Neu im Weilheimer Kulturprogramm

Theater im kleinen Kreis

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Bald öffnet sich die Tür für die neue Saison im Stadttheater.

Weilheim – Seit 16 Jahren koordiniert und organisiert Andreas Arneth das städtische Kulturprogramm. Für 2015 greift er eine neue Idee auf: das „Stadttheater Off“.

In einem kleineren Kreis können hier 50 bis 100 Besucher die Vorführungen direkt auf der Theaterbühne miterleben. Arneth setzt dabei auf die Zusammenarbeit mit Münchner Kleinkunstbühnen, Schauspielschulen und dem Bezirk Oberbayern. „Wir holen so mehr klassische Stücke ins Stadttheater, die weniger kosten als große Produktionen, aber auch Modernes und Offensives“, erläuterte er den Mitgliedern des Hauptausschusses. Zwei bis drei Produktionen seien geplant, darunter „Glückliche Tage“ des irischen Schriftstellers Samuel Beckett. Diese neue Reihe, führte Arneth bei der Vorstellung des städtischen Kulturprogrammes im Rathaus aus, könnte ein Forum für kleine Aufführungen bieten, die aus der Weilheimer Bürgerschaft kommen und nicht extern angeboten werden. 

"Off-Theater"

„Ein Off-Theater oder freies Theater ist ein Theater am Rande des etablierten Theaterbetriebes, das sich unkonventioneller Methoden bedient und mit wesentlich geringerem Budget auskommt. “ (Quelle: Wikipedia)

Das zusammen mit den „Freunden des Weilheimer Theaters“, den „Weilheimer Festspielen“, der Musikschule und dem Jazzsaxophonisten Johannes Enders erstellte Angebot gefiel dem Gremium. Kulturreferentin Ragnhild Thieler bescheinigte dem Weilheimer Kulturprogramm ein professionelles Niveau. „Es wird auch überregional sehr geschätzt“, lobte sie. Arneth sei es wiederum gelungen, heimische Laienspieler in die Produktionen miteinzubeziehen und mehr Jugendliche für das Theater zu begeistern. Arneth hatte zuvor in seiner Rückschau auf 2013 und die laufende Theatersaison eine erfreuliche Trendwende festgestellt. Nach einem deutlichen Besucherrückgang 2012 werden die Schulveranstaltungen am Vormittag im Stadttheater wieder besser angenommen, berichtete er. „Heuer sind es bereits drei und im Dezember könnte eine vierte folgen“, gab er einen optimistischen Ausblick. Damit können zusätzlich bis zu 1000 junge Zuschauer für die kulturellen Angebote gewonnen werden. 

In anderen Altersgruppen sei der Zuspruch stabil geblieben, über 300 Theaterabos (Arneth: „unsere sicherste Zielgruppe“) wurden verkauft. Für heuer erwartet er eine 80- bis 90-prozentige Auslastung des Weilheimer Theaters. Für das städtische Kulturprogramm 2015 kalkulierte Arneth ein Budget von 192 000 Euro (2012/13: 185 000 Euro) inklusive 7 000 Euro „Risikopuffer für unvorhersehbare Ausgaben“. Bei geschätzten 86 000 Euro Einnahmen hätte die Stadt noch 99 000 Euro aufzubringen. Pro Vorstellung, hob Arneth hervor, blieben die Kosten für die Stadt um 50 bis 70 Prozent unter denen vergleichbarer Anbieter. Mit seinem Anspruch, „die Identität der Stadt zu fördern“, mit neuen Ideen mehr Gäste ins Haus zu locken und Kosten zu sparen, überzeugte Arneth den Hauptausschuss. Das Gremium billigte das Programm schließlich einstimmig. „Da steckt viel Arbeit dahinter“, zollte ihm Kulturreferentin Thieler (BfW) Anerkennung. Auch Stadtrat Ingo Remesch gefiel die Idee des „Off-Theaters“. Wichtig ist dem SPD-Stadtrat, den Weilheimer Laienspielern eine Plattform zu bieten und sie nicht „an den Rand zu drängen“.

Theater-Abonnement 2015

– März: „Illusionen einer Ehe“: Bittersüße Komödie über die Fallen des Ehelebens, Gastspiel Turmtheater Regensburg. 

– April: „The Kings Speech“: Gefeierte Bühnenfassung der Geschichte vom stotternden englischen König George. Gastspiel Theater Regensburg. 

– Oktober: „Gespenster“ von Henrik Ibsen. Bekanntes Stück des klassischen Naturalismus. Inszenierung: Celino Bleiweiss. 

– November: „Jazzreihe Ammertöne“ in der Musikschule. – Dezember: „Die Geschichte vom braven Soldaten Schwejk“: Inszenierung mit viel Musik und echt tschechischem Einschlag. Geplant ist ein internationales Projekt, an dem sich neben Schauspielern aus der tschechischen Republik auch Weilheimer Musiker aus der Musikschule und Stadtkapelle einbringen.

Von Maria Hofstetter

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