Landkreis verleiht zum fünften Mal Wirtschaftspreis – Auszeichnung geht an sieben Betriebe

Profis am Standort Weilheim-Schongau

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Sieben Unternehmen aus dem Landkreis erhielten den Standortprofi als Wertschätzung für ihre „herausragenden Leistungen“ zum Wohle der Region überreicht. Das Foto zeigt die Preisträger (mit Urkunde), teils mit Mitarbeitern, sowie Landrätin, Laudator, Organisatoren und Jurymitglieder. Letztere bekamen zum Dank noch Präsente überreicht.

Weilheim – Der Landkreis hat sieben neue Standortprofis: In einem Festakt wurden die Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen in der Stadthalle mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet.

Erstmalig stellten sich auch Kommunalunternehmen und soziale Einrichtungen dem Wettbewerb, der sich – im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen – nicht an Gewinn und Umsatzzahlen orientiert. Entscheidend sind vielmehr eine nachhaltige Firmenphilosophie und ein überdurchschnittliches gesellschaftliches Engagement. „Kommunalunternehmen sind wichtige Arbeitgeber und übernehmen oft eine Vorbildfunktion“, begründete Justina Eibl, Stabsstellenleiterin für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung, den neuen Vergabemodus. Gemeinsam mit Regionalmanagerin Judith Dangel moderierte sie den Abend.

Landrätin Andrea Jochner- Weiß dankte den Preisträgern, die weit mehr als nur Standards erfüllen würden, für deren Bekennntnis zur Region: „Wir wissen Ihr unternehmerisches Engagement zu schätzen.“

Für Laudator Stefan Zirngibl ist ehrenamtliches Wirken am Standort „wie das Salz in der Suppe“. Der wirtschaftliche Erfolg, stellte der Kreishandwerksmeister heraus, sei nur mit den Mitarbeitern erreichbar, „die für und mit uns arbeiten“ und: „Arbeitsplätze schafft allein der Unternehmer.“ Um den Betrieben Planungssicherheit zu geben, sei die Politik gefordert. „Sicherheit brauchen aber auch die Mitarbeiter“, wandte er sich gegen den Missbrauch von Zeitarbeit. Zusammen mit den bereits ausgezeichneten 42 Betrieben seien die Preisträger „Leuchttürme im Landkreis“ und nachahmenswertes Beispiel.

Nach einjähriger Pause wurden die neuen Standortprofis heuer nach einem aktualisiertem Beurteilungskatalog bewertet. Zwölf Betriebe hatten sich beworben und sieben die geforderten Kriterien in den Themenfeldern Bauen, Energie, Soziale Aspekte/Mitarbeiterorientierung, Grünordnung und Engagement am Standort erfüllt. Die 13 Juroren – laut Eibl allesamt „Experten aus der Region“ – warfen ein besonderes Augenmerk auf die nachhaltige Ausrichtung und das außerbetriebliche Engagement der Teilnehmer.

Das gut gehütete Geheimnis, welche Betriebe den Standortprofi nun ihr Eigen nennen dürfen, wurde am Donnerstag Abend gelüftet. Ab sofort werden wieder Jurymitglieder für die Wahl im nächsten Jahr gesucht.

– Als erster Preisträger wurde die Convotherm Elektrogeräte GmbH vorgestellt, welche mit 300 Mitarbeitern energieeffiziente und ökologische Küchentechnik produziert. Inzwischen gehört die GmbH zu dem amerikanischen Konzern Manitowoc Foodservice. Von dessen Seite wird das Unternehmen gern „das gallische Dorf“ genannt, da der Standort Eglfing „nicht verhandelbar“ sei, wie Regionalmanagerin Judith Dangel in der Vorstellung sagte.

– Um die Qualität ihrer Waren zu sichern, setzt die Metzgerei Filser mit ihren 16 Mitarbeitern auf eigene Produktion. Das bezieht sich auf den Futtermittelanbau, die Aufzucht der Rinder, Ochsen und Bullen sowie auf deren Schlachtung und Verarbeitung. Daher rät auch die Landrätin, in Altenstadt nicht an der Metzgerei vorbei zu fahren, sondern bei Filsers „auf eine gscheite Brotzeit“ zu gehen.

– In der Fliesen-Studio Raffler GmbH in Prem ist sich die Familie einig, dass Qualität und Kundenzufriedenheit ganz im Mittelpunkt stehen. Zudem sind die Rafflers und ihre acht Mitarbeiter von dem ökologischen Baustoff Fliese fest überzeugt. Ihr Betriebs- und Wohngebäude beherbergt inzwischen auch einen kleinen Getränkemarkt, wie lobend erwähnt wurde.

– Die Klinik Höhenried gGmbH der Deutschen Rentenversicherung Bayern in Bernried darf sich über nationale und internationale Anerkennung freuen. Sie konzentriert sich auf die Fachabteilungen Kardiologie, Orthopädie und Psychosomatik und beschäftigt 429 Mitarbeiter.

– Im Kommunalunternehmen Plantsch sind alle 56 Mitarbeiter unbefristet angestellt. Besucher dürfen sich in Schongau über ein Naturschwimmbad, eine 86 Meter-Reifenrutsche mit Rutschzeitmessung und Lichteffekten freuen.

– Die Oberland Werkstätten GmbH in Polling hat 193 Mitarbeiter mit und ohne Behinderung. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Potential von behinderten Menschen zu finden und zu fördern. Zusätzlich stellen sie sich bewusst dem freien Wettbewerb.

– Die Stadtwerke Weilheim wurden von Justina Eibl, Stabsstellenleiterin Wirtschaftsförderung/Kreisentwicklung am Landratsamt Weilheim-Schongau als „Versorger für die Region mit Mission“ vorgestellt. Das Kommunalunternehmen mit 75 Mitarbeitern engagiert sich auch gesellschaftlich. Ein Beispiel dafür ist der SWE-Umweltunterricht an Grundschulen in der Region.

Wen das Bewerbungsverfahren noch nicht zum Ziel geführt hat, der kann sich an die Worte von Jochner-Weiß halten: „Auch kein Drama, dann machen´s nächstes Jahr wieder mit.“

Maria Hofstetter/Sofia Wiethaler

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