Tempo 30 und Zebrastreifen auf Penzbergs Bahnhofstraße

Ohne Gegenstimme hat der Penzberger Stadtrat in der vergangenen Woche bei einer außerordentlichen Sitzung die Grundzüge für die künftige Gestaltung der Bahnhofstraße verabschiedet (siehe Kasten). Großes Lob von den Sprechern aller Fraktionen erhielt dabei der neue Bauamtsleiter Justus Klement. Er hatte viele Anregungen der einzelnen Parteien im Vorfeld berücksichtigt und um eigene Ideen ergänzt, so dass das Gremium einstimmig die Hand zum Beschluss hob. Mit den Arbeiten in der Bahnhofstraße soll im Juli 2099 begonnen werden, die Fertigstellung ist für Oktober 2010 vorgesehen.

Bei dem zweiten Bauabschnitt der Innenstadtsanierung handelt es sich nun um den gesamten Bereich der Bahnhofstraße zwischen Kreuzung und Bahnhof. Der Umbau in den Nebenstraßen soll erst im Anschluss daran erfolgen. Dies stellt insofern eine Neuerung dar, als bisher der zweite Bauabschnitt nur bis zur Ludwig-März-Straße ging, dafür aber auch noch die Philipp- und die Friedrich-Ebert-Straße umfassen sollte. „Es ist aber sinnvoller, die Bahnhofstraße in einem Stück anzugehen, weil dann die Belastungen für das unmittelbare Zentrum und für die Geschäftsleute nicht auf mehrere Jahre verteilt werden“, hatte Johannes Bauer (Grüne) bereits im Vorfeld die Meinung des gesamten Stadtrates zusammengefasst. Überdies spricht man ab sofort offiziell nicht mehr von der Sanierung der Innenstadt, sondern deren Neugestaltung. „Saniert haben wir schon genug, jetzt wird neu gestaltet“, begründete Bauamtsleiter Klement die feine sprachliche Differenz. Zebrastreifen und Tempo 30 Für die SPD begrüßte Michael Zöller vor allem das mit dem Beschluss verbundene klare Bekenntnis zum Erhalt der Bäume. „Sollte auf der westlichen Seite der Bahnhofstraße tatsächlich ein Baum entnommen werden müssen, dann sollte darüber aber im Stadtrat abgestimmt werden“, forderte er. Die Einführung von Zebrastreifen und Tempo 30 werde von der SPD ebenfalls mitgetragen. Lediglich bei den Streifen für die Radfahrer erkannte Zöller einen „Nachholbedarf“. Diese Maßnahme sei zwar zu begrüßen, löse aber nicht das Problem, dass die Regenrinne zwischen Fahrbahn und Gehsteig für die Radfahrer ein Hindernis darstelle. Hier bat Zöller die Planer, Vorschläge für andere Lösung zu unterbreiten. CSU richtet ironischen Dank an Mummert Wilfried Lehmann (CSU) erkannte in dem vorgelegten Konzept „eine große Übereinstimmung mit unserem Wahlprogramm“ und bedankte sich deshalb mit feiner Ironie bei Bürgermeister Hans Mummert, dass der vor allem im Hinblick auf Tempo 30 in der Bahnhofstraße beginne, „die Vorstellungen der CSU umzusetzen“. Klaus Adler (Grüne) nannte die Planung „schön“ und sprach von „prima Rahmenbedingungen“. Allerdings zeigte er sich skeptisch bezüglich der Einführung der Zebrastreifen und von Tempo 30, „weil wir diese Initiativen schon mehrfach gestartet haben und bei den Fachbehörden jedes Mal erfolglos geblieben sind“. Bauamtsleiter Klement ist sich dessen bewusst, er soll aber einen neuerlichen Versuch starten und dabei auf die „spezielle Situation in Penzberg“ hinweisen, so Zöller, „wo die Haupteinkaufsstraße zugleich eine Staatsstraße ist“. Noch nicht entschieden ist, ob künftig auf den Gehwegen an der Bahnhofstraße auch Radfahrer im Schritttempo fahren dürfen. Hier soll ein Versuch zeigen, ob diese Regelung auch in der Praxis funktioniert. Dem Konzept zugestimmt haben auch die Bürger für Penzberg, obwohl Nikolaus Lutz zuvor erklärt hatte, „dass vor dem Beschluss die Bürger gehört werden sollten“. Dann sei aber, so Mummert, der Baubeginn im Juli nicht mehr zu halten. Außerdem würden die Bürger in einer eigenen Veranstaltung über die Planung informiert werden, kündigte der Bürgermeister an.

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