Staufer-Grundschule

Alle acht Tierbilder sind gerettet

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Steht eine Schwanfamilie auf dem Flur: eines der acht Tierbilder, kurz nachdem es aus der Wand des Grundschulpavillons heraus gesägt worden ist.

Schongau – In der Vorwoche lief sie an, die Mission zur Rettung der Tierbilder in der Schongauer Staufer-Grundschule. Mit schwerem Gerät begannen Arbeiter der Firma Josef Feiler die Cobi-Reiser-Kunstwerke aus den Wänden der vor dem Abriss stehenden Pavillons zu sägen. Sechs der acht Tiermosaike sollten so vor der Zerstörung bewahrt werden, für diese Anzahl, so hatte es in der letzten Stadtratssitzung Ende Juli geheißen, reiche das Budget. Jetzt konnten überraschenderweise doch alle gerettet werden.

Wer Anfang der Woche durch den Nord- und Südpavillon der Schongauer Grundschule schritt, kam sich ein wenig vor wie an Bord eines ausgedienten Schiffes, das gerade ausgeweidet wird. Aus den Klassenzimmern waren bereits alle Tische und Stühle entfernt worden, in den Fluren lag eine dicke Staubschicht, als sei hier seit Jahren nicht mehr sauber gemacht worden.

Am augenfälligsten jedoch waren die großen rechteckigen Löcher in den Wänden, durch die man direkt in die dahinter liegenden Klassenzimmer schauen konnte. Hier hatten die Mitarbeiter der Schongauer Firma Josef Feiler bereits ganze Arbeit geleistet. Ihre nicht alltägliche Aufgabe lautete, die Tiermosaike, die der Künstler Cobi Reiser vor mehr als einem halben Jahrhundert auf den Wänden der Pavillons aufgebracht hatte, in einem Stück heraus zu sägen. Eine staubige und nicht ganz leichte Arbeit, schließlich sollten die Kunstwerke ja heil bleiben. Für das erste Bild benötigten die Mitarbeiter noch mehr als vier Stunden, am Montag ging es dank guter Vorarbeit bereits schneller voran, sodass bis Dienstag alle acht Tierbilder sorgsam verpackt in Holz und Dämmmaterial zum Abtransport bereitstanden.

Die Zahl allerdings überrascht, denn eigentlich war von Seiten der Stadt bis zuletzt immer die Rede davon gewesen, dass die Finanzmittel nur für die Rettung von sechs Kunstwerken ausreichen. 40000 Euro hatte der Stadtrat genehmigt, weitere rund 13000 Euro sind durch Spenden sowie die jüngste Versteigerungsaktion zusammengekommen.

Dass mit der Summe von 53 000 Euro nun doch alle acht Tierbilder gerettet werden konnten, begründet Stadtbauamtsmitarbeiter Robert Thomas auf Nachfrage des Kreisboten mit einer Änderung bei der Integration in den Neubau. Ursprünglich sollten die Bilderblöcke dort in das Mauerwerk eingebaut werden, wofür sie allerdings statisch hätten ertüchtigt werden müssen. In Absprache mit den Architekten habe man aber jetzt eine Stelle gefunden, wo dieser Aufwand nicht nötig sei, erklärt Thomas. „Dadurch wird der Einbau natürlich günstiger.“ Die Gesamtkosten belaufen sich so auf nur noch rund 6400 Euro pro Kunstwerk, womit das zur Verfügung stehende Budget für die Rettung aller Tiermosaike ausreicht.

Keine Hoffnung gibt es dagegen wohl mehr für die große Uhr an der Wand der Turnhalle. Zwar zeigte sich Grundschullehrerin Irmgard Schreiber-Buhl, die sich mit ihren Schülern seit Monaten unermüdlich für den Erhalt aller Cobi-Reiser-Kunstwerke einsetzt, Anfang der Woche noch optimistisch, eine Lösung zu finden. Doch die Zeit läuft davon: Schon am Montag beginnen die Abbrucharbeiten.

Christoph Peters

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