Mit dem Bau der Tagklinik begonnen – Psychisch kranke Landkreisbürger können ab März wohnortnah betreut werden

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MARIA HOFSTETTER; Peißenberg – Richtig anzumerken war dem Landrat, dass er diesmal in Sachen Krankenhaus Positives zu künden hatte. „Wir fiebern der Eröffnung der Tagklinik in Peißenberg entgegen“, sagte ein aufgeräumter Dr. Friedrich Zeller am vergangenen Montag bei dem Ortstermin. Die Tagklinik mit 15 Behandlungsplätzen und angegliederter psychiatrischer Institutsambulanz am Krankenhaus Pei- ßenberg rückt näher. Sehr nah sogar, wie vom Geschäftsführer der Lech-Mangfall-Kliniken gGmbh, dem Betrieber der künftigen Tagklink, zu hören war. „Am 15. oder 22. März 2010 wollen wir hier starten“, versprach Gerald Niedermeier beim Besichtigen der Baustelle. Dort haben die Handwerker bis zur Eröffnung der Tagklinik noch alle Hände voll zu tun. Zuvor hatte der Landrat der Besuchergruppe, darunter Vertreter von Regierung, Bezirk, Betreibergesellschaft, Krankenhaus GmbH, Aufsichtsrat und Ärzteschaft, erklärt, wie notwendig eine wohnortnahe Hilfe für die psychisch Kranken ist, deren Anzahl laufend steigt. Entgegen anderslautender Argumente im Vorfeld sei Peißenberg von der Verkehrsanbindung her ein optimaler Standort für die Tagklinik, hielt Zeller fest. Dass die Peißenberger Klinik mit dem zusätzlichen Aufgabenfeld „in ihrem Bestand gesichert“ werden kann, hofft Ursula Bittner, Vizepräsidentin des Bezirks Oberbayern, sie ließ als Begründung folgen: „Die Psychiatrie kann nicht in einem freien Raum stehen, sie braucht einen Unterbau.“ Der Vorlage des Förderbescheides im Mai war ein heftiges politisches Ringen um die Tagklinik vorausgegangen. Die Finanzierung des Umbaues – laut Geschäftsführer Niedermeier „insgesamt über eine Million Euro“ – tragen zu je einem Drittel der Landkreis, die Regierung von Oberbayern und die Lech-Mangfall-Kliniken gGmbH. Peißenberg – Die Tagklinik mit angegliederter Ambulanz soll die wohnortnahe psychiatrische Versorgung der Landkreisbürger sicherstellen. Die mit 15 Behandlungsplätzen ausgestattete Tagklinik wird ihre Patienten zwischen 8 und 16 Uhr als eigene therapeutische Einheit aufnehmen sowie nachstationär betreuen. Die Anwendungen decken das gesamte Spektrum der psychiatrischen und psychosomatischen Therapien ab, von der Arbeits- bis zur Schlafentzugstherapie. „Die Leute bleiben in ihrem sozialen Umfeld“, strich der künftige Leiter der Klinik, Dr. Josef Scherer, bei der Präsentation als Vorteil heraus. Als durchschnittliche Aufenthaltsdauer nannte der Chefarzt 40 Tage. Die psychiatrische Institutsambulanz soll in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, Therapeuten und speziellen Einrichtungen frühzeitig tätig werden, um eine stationäre Behandlung zu verhindern oder „weniger einschneidend zu gestalten“, hieß es.

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