Streetworkerin knüpft Netz und sammelt Informationen für ihre Arbeit in Peißenberg

An Plätzen präsent sein, wo sich Jugendliche treffen, die nicht in Vereinen oder sonst wo organisiert sind. Sich deren Probleme anhören. Ihr Vertrauen gewinnen. Hilfe anbieten. „Ich bin erst mal Allroundkraft“, sagt Tatyana Bockhart. „Aufdrängen werde ich mich aber nicht.“

20 Stunden im Monat wird die 31-Jährige, die in Benediktbeuern Sozialpädagogik studiert hat und in Neugablonz drei Jahre lang in einem Streetwork-Projekt Erfahrungen sammelte, vorerst für Peißenbergs Jugendliche im Einsatz sein. Es sei wichtig, den jungen Leuten das Gefühl zu geben, „da ist jemand für mich da“, betont Miriam Folda, Geschäftsführerin des Vereins „Brücke Oberland e.V.“. Erst wenn ihnen die Schwellenangst genommen wurde und eine Vertrauensbasis aufgebaut ist, „rücken sie mit ihren Problemen heraus“. Streetworkerin Bockhart möchte die Jugendlichen „da abholen, wo sie geraden stehen“. Alle Gespräche, die sie führt, unterliegen der Schweigepflicht. Beim Erkunden der örtlichen Gegebenheiten hat Bockhart festgestellt, dass in Peißenberg „völlig gemischte Gruppen“ aus unterschiedlichen Kulturkreisen ihren Freizeitmittelpunkt auf die Straße verlegt haben. Bürgermeisterin Vanni berichtet vom verstärkten Zuzug Alleinerziehender, „die sich Weilheim nicht mehr leisten können und wegen des günstigen Wohnraumangebotes nach Peißenberg kommen.“ Jene 16- bis 20-jährigen Jugendlichen zu integrieren, die Ärger und Konflikte provozieren, sei wichtig. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, seien die Besatzung im Jugendzentrum bereits von 1,2 auf 1,75 Stellen aufgestockt und die Schulsozialarbeit auf die beiden Grundschulen ausgeweitet worden, erklärt Vanni die Bemühungen der Gemeinde. Finanziert wird Peißenbergs Streetworkerin, die in einem Vertragsverhältnis mit der „Brücke“ steht und für diese weitere Aufgaben wahrnimmt, von der Marktgemeinde. Ein Sechstel der Kosten trägt laut Vanni der Landkreis. Tatyana Bockhart ist dabei, sich mit den verschiedenen Institutionen zu vernetzen, Informationen zu sammeln, „Möglichkeiten abzuklopfen“, wie sie sagt. Mittwochs und freitags bietet sie von 18 bis 19 Uhr unter der Nummer 0157/ 73897519 feste Telefonsprechzeiten an: „Wenn´s nicht klappt, einfach auf die Mailbox reden.."

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