Peißenbergs CSU nimmt bei Starkbierfest lokale Politiker aufs Korn

Spott von "desaströser Lechkapelle"

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Gruppe mit „desaströser Lechkapelle“: Auch Alexander Dobrindt und Michael Hosse wurden von den Spötteleien der Floriansjünger um Kapellmeister Jürgen Fischer nicht verschont. 

Peißenberg – Ordentlich den Marsch geblasen bekam beim Starkbierfest der Peißenberger CSU die lokale Politprominenz – und zwar von der Hohenfurcher Feuerwehrkapelle. Die „desaströse Lechkapelle“ war das absolute Highlight der traditionellen Veranstaltung.

Die politisch „schwarz angehauchte“ Feuerwehrabordnung las vor allem Landrat Dr. Friedrich Zeller, dem „Peer Steinbrück vom Oberland“, für „sein loses Mundwerk“ die Leviten. Wobei: Mit dessen viel kritisierter Aussage über den Peißenberger Ortsteil Wörth im Zusammenhang mit dem Mietgefälle im Landkreis konnten sich die Musiker sogar anfreunden. Wörth, so wurde gespottet, sei das „Downtown“ von Peißenberg. Dorthin würden alle Imigranten hingeschickt, weil: „Dort steht ja auch Frau Vannis Haus.“ 

Manuela Vanni, die frühere Hohenfurcher Gemeinderäten, die seit 2008 auf dem Chefsessel im Peißenberger Rathaus sitzt, hat nach Meinung der Feuerwehrkapelle keinen bleibenden Eindruck in ihrem ehemaligen Heimatort hinterlassen: „Frau Vanni, wir wünschen Ihnen hier viel Glück, aber bitte kommen Sie nie mehr zurück.“ Auch die eigene Klientel wurde von den Floriansjüngern aufs Korn genommen: Während CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt noch halbwegs glimpflich davonkam und nur für sein Outfit gescholten wurde („Deine Brille lässt du lieber in Peißenberg, die steht nicht mal dem Guttenberg“), traf es den Gastgeber des Abends härter: „Herr Hosse ist der Schönste, Fleißigste, Klügste“, lobte Kapellmeister Jürgen Fischer den Peißenberger CSU-Chef Michael Hosse, das „Aber“ folgte prompt: „Äh, Herr Hosse hat uns gebeten, diesen Standpunkt heute zu vertreten.“ Das Publikum im gut gefüllten Gasthof „Zur Post“ quittierte den Auftritt der Feuerwehrkapelle mit „Zugabe“-Rufen. 

Deutlich ruhiger war es während des Vorprogramms, als unter anderem „Märchenstunde“ angesagt war. In Anlehnung an „Pinocchio“ versuchten sich Ortsverbandsmitglieder an einem hintersinnigen Theaterstück, das sich mit „Peißenberger G’schichterl“ beschäftigte. Im Mittelpunkt stand Marionette „Vannoccia“, die vom Hohenfurcherwald auszog, um Direktorin im Peißenberger „Zirkusrat“ zu werden. 

Den Auftakt zum Stark- bierfest hatten die „Ratschkathl´n“ Heidi Ehle und Hedwig Resch gemacht. Die Da- men plauderten über Machtkämpfe im CSU-Ortsverband („Do schreibt der Herr Fiebig, Gewerbevereinsvorsitzender, an Gott und die Welt einen Brief, dass er der Obermacher von da CSU wern wui.“) und über Zellers „Fettnapferl“: „Verwechselt der doch glatt de Frau vom CSU-Generalsekretär, de Tanja Dobrindt, beim Fest von de Reservisten mit der Bedienung und schafft ihra o, sie soi eahm a Bier bringen.“ Von Bernhard Jepsen

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