Oktoberfest: Stadtkapelle Schongau erstmals seit 25 Jahren wieder dabei – Festwagen mit Steg

Wer alles zum Zug kommt

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Auch im Umzug beim Oktoberfest zu sehen: der Festwagen der Stadtkapelle Schongau mit dem Steg einer Lederhose als Motiv. Das Bild ist beim Umzug zum Feuerwehrjubiläum im Juni auf der unteren Münzstraße aufgenommen worden.

Landkreis – Mit einer Präsenz, wie sie die letzten Jahrzehnte noch nie da war, sind Gruppen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau heuer im Umzug zum Oktoberfest vertreten.

Erstmals seit 25 Jahren ist die Stadtkapelle Schongau wieder als eigene vollständige Formation dabei – zusammen mit einem Festwagen und mit dem Trachtenverein „Schlossbergler“. Einreihen werden sich auch Musiker und Vereine aus Peiting, Hohenpeißenberg, Peißenberg und Weilheim (mit Festwagen) sowie aus Böbing.

Bereits einen Tag vor dem großen Oktoberfestumzug am Sonntag, 18. September, ist die Blaskapelle aus Bernbeuren gefordert. Sie reiht sich beim Einzug der Wies’n-Wirte in den Festzug ein und spielt nachher auch im Zelt beim Zentralen Landwirtschaftsfest (ZLF). Die Blaskapelle hat heuer schon an drei Marschmusikwettbewerben teilgenommen.

Ein Verein sagt ab

Zu der Besonderheit, dass an der Achse von Schongau nach Weilheim jeder Ort beim großen, sieben Kilometer langen Trachten- und Schützenumzug durch München vertreten ist, kommt es in dem Jahr, in dem wegen der drei Attentate im Sommer und insbesondere wegen des Anschlags im Olympia-Einkaufszentrum die Bedenken mit Blick auf Terrorgefahr schwer wiegen. Die Trachtler aus Bernried haben deswegen ihre Teilnahme abgesagt. Sorge um die Sicherheit gibt es auch in anderen mitwirkenden Vereinen. Dies sei bei einer Probe thematisiert worden; den Musikern sei die Teilnahme freigestellt worden, schildert Herbert Humpl, der Vorsitzende bei der Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting. Wenige würden zu Hause bleiben.

Die Knappschaftskapelle bildet zusammen mit den Musikern aus Hohenpeißenberg ein großes Blasorchester, das bei den Mitgliedern des Knappenvereins Peißenberg vorangeht. Diesem gehören ehemalige Bergleute beziehungsweise aktive Mitglieder aus der Marktgemeinde selbst, aber auch aus den früheren Bergwerksorten Hohenpeißenberg und Peiting an. Mit in der Gruppe sind zudem Knappen aus Burgberg im Allgäu.

Nach langer Zeit

Erneut 1991 war es das letzte Mal, dass die Stadtkapelle Schongau beim Oktoberfest-Umzug dabei war. Nach 25 Jahren hat man sich wieder beworben und ist vom Festring München als Veranstalter zusammen mit dem Trachtenverein „Schlossbergler“ genommen worden. Zirka 60 Musikanten sowie 80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Trachtenverein bilden weit hinten unter der Zugnummer 58 von insgesamt 60 Gelisteten eine starke Formation. Dazu gehört auch der Festwagen der Stadtkapelle. Motiv ist der Steg an einer Lederhose. Der Festwagen war bereits 2013 beim Musikfest in Schongau, aber erneut heuer im Juni zum Feuerwehrfest zu sehen. Der überdimensionale Steg ist dabei von – was nur dem Kenner auffällt – künstlichen Blumen gesäumt und stellt vor allem mit den reich geschmückten beiden Tuben einen Blickfang dar. Franz Ressle junior und sein Vater werden vor dem Festwagen, der per Tieflader nach München gelangt, einspannen. Die vier Rösser von der Rasse Süddeutsches Kaltblut werden sie mit dem Pferdeanhänger vom Lech an die Isar bringen.

Die „Schlossbergler“ waren 2009 beim Oktoberfestumzug zusammen mit dem Trachtenverein Rottenbuch dabei, wie Schriftführer Manfred Fichtl und seine Frau Sabine der Chronik entnehmen. Damals wurden beide Vereinsfahnen vorangetragen. Auch hat man damals die Musikkapelle aus Rottenbuch durch Bläser der Stadtkapelle aufgestockt. Als eigenständige Formation ist die Stadtkapelle Schongau heuer jedoch erstmals seit 25 Jahren wieder beim Oktoberfest.

Festring Veranstalter

Veranstalter des Umzuges zum Oktoberfest, der im Bayerischen Fernsehen übertragen wird, ist der Festring München, der zudem die Oide Wies’n organisiert. Dem Beirat dieses Vereins gehören aus dem Landkreis auch Max Bertl aus Wildsteig für den Bayerischen Trachtenverband und Max Kriesmair aus Weilheim als Vertreter des Bayerischen Blasmusikverbandes an. Kriesmair freut sich zweifach. Zum einen darüber, dass es mit der Bewerbung aus Schongau geklappt hat. Und zum anderen darüber, dass so viele Musiker, Trachtler und Knappen aus dem Landkreis Weilheim-Schongau vertreten sind.

Es sei Zufall, dass im gleichen Jahr alle Orte an der Achse zwischen Weilheim und Schongau zum Zug kämen. Alle hätten sich regulär beworben, da laufe nichts über Beziehungen. Ungewöhnlich ist es aber allemal, dass bei diesem Großereignis mit Teilnehmern bis aus Südtirol und Franken in einem Jahr mit Schongau und Peiting zwei große Blaskapellen mitwirken; also aus Ortschaften, die nur drei Kilometer voneinander entfernt sind.

von Johannes Jais

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