Auf den Spuren der Fledermäuse – Kinder gehen auf Entdeckungsreise am Dietlhofer See

„Die Ohren der Fledermäuse funktionieren wie kleine Satellitenschüsseln“, zeigte Markus Gerum den Kindern, wie die großen Ohrmuscheln Geräusche verstärken. Foto: Gnadl

Ein Mann hält hoch über seinem Kopf ein schwarzes Kästchen, aus welchem eigenartige Geräusche kommen und eine Schar von Kindern folgt ihm, die Augen in den Nachthimmel gerichtet. „Eine Fledermaus ist kein Vogel und auch keine Maus“, begrüßte Markus Gerum die Kinder, die mit ihm am Freitag auf die Suche nach Fledermäusen am Dietlhofer See gingen.

Fast 70 Kinder wollten an der Führung im Rahmen des Weilheimer Ferienprogramms teilnehmen. 40 durften schließlich mit, der Rest kann sich schon auf die nächste „Nacht der Fledermäuse“ freuen. „Etwa 1 100 Fledermausarten gibt es auf der ganzen Welt, 200 von ihnen sind Flughunde“, erklärte der Experte zu Beginn des Abends. Den einheimischen Exemplaren durften die interessierten Kinder und einige ihrer Eltern ab der Abenddämmerung rund um den See nachspüren. Zunächst zeigte der Oberammergauer den jungen Naturforschern mögliche Verstecke. Beispielsweise wurde unter dem Dach der Hütte der Wasserwacht, in deren Holzverschalung und an den Rollokästen nach den Tieren gesucht. Ein klares Indiz, dass hier keine der kleinen Säugetiere wohnen: der fehlende Fledermauskot unter den entsprechenden Stellen. Dennoch musste die Gruppe nicht lange warten, bis sie die ersten Fledermäuse auf der Jagd nach Insekten entdecken konnte. 4 000 bis 6 000 Insekten kann eine Fledermaus pro Nacht vertilgen. Ein Grund mehr, der die Nützlinge schützenswert macht. Tipps gab es auch: Brennholz beispielsweise sollte vor dem Einschüren auf Fledermäuse untersucht werden, die sich im Winterschlaf befinden und nicht jede Ritze an Häusern sollte verschlossen werden, nur so können die Tiere in Spalten den nötigen Unterschlupf finden. Nun kam aber das, was ohne die spezielle Ausrüstung nicht möglich wäre und am meisten beeindruckte: Die „Geheimsprache, die die Fledermäuse erfunden haben“, also ihre Ultraschallrufe, wurden mittels eines Bat-Detektors hörbar gemacht. Ein eigenartiges Knattern war bei einigen Arten zu erkennen, bei anderen klang es wie ein schnell tropfender Wasserhahn. „Bis zu 100 Mal in der Sekunde können Fledermäuse rufen“, erzählte Gerum. Ein geschulter Fledermauskenner könne an den für das Menschenohr hörbar gemachten Geräuschen sogar meist erkennen, um welche Art es sich handle. Abendsegler und Zwergfledermäuse flatterten über den immer mehr in der Dunkelheit versinkenden See. Und sogar zahlreiche Wasserfledermäuse trauten sich so weit an den Uferrand, dass sie nur noch wenige Zentimeter von den Kindern entfernt waren. Wer Lust bekommen hat, selbst einmal auf Tuchfühlung mit den Tierchen zu gehen, kann sich bei Markus Gerum melden, denn er bietet am Freitag, 21. September, von 18.45 bis 20.45 Uhr nochmals eine Führung an. Nähere Infos gibt es auf der Homepage www.naturerlebnis-ammertal.de.

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