Spektakuläre Aktion

Alte Uhr am Haken: Das Wandbild ist gerettet

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Fingerspitzengefühl war erforderlich, um die tonnenschwere Last unfallfrei herauszuheben.

Schongau – Lange sah es so aus, als hätte für das Uhr-Wandbild an der Schongauer Grundschulturnhalle das letzte Stündlein geschlagen. Erst in letzter Minute gelang es, die nötigen finanziellen Mittel für die Rettung des Cobi-Reiser-Kunstwerks zusammenzutragen. Blieb noch die bange Frage: Würde die überdimensionale Uhr den geplanten Ausbau überhaupt überstehen?

Normalerweise ist es im Y-Bau der Staufer-Grundschule am Freitagnachmittag totenstill. Denn zu dieser Zeit sind die Schüler, die das Schulhaus während der Woche mit Leben füllen, längst zuhause. Anders am vergangenen Freitag. Da herrschte im ersten Stock reger Betrieb. Rund 20 Männer und Frauen drängten sich an den Fenstern, von denen aus der Schulhof und die gegenüberliegende Turnhalle besonders gut zu sehen waren. Gegen eine Spende hatten sie sich die Logenplätze gesichert, um das anstehende Spektakel aus nächster Nähe verfolgen zu können.

Eine Woche lang hatten die Mitarbeiter der Schongauer Spezialfirma Feiler, die schon die Tierbilder aus den Wänden der Schulpavillons herausgeschnitten hatten, die Rettung des überdimensionalen Uhr-Wandbilds an der Turnhalle vorbereitet. Sie hatten das Dach über dem Mosaik entfernt, die ersten Schnitte in der mehr als ein halbes Jahrhundert alten Mauer gesetzt. Das Mosaik wurde mit Holz verschalt und das Fundament vorbereitet, auf dem das Kunstwerk nur wenige Meter entfernt am Rand des Grundstücks bis zum Wiedereinbau in die neue Schule aufbewahrt werden sollte. Jetzt, an diesem Freitagnachmittag, würde sich zeigen, ob der Plan, das riesige Wandteil heil in einem Stück herauszutrennen, aufginge.

Spektakuläre Aktion: Das Uhrwandbild ist gerettet

Als der Autokran die 19 Tonnen schwere Konstruktion am Haken hatte, erfolgte der letzte Schnitt. Dann war das Wandstück frei. Zentimeterweise hob der Kran es an, bis der Block schließlich gänzlich in der Luft baumelte und den Blick in die entkernte Turnhalle freigab. Bei den Zuschauern im Schulgebäude wich die Anspannung der Erleichterung über die geglückte Rettung. „So etwas sieht man nicht alle Tage“, kommentierte eine glückliche Irmgard Schreiber-Buhl die Aktion.

Für die Grundschullehrerin schloss sich an diesem Tag ein Kreis. Gemeinsam mit ihren Schülern und vielen weiteren Unterstützern hatte sie monatelang für den Erhalt der historischen Cobi-Reiser-Kunstwerke gekämpft. Ein Einsatz mit Happy End im letzten Moment.

Christoph Peters

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