BfW verpassen Mehrheit sehr knapp – CSU: 12 Prozent weniger Wähler als 2002

Loth und Zirngibl müssen nochmal ran

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Mit 49,75 Prozent ist Markus Loth von den BfW knapp an einem Wahlsieg vorbeigeschlittert. Mit seiner Frau Gitti Loth verfolgte er die spannende Wahl im Rathaus. Noch lächelt Stefan Zirngibl (21,61 Prozent) bei der Stimmenauszählung. Klaus Gast und Angelika Zirngibl (re.) scheint das CSU-Ergebnis nicht zu gefallen.

Weilheim – „Jetzt geht's um die Wurst: in zwei Wochen ist Stichwahl! Geht alle wählen - WIR für Weilheim, Bürger für Weilheim!“, schrieb Markus Loth auf seiner Facebook-Seite, nachdem am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr feststand, dass er mit CSU-Kandidat Stefan Zirngibl in die Stichwahl muss.

Der Sitzungssaal im Rathaus war um 19 Uhr voll. Bis zur Tür standen die Bürger - alle wollten es wissen: Wer wird Bürgermeister? Der eine oder andere surfte im Netz, um zu schauen, wie die Lage in anderen Städten, wie Schongau oder Peiting, war. Es war still im Raum. Ab und zu fiel ein Wort. Alle starrten an die Wand. Beide Bürgermeisterkandidaten hatten ihre Familien dabei, die mitfieberten. Lisa Ressle brachte auch ihren Freund, Olympiasieger Felix Loch, mit. Beide saßen gespannt neben dem Wahlleiter. Der Beamer projizierte die ersten Ergebnisse auf die Wand. Gitti Loth hielt die Hand ihres Mannes ganz fest. Es sah gut aus für Markus Loth. 49,74 Prozent bekam er von den Wählern. 

Und Stefan Zirngibl? Er und die CSU Weilheim blieben bei 21,61 Prozent stehen. Gegen 19.30 Uhr stand fest, es wird eine Stichwahl geben. Für Loth ist es die zweite. Gegen Matt­hias Bayer setzte er sich am 17. März 2002 mit 56,2 Prozent durch. „Bei sechs Kandidaten ist das nicht unüblich. Die Freien Wähler sind mit Wolfgang Mini stark gewachsen. Daher hat es für mich nicht ganz gereicht“, bilanzierte Loth das Wahlergebnissen im Rathaus. 

Stefan Zirngibl sah sein Ziel, die Stichwahl, erreicht. „Das wollten wir. Ich freue mich sehr über die hohen Stimmenzahl für Wolfgang Mini. Nun haben wir 14 Tage Zeit, um noch einmal mit den Weilheimern ins Gespräch zu kommen“, so der CSU-Kandidat. Wie sieht seine weitere Strategie aus? „Ich werde weiterhin raus gehen und mit den Leuten sprechen. Außerdem werden wir wieder Wahlstände aufstellen“, sagte er. Loth war sich über sein weiteres Vorgehen noch nicht sicher. Am Wahlsonntag meinte er: „Das wird alles am Montag besprochen. Jetzt kann ich noch nichts dazu sagen.“

SPD und Freie Wähler über zehn Prozent

Viele freuten sich für ihn, er selbst bezeichnet es als eine „Sensation“. Wolfgang Mini von den Freien Wählern holte 10,6 Prozent bei den Kommunalwahlen. „Diese zweistellige Prozentzahl hätte ich mich nicht träumen trauen“, sagte er. Er wird es wohl gewesen sein, der Loth einige Stimmen gekostet hat. Das sieht Mini allerdings anders. „Ich glaube, wäre Ulli Klinkicht nicht als Kandidat angetreten, wäre Loth im ersten Anlauf Bürgermeister geworden“, meinte er. „Die Bürger haben erkannt, wer wirklich die Freien Wähler sind“, erklärt Mini seinen Wahlerfolg. 

Sehr enttäuscht war hingegen Bürgermeisterkandidat Horst Martin von der SPD. 10,72 Prozent, das ist zu wenig. „Ich dachte schon, ich würde ein höheres Ergebnis bekommen und es würde zu einer Stichwahl zwischen Zirngibl und mir kommen. Ich bekam so viel Zuspruch von den Bürgern. Also, ich bin sehr enttäuscht“, erklärte er, nachdem das Ergebnis bekannt war. Aber immerhin ist ihm ein Platz im Weilheimer Stadtrat sicher.

2,72 Prozent für FDP

Den hat auch Saika Merx als Einzige von der FDP. „Es war ein spannender Abend gestern im Rathaus. Ich bin über den Platz im Stadtrat sehr froh. Klasse finde ich die Stichwahl“, sagte Merx. Ganz schlimm war für sie die Wahlbeteiligung, die in Weilheim bei 56,6 Prozent lag. Auf die Frage, warum sie so niedrig sei, meinte Merx: „Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, dass die Wähler unentschlossen waren, da es sechs Kandidaten gab. Aber, vielleicht sind sie auch verdrossen, da in der Politik nichts geschieht“, so ihre Einschätzung. 

Ullrich Klinkicht, der als Alleinkämpfer mit dem Slogan „Miteinander!“ der neue Bürgermeister von Weilheim werden wollte, holte 4,6 Prozent. „Ich habe mit vier bis fünf Prozent gerechnet und bin sehr zufrieden.“ Er werde weiterhin die Kommunalpolitik im Auge behalten. „Heute ist nicht alle Tage, ich komme wieder, keine Frage“, beendete er seine Aussage zur Wahl mit den Zitat von Paulchen Panther. 

Die geringe Wahlbeteiligung war für alle Kandidaten eine eher unerfreuliche Nachricht. 2008 traten 63 Prozent der Stimmberechtigten vor die Wahlurne, heuer waren es knapp 57 Prozent. Weilheim hat 17 260 Wahlberechtigte, davon gingen 9 770 zur Wahl und davon machten 8 100 von der Briefwahl Gebrauch. Insgesamt gab es 60 ungültige Stimmen.

Wer rückt nach?

Sollte Markus Loth bei der Stichwahl am 30. März als Bürgermeister von Weilheim wiedergewählt werden, dann rückt Florian Lechner für ihn in den Stadtrat. Sollte sich Stefan Zirngibl auf den Bürgermeistersessel setzen dürfen, dann wird Wilhelm Handel in den Stadtrat nachrücken.

Von Alma Jazbec

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