Neue Regelung kommt 2017

Hier gilt in Peiting künftig Tempo 30

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Die Farbe Rot herrscht vor: Das ist keine politische Landkarte, sondern der Hinweis darauf, dass in den meisten Wohngebieten eine Zone mit Tempo 30 eingeführt wird. Grün markierte Straßen bedeuten, dass Tempo 50 erlaubt ist.

Peiting – Damit nicht immer wieder einzelne Anträge zu verschiedenen Straßenzügen kommen, hat der Marktgemeinderat nun im Paket darüber abgestimmt, wo in Peiting innerorts überall Tempo 30 gilt und wo weiterhin 50 Stundenkilometer erlaubt sind. Neu ist, dass ab Frühjahr 2017 auf der inneren Ammergauer Straße (beim Gasthof Dragoner) die Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt wird. Der Bereich geht bis zur Einmündung Ludwigstraße. Die lange Jägerstraße im Osten des Wohnviertels Birkenried wird zudem 30-er Zone.

Dieser „Vollzug der Straßenverkehrsordnung“, wie es im Beamtendeutsch heißt, hat einen angenehmen Nebeneffekt. Insgesamt könne man sich in Peiting zirka 60 bis 70 Schilder sparen, sagte Wolfgang Schweiger von der Bauverwaltung im Rathaus. Zum Großteil hat dies damit zu tun, dass Zonen, die bisher als verkehrsberuhigt deklariert waren wie etwa im Wohngebiet Lexe, aufgegeben werden und zum Gebiet mit Tempo 30 werden.

Weiterhin 50 km/h gilt dagegen auf der Birkenriedstraße. Sie ist eine wichtige Erschließungsroute von der Münchner Straße bis zum Eisstadion und zum Sportzentrum. Dies wurde mehrheitlich so beschlossen. Lediglich fünf Räte waren dafür, dort Tempo 30 einzuführen.

Abknickende Vorfahrt

50 Stundenkilometer sind – vom Bereich des Bahnüberganges mal abgesehen – auf der Angermoosstraße und auf dem Buchauerweg erlaubt. An der Einmündung dieser beiden Fahrbahnen kommt es jedoch zu einer Änderung. Denn da gilt künftig eine abknickende Vorfahrt.

Der Vorschlag, Tempo 30 auf der Ammergauer Straße Richtung Süden bis zur Einmündung der Ramsauer Straße auszudehnen, fand keine Mehrheit. Ebenso war eine deutliche Mehrheit dafür, auf der Bahnhofstraße, die ausgebaut wird, Tempo 50 zu belassen.

Den weitestgehenden Antrag hatte Thomas Elste von den Grünen in die Diskussion eingebracht. Es solle innerhalb der Ortschaft alles zur Tempo 30-Zone deklariert werden außer den ehemaligen Bundesstraßen. Er ist damit aber nicht durchgekommen.

Zu dem Thema, wo Tempo 30 und wo Tempo 50 gelten soll, entwickelte sich eine intensive Debatte. 16 Räte meldeten sich zur Wort, zum Teil mit konträren und emotionalen Äußerungen. Dann stellte Gerhard Heiß den Antrag auf Ende der Debatte, dem eine Mehrheit folgte.

Aus anderer Warte

Alfred Jocher (fraktionslos) bat darum, das Thema mal aus Sicht von Fußgängern und Radfahrern zu sehen und nicht nur aus der Warte des Autofahrers. Wenn er feststelle, dass Autofahrer im Pkw oft essen, telefonieren oder rauchen, sei eine Begrenzung auf 30 km/h innerorts ein Beitrag für die Sicherheit.

Ganz anderer Meinung war da Andreas Barnsteiner (Bürgervereinigung). Man stranguliere die mobile Gesellschaft, „wo’s nur grad geht“. Dabei bräuchte man die Hauptstraßen wie „die Luft zum Leben“ – auch deswegen, um den Verkehr aus dem Ort zügig wegzubringen. Dem hielt Bürgermeister Asam freilich entgegen, es käme an den Hauptachsen nur zu wenig Einschränkungen. Außerdem gebe es Ortschaften, wo nahezu überall Tempo 30 gelte, Die seien aber nicht im Verkehr ersoffen.

Herwig Skalitza (CSU) warb für eine „Entscheidung mit Augenmaß“. Peiting sei flächenmäßig eine große Gemeinde. Im Übrigen sei zu bedenken, dass nicht überall, wo Tempo 50 drauf steht, auch 50 km/h gefahren werden dürfen.

Ebenso wie Skalitza hatte auch Hebert Salzmann (SPD) kein Verständnis für das Ansinnen, die Bahnhofstraße im Osten Peitings nach der Fertigstellung auf 30 km/h runterzusetzen. Rechts vor links wäre dort „eine Katastrophe“, kommentierte Salzmann.

Umsetzung im Frühjahr

Das Paket zur Straßenverkehrsordnung wird in Peiting im Frühjahr 2017 umgesetzt. Dies erfolgt zeitgleich mit der Maßnahme, dass am Hirschvogeleck die Vorfahrt geändert wird.

Johannes Jais

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