamten Landkreis sei, sondern auch, weil zahlreiche andere Betriebe von ihm profitieren würden.

Sluyterman kam nicht umhin, auch das Thema Gewerbesteuer anzuschneiden, deren überraschend beschlossene Erhöhung Anfang des Jahres für Aufregung gesorgt hatte. Damit Betriebe wie Hoerbiger auch in Zukunft dem Standort Schongau treu bleiben, brauche es vernünftige Hebesätze für ein wirtschaftsfreundliches Klima, betonte er. „Dass hier investiert wird, sehe ich als gutes Zeichen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Zuletzt hatte der Stadtrat bekanntlich einen Teil der Gewerbesteuererhöhung wieder zurückgenommen.

Christoph Peters

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