Stadtrat bleibt bei Beschluss

Rettung für sechs Tierbilder

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Welche der acht Tierfamilien genau gerettet werden, steht noch nicht fest.

Schongau – Wie geht es weiter mit den Cobi-Reiser-Kunstwerken in der Grundschule? Seit Dienstag steht fest, dass wohl nur sechs der insgesamt zehn Motive vor der Abrissbirne gerettet werden können. Welche der Tiermosaike das sein werden, wird noch entschieden. Für das Wanduhrbild und den Märchengiebel gibt es kein Happy End.

Noch bis Sonntag läuft offiziell die Spendenaktion zur Rettung der Kunstwerke an der Schongauer Grundschule. 11000 Euro waren bis zur Stadtratssitzung am Dienstag zusammengekommen. Da nicht zu erwarten ist, dass die Summe bis zum Fristende noch beträchtlich steigt, stehen damit zusammen mit dem Betrag von 40000 Euro, den die Stadt zugesagt hat, 51000 Euro zur Verfügung. Diese Summe reicht laut Stadtbauamtsmitarbeiter Sebastian Dietrich aus, um sechs der acht Tiermotive zu sichern. Sichern heißt in dem Fall aussägen, restaurieren, lagern und am Neubau der Grundschule wieder einbauen. Genau diese Vorgehensweise hatte der Stadtrat Ende Juni beschlossen.

Weil dadurch aber natürlich einige der zehn Kunstwerke, neben zwei der Tiermosaike das Uhrwandbild und der Märchengiebel, endgültig verloren gehen würden, hatte die Verwaltung noch einen anderen Vorschlag parat. So könnte man die bislang zur Verfügung Summe auch dazu benutzen, alle Motive zu sichern und einzulagern. Da der Neubau erst 2018 fertig wird, könnte dann die Zeit bis dahin genutzt werden, um weitere Spenden zu sammeln, um so den Einbau von möglichst vielen Kunstwerken zu realisieren. Dietrich verwies auf die vom 2. Bürgermeister Tobias Kalbitzer organisierten Versteigerungs-Aktion, die für August geplant ist und auf eine mögliche Förderung durch die Wüstenrot-Stiftung. Diese habe bei einem ähnlichen Projekt 70 Prozent der Kosten übernommen, wies er hin. „Ich weiß, dass das konträr zu unserem Beschluss ist“, räumte Bürgermeister Falk Sluyterman ein. „Aber wenn die Bagger anrücken, ist nichts mehr zu retten.“ Er berichtete, dass es auch schon einen Interessenten gebe, der eines der Tiermosaike kaufen wolle. Der Erlös käme ebenfalls der Rettung weiterer Kunstwerke zugute.

Bei CSU und UWV verfing dies jedoch nicht. Dort beharrte man auf der beschlossenen Kostendeckelung. „Wir können jetzt nicht auf Verdacht alles erhalten. Dann landen wir am Ende vielleicht bei 100000 Euro“, betonte Stephan Hild (UWV). Die Spendenbereitschaft sei eben nicht so groß, dass man damit große Sprünge machen könne. Ins gleiche Horn stieß Michael Eberle (CSU), der allerdings mit dem Vorschlag überraschte, statt der Tiermosaike das Wanduhrbild zu retten. Dies sei nicht der Wunsch der Schüler gewesen, erinnerte ihn das Stadtoberhaupt. „Das sollten wir jetzt nicht aus den Augen verlieren.“

Bei SPD und ALS tendierte man dazu, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen und erst einmal alle Bilder vor der Zerstörung zu bewahren. „Die Chance auf Förderung steht nicht schlecht“, betonte Bettina Buresch (ALS).

Um den Fraktionen Zeit zur Beratung zu geben, unterbrach der Bürgermeister anschließend die Sitzung. Doch da die SPD wegen Urlaub und Krankheit nur mit zwei Stadträten vertreten war, zeichnete sich schon davor ab, dass der Vorschlag der Verwaltung keine Mehrheit finden würde. Tatsächlich wurde dieser mit 8:10 Stimmen abgelehnt. Beschlossen wurde anschließend mit 13:5 Stimmen, mit dem vorhandenen Geld so viele Tiermosaike zu retten wie möglich.

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