Standortprofis Weilheim-Schongau ausgezeichnet

Zehn Neue im Klub

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Die Lebensqualität am Wirtschaftsstandort Weilheim-Schongau aktiv mitgestaltet: Die Preisträger mit Landrätin, Laudator, Organisatorinnen, Jurymitgliedern, Bürgermeistern und weiteren Gästen, die sich zum Gruppenbild einfanden.

Weilheim/Landkreis – Sie erarbeiten für ihre Kunden passgenaue Lösungen, errichten Niedrigenergiehäuser in Holzständer-Bauweise und binden die Bauhölzer im eigenen Betrieb ab. Albert und Josef Mayr engagieren sich auch in der Ortsgemeinschaft. Mit ihrer Zimmerei können sich die Eberfinger Brüder jetzt in den Kreis der Standortprofis einreihen.

41 Betriebe im Landkreis schmücken sich inzwischen mit dieser Auszeichnung, die der Landkreis zum vierten Mal vergeben hat. Von 14 Bewerbern nahmen in der Stadthalle zehn den begehrten Preis entgegen. Schirmherrin Andrea Jochner-Weiß brachte es in der Abschlussveranstaltung auf den Punkt: „Standortprofi“, führte die Landrätin aus, „kann nur werden, wer mehr Einsatz zeigt, als notwendige Auflagen und Bescheide zu erfüllen.“ Verantwortungsvolles, nachhaltiges Handeln und Wirtschaften käme auch den Kommunen und Bürgern zugute. „Ein sicherer Arbeitsplatz stärkt die Seele des Einzelnen“, stellte sie fest. 

Energiewende, demokratischer Wandel, Fachkräftemangel: Das sind für Penzbergs Altbürgermeister Hans Mummert die großen Herausforderungen der Zukunft. Der Laudator machte die „besorgniserregende Entwicklung auf dem Ausbildungsstellenmarkt“ zu seinem zentralen Thema, untermauert mit Zahlen der Weilheimer Arbeitsagentur. Für viele Unternehmen werde die Lehrlingssuche zum harten Brot. „Wenn wir nicht umdenken, wird das fatale Folgen für die Gesellschaft haben“, mahnte Mummert und forderte eine „frühzeitige positive Berufsaufklärung an allen Schulen“. In der öffentlichen Diskussion werde oft vernachlässigt, dass jungen Menschen nicht nur ein Studium, sondern auch das Erlernen eines Ausbildungsberufes vielfältige Zukunftschancen bietet, kritisierte Mummert. Er selbst habe 14-jährig mit einer Werkzeugmacherlehre begonnen und 34 Berufsjahre in der Industrie verbracht: „Die praktische Erfahrung kann nicht allein durch Theorie ersetzt werden“, präzisierte er. Vom Jazzquartett Wandinger beschwingt übergeleitet wechselten sich Justina Eibl, Leiterin Stabsstelle Wirtschaftsförderung, und Regionalmanagerin Lisa Staltmeier bei der Präsentation der Standortprofis ab.

Die Ausgezeichneten 

Gustav Klein GmbH & Co.KG , Schongau: Produktion komplexer Stromversorgungsanlagen. 166 Mitarbeiter (MA) am Standort Schongau. 

K&L Ruppert Stiftung & Co.Handels KG, Weilheim: Textil- und Modehaus mit über 60 Filialen in Süddeutschland. 330 MA (Standort Weilheim). 

Zimmerei­–Holzbau Gebr. Mayr GmbH Eberfing: Biologischer Hausbau, 8 MA. 

Haustechnik Müller, Bernbeuren: Komplettlösungen im Bereich Heizung-Sanitär-Spenglerei. 6 MA. 

Neidhart Heimwerker GmbH & Co. Betriebs KG, Peißenberg: hagebaumarkt in Peißenberg, 38 MA. 

Neumann & Neumann Software u. Beratungs GmbH, Steingaden: 24 MA. 

Roche Diagnostics GmbH, Penzberg: Biotechnologiezentrum, zirka 5 200 MA (Penzb.) 

Metzgerei Josef Schmid GmbH, Penzberg: 7 MA. 

Schotten & Hansen GmbH, Peiting: Manufaktur für hochwertige Dielen, Parkett, exklusives Interieur. 134 MA (Standort Peiting) 

Karosserie und Lack Suchner GmbH, Penzberg: 12 MA.

Organisiert und durchgeführt haben die Aktion die Wirtschaftsförderung und das Regionalmanagement des Landkreises in Zusammenarbeit mit den Kommunen. Ihr Ziel ist die „Forderung und Förderung heimischer Unternehmen“ in den unterschiedlichsten Branchen und unabhängig von ihrer Betriebsgröße, wie es in der Broschüre heißt, die begleitend zu der Awardverleihung erschienen ist. 

Beim Standortprofi zählen nicht harte wirtschaftliche Fakten, sondern die weichen Standortfaktoren und nachhaltiges Wirtschaften. Der Preis wird jährlich maximal zehn Mal vergeben, auf eine Platzierung wird bewusst verzichtet. „Die Jurymitglieder waren wirklich gefordert und haben sich ihre Entscheidung nicht leicht gemacht“, zollte Wirtschaftsförderin Eibl der mit Fachleuten aus der Region besetzten Runde Respekt. 

Die teilnehmenden Unternehmen wurden während des Prozesses von Experten betreut. Bewertet wurde in den fünf Handlungsfeldern Bauen, Umwelt/ Klima/Energie, Grünordnung, Soziale Aspekte und Engagement am Standort. 

Von Maria Hofstetter

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