Teilrampe am Grundwehr I der Ammer offiziell eingeweiht

Der Fluss schwimmt aufwärts

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Zur Einweihung der neuen Teilrampe am Grundwehr I (im Bildhintergrund) enthüllten v.li. Roland Kriegsch, Dr. Friedrich Zeller und Markus Loth eine Stele, die den Ammerverlauf sowie die Verbindung über die Ach zum Staffelsee skizziert. Mit dabei waren die „Unterhausener Dorfspatzen“ und ihre Erzieherinnen Sandra Schuster und Franziska Kergl.

Weilheim – Es war eine teure und aufwändige Baumaßnahme, die bis zum Frühjahr an der Ammer auf Höhe der Weilheimer Kläranlage über die Bühne ging. Doch beim Festakt zur offiziellen Einweihung der renaturierten Teilrampe am Grundwehr I herrschte bei den Vertretern der zuständigen Behörden große Zufriedenheit: Mit dem rund 700 000 Euro teuren Projekt, so lautete der Tenor, sei ein „weiterer, wichtiger Schritt zur fischfaunistischen Durchlässigkeit“ zwischen der Ammer und dem Staffelsee gelungen.

Während der achtmonatigen Bauzeit wurden rund 9500 Tonnen Wasserbausteine, 950 Quadratmeter Spundwände und 200 Kubikmeter Beton verbaut, um das 1921 errichtete Grundwehr I auf einer Breite von 21 Metern und einer Länge von 72 Metern in eine ökologisch angepasste Teilrampe zu verwandeln. Über die 24 Becken der flachen Riegel-Sohlgleite ist es nun auch schwimmschwachen Fischen möglich, das Gefälle flussaufwärts zu überwinden. Doch wie Roland Kriegsch, der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim, in seiner Festrede betonte, würden nicht nur Ökologie und Naturschutz von den Umbaumaßnahmen am Grundwehr I profitieren, „sondern auch der Mensch“. Die Gefahrenquellen für Bootsfahrer und spielende Kinder seien demnach deutlich vermindert worden, zudem habe man unter anderem auch mit dem Bau eines Grillplatzes die Freizeit- und Lebensqualität im Bereich dieses Ammerteilstücks deutlich erhöht. Voll des Lobes war auch Dr. Friedrich Zeller: Der Landrat sprach von einem „ganz tollen Projekt“ und bezeichnete es als „Durchbruch“, dass die Renaturierungspläne an der Ammer inzwischen „gesellschaftlicher Konsens“ seien. Die Ammer, so betonte Zeller, sei europaweit ein einzigartiger „Referenzfluss“, der im Gegensatz zum Lech oder zur Loisach nicht „technoid“ für Wasserkraft genutzt werden dürfe. Auch Weilheims Bürgermeister Markus Loth bezeichnete den Ammerlauf als „eines der wichtigsten Naherholungsgebiete von Weilheim“. In punkto Wasserkraft ließ das Stadtoberhaupt jedoch ein kleines Hintertürchen offen: „Dieser Prozess wird uns noch lange beschäftigen. Da kann man nicht sagen, was noch auf uns zukommt.“ Die Teilrampe am Grundwehr I ist nach dem Umbau des Grundwehres II bei Unterhausen, dem Umgehungsrinnenbau am Schnalzwehr und der Teilrampe am Weilheimer Auwehr die bereits vierte Maßnahme, die das Wasserwirt- schaftsamt im Rahmen des Gewässerentwicklungsplans realisiert hat. Um dessen zentrale Forderung nach einer Durchlässigkeit zwischen Ammer- und Staffelsee respektive dem Oberlauf der Ammer zu erfüllen, müssen in den nächsten Jahren noch das Grundwehr III bei Wielenbach, das Oderdinger Wehr sowie das „PKG“-Wehr bei Pei- ßenberg umgestaltet werden. „Das ist ein großes Ziel. Dafür ist uns kein Euro zu schade“, bekräftigte Behördenleiter Roland Kriegsch.

Von Bernhard Jepsen

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