Bei Stichwahl durchgesetzt Streicher – "Ich war einer, der am lautesten gemault hat"

Hans Streicher bei der Stimmabgabe. Foto: Jepsen

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BERNHARD JEPSEN, Peißenberg – Zwar kündigte Hans Streicher 2009 bei seinem Rückzug vom Fraktionsvorsitz noch an, sein kommunalpolitisches Engagement einschränken zu wollen. Der 60-Jährige blieb jedoch auch in der Folgezeit der unumstrittene Wortführer seiner Fraktion. Vor allem in den letzten Monaten übte er heftige Kritik an der Amtsführung von Bürgermeisterin Manuela Vanni. Seine Bereitschaft, nach dem Rücktritt von Thomas Altendorfer (wir berichteten) für das Amt des zweiten Rathauschefs zu kandidieren, sieht Streicher denn auch als logische Konsequenz: „Ich war einer, der am lautesten gemault hat. Da muss man dann auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen“, sagte der frisch gekürte Ehrenbeamte kurz nach seiner Wahl. Viele Mitglieder im Plenum seien enttäuscht darüber, wie die letzten vier Jahre gelaufen seien. Das sei zwar nicht die Schuld einer einzelnen Person, allerdings wolle er in seinem neuen Amt versuchen, „bereits im Vorfeld Sachen aus dem Weg zu räumen, damit mancher Unmut erst gar nicht entsteht“. Streicher sprach auch sein belastetes Verhältnis zur Bürgermeisterin an: „Ich hoffe, wir können den kleinsten gemeinsamen Nenner für unsere Arbeit finden.“ „Sie können sicher sein, dass ich mich um eine gute Zusammenarbeit bemühen werde. Wir beide sind schließlich erwachsene Leute“, entgegnete Vanni ihrem neuen Stellvertreter. Der Ausdruck des „kleinsten gemeinsamen Nenners“ gefiel der Rathauschefin allerdings nicht: „Wir müssen schon einen höheren Nenner finden.“ Wie gut die Zusammenarbeit zwischen Streicher und seiner ehemaligen Parteifreundin in der Praxis wirklich läuft, hängt wohl auch von dessen weiteren Ambitionen ab. Nicht wenige im Umfeld des Marktrats spekulieren bereits darauf, dass der SPD-Grande 2014 bei den Kommunalwahlen als Kandidat für den Chefsessel im Rathaus antreten könnte. Streicher selbst hat das bislang immer kategorisch abgelehnt.

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